Bischof Erwin Kräutler erhält den Alternativen Nobelpreis 20 BRASILIEN corner

Bischof Erwin Kräutler erhält Alternativen Nobelpreis 2010

Adveniat-Geschäftsführer gratuliert Bischof Kräutler

Bischof Erwin Kräutler
Foto: KNA-Bild

Der als »Amazonas-Bischof« bekanntgewordene Vorarlberger Erwin Kräutler ist mit dem Alternativen Nobelpreis 2010 für seinen Einsatz für die Rechte indigener Völker und sein Engagement für die Erhaltung des Regenwaldes ausgezeichnet worden. Ein Einsatz, der Kräutler selbst vielfach in Gefahr brachte. Seit 1965 ist der gebürtige Österreicher in Brasilien tätig und seit 1981 Bischof der Prälatur Xingu. Kräutlers Solidarität mit Siedlern, die eine Straße besetzten, machte ihn 1983 international als »verprügelten Bischof« bekannt: Als die Militärpolizei eingriff, nahm sie auch Kräutler fest, riss ihn zu Boden, schlug auf ihn ein – vor laufenden Kameras. 1987 überlebte er einen Mordanschlag schwer verletzt; enge Mitarbeiter und Mitstreiter wurden ermordet, 1995 sein Ordensbruder und Mitarbeiter Hubert Mattle, zehn Jahre später die Ordensfrau Dorothy Stang. Kräutler selbst erhält immer wieder Morddrohungen; seit Jahren hat er Personenschutz.

Als Präsident des Indianer-Missionsrats (CIMI) der brasilianischen Bischofskonferenz erreichte Kräutler 1987, dass den Indianern in der neuen Verfassung des Landes explizit Rechte zugesprochen werden: Das Recht auf ihr angestammtes Gebiet, ihre Sprache, ihre kulturellen Ausdrucksformen und die Naturreichtümer ihres Landes. Die Rechte riefen Konflikte hervor, denn »die Indianer sitzen in Gebieten mit Bodenschätzen, die die Großgrundbesitzer beschlagnahmen wollen«, so der Bischof.

Für Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka ist die Auszeichnung eine »hohe Anerkennung« und »wichtige Ermutigung« für Kräutlers »unermüdliches Engagement für die brasilianischen Ureinwohner«. »Ich habe Hochachtung vor Bischof Erwin Kräutlers Engagement für die Armen und freue mich deshalb sehr darüber, dass er den Alternativen Nobelpreis erhält.« Folgende Worte von Bischof Kräutler verdeutlichen laut Klaschka das Selbstverständnis Kräutlers als Priester und Bischof: »Als Kirche wirken wir nicht nur im sakralen Raum, ziehen uns zur Eucharistiefeier und Meditation zurück, sondern leben im Hier und Jetzt der Geschichte mit all ihren Hoffnungen und Illusionen, mit ihren Fortschritten und Rückschlägen, mit ihren Erwartungen und Enttäuschungen. In dieser Realität sind wir besonders gefordert, die neuen Götzen aufzudecken, die unsere Welt verehrt, und auf die Kehrseite der Medaille hinzuweisen.«

Der 71-jährige Kräutler kämpft seit Jahren gegen den geplanten Staudamm Belo Monte. Der Bau gefährdet den Lebensraum von 30.000 brasilianischen Einwohnern.

Der von dem deutsch-schwedischen Journalisten Jakob von Uexküll begründete Right Livelihood Award, bekannt als »Alternativer Nobelpreis« wurde bislang an rund 140 Personen aus fast 60 Ländern verliehen, die beispielhaft auf die dringlichsten Herausforderungen der Menschheit antworten. Er wird seit 1980 verliehen und ist mit umgerechnet rund 220.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen finden Sie unter » www.rightlivelihood.org/... .

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