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Frauen als Rückgrat der Kirche in Afrika

Wunsch oder Wirklichkeit?

von ANNE BÉATRICE FAYE CIC

In Konfliktsituationen in Afrika sind es Frauen, die die Last der Konflikte auf ihren Schultern tragen und um das Überleben ihrer Familie kämpfen. Das Foto zeigt Frauen in einem Flüchtlingscamp in Nairobi, Kenia.
FOTO: FRIEDRICH STARK

»Ihr seid das Rückgrat unserer Ortskirche«, das ist die besondere Botschaft, die die Zweite Afrikasynode an die Frauen des Kontinents gerichtet hat. Denn unter den zahlreichen behandelten Themen nahm die Frage nach der Situation der Frau in Afrika einen wichtigen Platz ein.1 Zwar ging es hier um »die Frau«, aber in Gegenwart von und im Dialog mit Frauen. Denn auf der Synode waren 20 Frauen »auditores« (von 49) und weitere 10 (von 29) waren als Expertinnen anwesend. Was war neu an der Wahrnehmung und der Rolle und des Ortes der Frau in der afrikanischen Kirche? Als afrikanische Frau, die als Assistentin (»adiutrix«) an der Synode teilgenommen hat, möchte ich hier die verschiedenen, gleichwohl konvergierenden Beiträge zu dieser Frage der Frau nachzeichnen, aber auch die mutigen Stellungnahmen zur Frau in Afrika.

Die Anwesenheit von 30 Frauen während der Synode hat vor allem dazu beigetragen, die Lebenswirklichkeit der Frau in Afrika gründlich in den Blick zu nehmen, wie etwa der bemerkenswerte Redebeitrag von Schwester Marie-Bernard Alima Mbalula2 zeigt. Das gilt auch für den packenden Beitrag von Schwester Geneviève Uvamariya von den Schwestern Sainte Marie de Namur, die dem ruandischen Genozid nur knapp entkommen ist. Ihr treffender Bericht hat nicht nur die Synodenteilnehmer und -teilnehmerinnen eingenommen, sondern alle, die ihre Geschichte gehört oder gelesen haben. Wenn Frauen ihre Sensibilität einbringen, dann führt uns das bis in die Tiefen dessen, was wir alle in uns haben. Es kann Menschen in Bewegung bringen. Ihre aktive Anwesenheit hat auf sehr positive Weise ihre Rolle und ihren Beitrag zum guten Verlauf der synodalen Arbeiten gezeigt.

Opfer vielfältiger Gewalt

Auf der 11. Sitzung der Afrikasynode haben einige Synodenväter die Frage nach der Gewalt aufgeworfen, die Frauen im afrikanischen Kontext erleiden müssen. So weist etwa Bischof Augustine Obiaro Akubeze aus Nigeria auf die falschen Anschuldigungen hin, die Frauen entgegengebracht werden. Heutzutage, sagt er, werden sie »der Hexerei verdächtigt, aufgegeben, weggeschoben, diskriminiert und zu Opfern sozialer Ächtung gemacht. Manchmal setzt man sie im Busch aus, man verflucht sie öffentlich, bevor man sie umbringt. Andere werden mit Säure überschüttet oder bei lebendigem Leib verbrannt. «

Bischof Théophile Kaboy Ruboneka aus der DR Kongo verweist auf »die Konflikte und Kriege, die besonders die Frau in die Rolle eines Opfers und eines Objekts drängen.« Im Osten seines Landes erleiden unzählige Frauen Vergewaltigungen durch die bewaffneten Gruppen. Es ist eine wahre Plage, die besonders die Region Kivu trifft. Früher war diese Gewalt selten und geschah versteckt. Heute wird sie vor aller Augen, vor dem Ehemann des Opfers, den Kindern, vor der ganzen Gemeinschaft verübt. Vergewaltigungen werden als Waffe eingesetzt, um die Gesellschaftsstruktur aus den Fugen zu bringen und um jede Form von Opposition in der Bevölkerung auszuschalten. Es ist bekannt, dass dieses Gewaltakte zu langjährigen traumatischen Störungen führen. Zusätzlich wird das Opfer häufig von der Gemeinschaft oder seinem Ehemann verstoßen und damit von seinen Kindern getrennt.

»Voll Trauer und Scham gestehen wir ein«, so seinerseits Erzbischof Telesphore George Mpundu von Lusaka, Sambia, »dass die Frauen in Sambia allzu oft Opfer von Missbrauch und häuslicher Gewalt, manchmal bis zum Tod, werden. Wie sollen wir uns gegenüber kultureller Diskriminierung und gegenüber traditionellen Bräuchen und Gesetzen verhalten, die jegliche Objektivität gegenüber Frauen vermissen lassen?« Häufig sind die Frauen Opfer von traditionellen Praktiken wie Beschneidung, Polygamie oder Witwenriten. Dabei tragen sie in vielen Fällen die schwere Verantwortung für das tägliche Überleben der Familie. Auf ihren Schultern ruht die Last aller bewaffneten Konflikte, die den Kontinent zu zerreißen drohen.

Aber Opfer sein ist keineswegs die einzige Rolle von Frauen. Sie sind Handelnde, die Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung herbeiführen. Trotz allem haben sie einen untrüglichen Instinkt für das Leben ihrer Kinder und ihrer Familien. Um ihretwillen gehen sie mutig und aufrecht weiter. Als sich Benedikt XVI. auf seiner Reise nach Angola an die Vertreterinnen der katholischen Bewegungen wandte, die sich für Frauen einsetzen, bekräftigte er, dass »die Geschichte fast ausschließlich die Eroberungstaten von Männern auflistet, wo doch ein sehr großer Teil auf das entschlossene, beharrliche und nützliche Handeln von Frauen zurückgeht.« Vieles davon gibt es in Afrika. Frauen gestalten den Alltag, der durch den Kampf ums Leben und Überleben geprägt ist. In Kriegszeiten etwa zögern manche Frauen nicht, unter Einsatz ihres Lebens die Feldarbeit nachts zu erledigen, um weiterhin ihre Familien ernähren zu können. Hier ist das große Problem der harten Arbeit der Frauen in Afrika angesprochen.

Die Afrikasynode hob hervor, dass Frauen in Afrika häufig Opfer vielfältiger Gewalt und Ungerechtigkeiten sind. Und doch sind sie auch Handelnde, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung einsetzen.
FOTO: FRIEDRICH STARK

Die Frau – Lebenslunge der Gesellschaft und der Kirche in Afrika

Bei der Eröffnung der Synode hat Papst Benedikt XVI. Afrika mit Worten bezeichnet, die niemanden gleichgültig ließen: Afrika, die »spirituelle Lunge der Menschheit«, die zum Wohle aller des Schutzes bedarf. Wir führen dieses Bild weiter und wenden es auf die Frauen in der Gesellschaft und der Kirche Afrikas an, trotz aller Bedrohungen von außen, die sie niederdrücken. Die Synodenväter haben dies anerkannt und sich verpflichtet.

In unserem Alltag kämpft die Mehrzahl der afrikanischen Frauen gegen alle möglichen Kräfte, die sie ihrer Eigenständigkeit berauben und sie daran hindern, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. So produzieren und verkaufen sie 80 Prozent der Nahrung, vor dem Gesetz aber sind sie nicht in der Lage, die Felder, die sie bestellen, zu besitzen. Viele von ihnen verrichten ihre Arbeit ohne moderne Gerätschaften, ohne Ausbildung und ohne jegliche Hilfsmittel. Niemand gesteht dieser Arbeit einen monetären Wert zu. Da sie kein Gehalt beziehen, wird diese Arbeit auch nicht im Bruttosozialprodukt berücksichtigt. Wenn der Ehemann stirbt, kann seine Familie die Felder von der Frau zurückfordern – die Frau und ihre Kinder bleiben ohne jegliche Habe zurück. In Wirtschaft und Politik werden die wichtigen Entscheidungen zumeist von den Gesetzgebern und Ministern, meistens Männern, gefällt. Ein Fortschritt in der Entwicklung ist jedoch unmöglich, wenn die soziale Schicht der Frauen, die 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen, außer Acht gelassen wird. Ohne wirkliche Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen bleibt Entwicklung eine Fiktion.

Wo steht da die Kirche?

Es ist eine für alle bekannte, beinahe banale Feststellung: innerhalb weniger Jahre sind die Frauen in der Kirche von ihrem Status als »Sekretärinnen« und »Hilfen des Herrn Pfarrers « zu Verantwortlichen in allen Bereichen des kirchlichen Lebens geworden. Sie bilden den aktiven und wichtigsten Teil der Kirche. Sie sind die ersten Mitarbeiterinnen in der Evangelisierung. Wir können sie als das Rückgrat der christlichen Gemeinschaften bezeichnen, da sie den größten Teil der pastoralen und organisatorischen Arbeit verrichten. Diese immer aktivere, Verantwortungen übernehmende Präsenz ist mehr als eine Chance. Sie ist eine Gnade, denn es gibt eine besondere, mit dem Frausein verbundene Art, das Wort Gottes zu hören, das Evangelium zu verkünden, über das Leben und die Personen zu wachen. Die Fähigkeit zu diesem Engagement muss gestärkt und vermehrt in Betracht gezogen werden.

Wo heute Afrika einen so großen Wandel erfährt, kann die Frau, Lebenslunge Afrikas und vom Geist des Evangeliums durchdrungen, Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung verwirklichen. Als Kraft für den Frieden und die Versöhnung muss sie besser in die Bemühungen um Frieden einbezogen werden. Sie ist der neue Atem, der unsere Gesellschaft vor jenen Übeln erretten kann, die so tief verwurzelt und so bedrohlich sind: Gewalt, Machtstreben, Verachtung des Lebens, Kriege, Straflosigkeit, Menschenrechtsverletzungen und das Problem des Hungers. Von daher ruht das prophetische Engagement der Frauen in ihrer immer stärkeren Mitarbeit an der Mission der Kirche.

Proposition 47 fasst die Haltung der Bischöfe zur Situation der Frau zusammen. Sie »verurteilen alle Akte der Gewalt gegen Frauen, zum Beispiel die physische Gewalt, die Enterbung der Töchter, die Unterdrückung der Witwen im Namen der Tradition, die Zwangsehen, die Verstümmelung der Genitalien, den Frauenhandel sowie zahlreiche weitere missbräuchlichen Praktiken wie die Versklavung als Sexobjekte und den Sextourismus. Alle unmenschlichen und ungerechten Handlungen gegenüber Frauen werden ebenso verurteilt.« Was bedeutet diese Einschätzung für die Bischöfe?

Zusammenarbeit und Teilhabe

Die Frauen sind in der Kirche anwesend, und ihre Bedeutung ergibt sich nicht aus ihrer Anzahl, sondern aus ihrem bemerkenswerten Einfluss auf das Leben und die Mission der Kirche: liturgische Feiern, verschiedenste Versammlungen, Treffen und gemeinschaftliche Aktivitäten, Verbände und Bewegungen der Action catholique… Ein Schlüsselwort der Synode in Bezug auf die Frau ist das der »Mitarbeit« (»collaboration«). »Wir sähen gerne mehr Mitarbeit mit den kirchlichen Autoritäten in unserem kollegialen Bemühen, die Botschaft von Christus unserem Volk zu bringen«, betont frei heraus Schwester Felicia Harry, Generaloberin der Schwestern von Notre Dame des Apôtres, Ghana. Eine Mitarbeit nicht erst dann, wenn bereits getroffene Entscheidungen umgesetzt werden müssen, sondern eine echte Mitarbeit, die es der Frau erlaubt, an der Entscheidungsfindung teilzunehmen. Sie wünscht, nicht länger am Rand des Hauptkorpus der Kirche zu bleiben. Sie möchte endlich an der Verantwortung der Kirche teilhaben, auf unserem Kontinent Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit zu gewährleisten. Wie viele Frauen arbeiten täglich im Verborgenen für das Wohl Afrikas und für das Reich Gottes?

Über lange Zeit war die Kirche ausschließlich eine Männerkirche, obwohl es die Frauen sind, die häufiger in die Kirche gehen und sich dort ehrenamtlich engagieren. Für die Zukunft ist es eine große Herausforderung, dass die Frauen bewusst ihre Talente in die Kirche einbringen, ohne dass die Männer sich ihnen ängstlich entgegenstellen. Die Kirche in Afrika muss diese Gerechtigkeit zuerst in ihrem Inneren leben und den Platz und die Behandlung der Frauen in der Kirche ernsthaft neu bestimmen. Wie können insbesondere die in der Pastoral wirkenden Frauen stärker als bisher an den Entscheidungsfindungen beteiligt werden?

Lebensräume schaffen

In einem seiner pastoralen Schreiben betrachtet Edmond Djitangar, Bischof von Sarh im Tschad, den Kampf gegen die Frauenbeschneidung und gegen für die Frauen schädliche Bräuche für jeden verantwortlichen Christen als eine Pflichtaufgabe. Seine Position ist klar: »Die Praxis der Frauenbeschneidung ist von nun an in unserer Kirche-Familie Gottes verboten, denn sie stellt einen Angriff auf die Ganzheit der menschlichen Person, wie Gott sie geschaffen hat, dar. Wir verurteilen nicht die bereits beschnittenen Frauen, die Opfer der vergangenen Unwissenheit sind. Aber sie machen sich schuldig, wenn sie dies für einen guten Brauch halten und ihn fortsetzen.«3 Aber noch bleibt viel zu tun. Bei aller Anerkennung der Bemühungen um die Würde der Frau ist der besondere Beitrag der Frauen nicht nur zur Familie, als Ehefrauen und Mütter, sondern auch im sozialen Bereich anzuerkennen und zu fördern. Die Synode empfiehlt unseren Ortskirchen, über die allgemeinen Erklärungen, wie sie in Ecclesia in Africa zu finden sind, hinauszugehen und konkrete Strukturen einzurichten, um die Beteiligung der Frauen auf allen »angemessenen Ebenen« zu gewährleisten. Konkret bedeutet dies, die Angst vor einer neuen Dynamik zu überwinden und die Veränderungen in der Ausrichtung und in den Verantwortlichkeiten, ja in den Lebenskontexten zu akzeptieren. In diesem Sinne ist es dringend geboten,

  • den Respekt vor und die Würde der Frau zu fördern, indem ihr die nötigen Freiräume zugestanden werden, um ihre Fähigkeiten in den kirchlichen und gesellschaftlichen Strukturen, in der Planung und den Entscheidungsfindungen entfalten zu können. Hier ist die Tatsache zu unterstreichen, dass ohne diese volle und umfassende Beteiligung der Frauen auf den verschiedenen Ebenen ihrer Fähigkeiten die Arbeit für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden nicht zumZiel gelangen und die erwünschten Früchte tragen wird. Dies gilt sowohl für die Kirche als auch für die zukünftigen Gesellschaften Afrikas;
  • die Vereinigungen und Nichtregierungsorganisationen zu unterstützen, die für die Förderung der Frau durch Alphabetisierung und Erziehung kämpfen;
  • in den Diözesen ein Familienapostolat aufzubauen und zu verstärken und funktionierende und effektive Stellen für Frauenförderung einzurichten.

Ohne wirkliche Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen bleibt Entwicklung eine Fiktion. Die Afrikasynode bekräftigt, die Teilhabe von Frauen an Entscheidungsprozessen sowie die Ausbildung von Frauen zu fördern. Für den Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung ist dies unumgänglich. Das Foto zeigt Schwester Mary-Teresa Waceke mit dem Flüchtling Beatrice Nganga Mumbi (35, rechts) in der Kirche »St. Peter The Apostle« in Kikuyu, Kenia.
FOTO: FRIEDRICH STARK

Die Notwendigkeit der Ausbildung von Frauen in Afrika

In vielen Regionen sind Frauenorganisationen eine starke Kraft für das Apostolat der Kirche. Generell gilt es, den spezifischen Beitrag von Frauen auch im sozialen Bereich anzuerkennen. Viele afrikanische Frauen mühen sich heutzutage in ihrem sozialen und beruflichen Umfeld ab. Sie kämpfen um Anerkennung, um eine gerechtere Welt und um bessere Lebensbedingungen. Wenn die Bischöfe sich für konkrete Strukturen einsetzen, um die Beteiligung von Frauen auf allen »angemessenen Ebenen« zu gewährleisten, räumen sie damit auf verhaltene Art und Weise ein, dass das Schicksal Afrikas auch und vor allem in den Händen der Frauen liegt, die dem Kontinent einen neuen Elan geben sollen.

Keine Erneuerung jedoch ohne den Mut, zu denken. Um in Afrika anders leben und handeln zu können, muss man den Mut zum kreativen, innovativen und provozierenden Denken aufbringen. Von daher ergibt sich die Wichtigkeit von Zentren der Forschung und des Austauschs, der Reflexion und der soziokulturellen Kreativität, offen für alle. Für afrikanische Frauen existieren bereits einige solcher Institutionen.4 Sie bringen die Energie und die Sensibilität der Frauen ein, ohne den Männern irgendetwas wegnehmen zu wollen, zum Nutzen der Gesellschaft, aber auch der Kirche. Auf der Synode wurde von einigen explizit die Forderung gestellt, dass den Frauen eine qualitativ hochwertige Ausbildung zuteilwerde, damit sie ihre Verantwortung unabhängiger wahrnehmen und alle gesellschaftlichen Karrieren einschlagen können, von denen die traditionelle und die moderne Gesellschaft sie grundlos ausschließen. Sind die Frauen gut ausgebildet, können sie als aktive und gleichberechtigte Glieder der Kirche über ihre üblichen Aktivitäten hinaus eine noch größere Rolle spielen.

Das menschliche Leben in die Mitte allen Tuns stellen

Die Mission der Frauen ist anspruchsvoll, da sie eine Fähigkeit zur Initiative, zur Kreativität, zur Innovation und zur Ermutigung verlangt, um gegen die Kultur des Todes und der Gewalt angehen zu können. Zahlreiche christliche Frauen engagieren sich mutig in den verschiedenen Vereinigungen und Organisationen, die gegen die für die Frauen verheerenden traditionellen Praktiken kämpfen. Indem sie ihre weibliche Dimension beisteuern, verändern sie die Gesellschaft von innen heraus. Denn Gott hat sie mit besonderen Gaben ausgestattet, damit sie sich des Lebens annehmen können durch Gastfreundschaft, Großzügigkeit, Hingabe, Mitleid, Geduld, Voraussicht, Solidarität, Aufmerksamkeit und Verständnis. Für alle diese Werte steht die afrikanische Frau, sie sind unentbehrlich für den Schutz des Lebens und die Weitergabe der Botschaft des Heils für alle. In allen Bereichen, wo Frauen tätig zu werden aufgerufen sind, in der Familie, der Kirche, in Politik und Gesellschaft, geht es bei dem Kampf der Frauen darum, das menschliche Leben in die Mitte allen Tuns zu stellen.

ANNE BÉATRICE FAYE CIC
Ordensfrau und Theologin, Generaloberin der Congrégation des soeurs de Notre Dame de l’Immaculée Conception, Dakar, Senegal

ANMERKUNGEN

1 Unter Bezug auf die Nummern 20, 32, 59, 114 und 117 des Instrumentum Laboris unterstrichen mehrere Rednerinnen und Redner, wie wichtig der ungeheure Beitrag ist, den Frauen mit ihren Fähigkeiten ihrer Kirche leisten, sowie ihre Fähigkeit, humanisierende Beziehungen zu stiften.

2 Schwester Marie-Bernard Alima Mbalula, Sekretärin der Kommission Justitia et Pax der Kongolesischen Bischofskonferenz CENCO und der Vereinigung der zentralafrikanischen Bischofskonferenzen ACEAC, Kinshasa, sagte: »Gott hat die Frau mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, damit sie sich um das Leben kümmern kann. In der Tat sind Offenheit, Großzügigkeit, Hingabe, Mitleid, Zärtlichkeit, Geduld, Voraussicht, Solidarität, Aufmerksamkeit, Güte, Verständnis usw. Werte, die bei Frauen anzutreffen und für die Weitergabe des Lebens unersetzlich sind.

3 Msgr. Edmond Djitangar, Bischof von Sarh, Pastoralbrief vom 2. Februar 2004 »Für eine besondere Aufmerksamkeit der Kirche-Familie Gottes für die Frau in ihrer Mitte und in der Gesellschaft«.

4 Um nur einige Beispiele zu nennen: Die Association africaine pour la recherche et le développement (AFARD) zum Beispiel ist eine panafrikanische Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Dakar, Senegal. Sie unternimmt und unterstützt Forschungsarbeiten und Ausbildungskurse, um die ökonomischen, politischen und sozialen Rechte von Frauen zu fördern. Gegründet wurde sie im Jahr 1977 von einer kleinen Gruppe afrikanischer Forscherinnen, hat im Laufe der Zeit an Bedeutung gewonnen und ist heute mit 23 nationalen Gruppen (davon 21 in Afrika) in vielen Ländern des frankophonen, anglophonen, lusophonen und arabophonen Afrikas tätig. Zwei Gruppen in Amerika und Europa führt afrikanische Forscherinnen dieser Kontinente zusammen. Der Conseil pour le Développement de la Recherche en Sciences Sociales en Afrique (CODESRIA) ist eine andere panafrikanische Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Dakar. Sie hat durch eine Vereinigung mit dem Staat Senegal diplomatischen Status und kann so in aller Freiheit wirken. Das Insistut sur le Genre, das 1996 gegründet wurde, ist ein Aushängeschild im Programm des CODESRIA zum Thema Gender. Das Laboratoire Genre et Recherche scientifique am Institut Fondamentale d’Afrique Noire (IFAN) wurde als erstes Forschungszentrum zum Thema Gender an der Universität Cheikh Anta Diop de Dakar (UCAD) am 27.03.2007 gegründet.

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