Kein Krieg und kein Frieden Der vergessene Konflikt in der Casamance / Senegal corner

Kein Krieg und kein Frieden

Der vergessene Konflikt in der Casamance / Senegal

von MARTIN OTT

Seit fast 30 Jahren herrscht in der Casamance, dem südlichen Teil Senegals zwischen Gambia und Guinea-Bissau, ein blutiger Konflikt, der circa 5.000 Tote und unzählige Verletzte gekostet und mehr als 100.000 Menschen zu Flüchtlingen gemacht hat. Fast 800 Menschen sind durch Landminen verletzt, verstümmelt oder getötet worden. Seit dem Jahr 2010 kam es wieder zu verstärkten militärischen Einsätzen, als die senegalesische Regierung intensive Luftangriffe und Bombardierungen der Rebellenstützpunkte als Reaktion auf lang anhaltende Übergriffe der Rebellen durchführte. Der Casamance-Konflikt ist einer der längsten Konflikte Afrikas, er ist aber auch ein vergessener Konflikt: Die Kämpfe zwischen der senegalesischen Armee und den Rebellen der Unabhängigkeitsbewegung Movement des Forces Démocratiques de la Casamance (MFDC), die Opfer der Überfälle auf den Straßen und die Opfer der Landminen werden nur selten in den Pressmeldungen der internationalen Agenturen gewürdigt. Auf Phasen intensiver Kämpfe folgen Monate relativer Ruhe: die Casamance ist eine Region zwischen Krieg und Frieden – ohne Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konflikts: Unrealistisch ist das Ziel der MFDC auf einen unabhängigen Staat Casamance, unrealistisch das Vorgehen der senegalesischen Regierung, diesen Konflikt durch Waffengewalt zu beenden.

Die Leidtragenden des Konflikts sind nicht nur die Opfer der Gewalt, sondern die gesamte Bevölkerung der Casamance. Die grüne Reiskammer Senegals bleibt hinter ihren landwirtschaftlichen Möglichkeiten zurück, der einst so blühende Tourismus in einer der schönsten Gegenden Westafrikas ist fast zum Erliegen gekommen, mit massiven wirtschaftlichen Einbußen für die ganze Region. Bestimmte Regionen der Casamance, vor allem an den Grenzen zu Gambia und zu Guinea-Bissau, werden vom MFDC kontrolliert, das heißt die Menschen dort haben keinen Zugang zu staatlichen Diensten wie Erziehung, Gesundheit, Justiz oder Infrastruktur; das Land kann landwirtschaftlich nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden, von Sicherheitsfragen ganz abgesehen.

Der Beginn des Konflikts

Die Wurzeln des Konflikts reichen in die Kolonialgeschichte Senegals zurück, haben aber auch Anknüpfungspunkte an die kleinteilige, geographisch zergliederte und niemals von einem zentralen Königtum beherrschte regionale Kulturgeschichte. Die Diola, die Volksgruppe aus der die Unterstützer des MFDC vorwiegend kommen, waren schon immer freiheitsliebende Menschen, mit hoher Eigenorganisation auf dörflicher Ebene und einem kulturellen Widerstand gegen allem Einfluss »von außen«. Erste militärische Auseinandersetzungen mit der Zentralregierung gab es bereits während der französischen Kolonialzeit. Die Ideologen des MFDC sehen und sahen die Casamance nie als Teil des Senegal und bestehen auch darauf, dass die Franzosen während der Unabhängigkeitsverhandlungen vor 1960 mit Vertretern der Casamance ein eigenes Abkommen verhandelten, in dem der Casamance 20 Jahre nach der Unabhängigkeit Senegals von Frankreich eine eigene staatliche Souveränität zugestanden wurde; das entsprechende Dokument existiert – laut Auskunft der Historiker und Völkerrechtler – nicht, dient aber dem MFDC als quasi rechtliche Grundlage seines Freiheitskampfes. Der MFDC war und ist bis heute eine vielgliedrige und oft in sich gespaltene Bewegung aus einem zivilen und einem militärischen Arm, der Nord- und der Südfront, aus den in der Casamance und den in der Diaspora Ansässigen, vor allem in Frankreich, USA, Italien, aber auch Deutschland. Der eigentlich militärische Flügel (Atika, »Pfeil«) etablierte sich nach der brutalen Niederschlagung von friedlichen Demonstrationen von Schülern in Ziguinchor, der »Hauptstadt« der Casamance, am 18. Dezember 1983, der als »roter Sonntag« mit 50–200 Toten in die Geschichte einging und als Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen gilt. Die Inhaftierung der Anführer im Jahr 1982 hatte den Boden für den Gebrauch von Gewalt und Gegengewalt bereitet. Der MFDC baute eine Guerillaarmee mit leichten Waffen auf, wobei die Topographie der Casamance mit ihren Wäldern, Flussläufen und Mangroven militärische Operationen der senegalesischen Regierung erschwerte. Gewaltsame Übergriffe beider Seiten verschärften sich und fanden einen ersten blutigen Höhepunkt mit vielen Opfern in der ersten Amtszeit Abdou Dioufs (1980–1999) in den 90er Jahren. Opfer des Konflikts sind nicht nur die Kombattanten auf Seiten der Armee und der Atika. Menschrechtsorganisationen berichten von Menschenrechtsverletzungen, Folter, willkürlichen Festnahmen, das »Verschwinden-Lassen« von Personen und illegalen Hinrichtungen seitens des senegalesischen Militärs und der Rebellen. Auch der MFDC unterstreicht seine Erwartung an Unterstützung durch die Bevölkerung durch die Androhung von Gewalt und Mord. Nicht selten wurden Frauen das Opfer von Vergewaltigungen. Die Gräueltaten beider Seiten unterliegen selten einer strafrechtlichen Verfolgung, die Thematisierung von Verbrechen der Armee oder der Regierung (wie die Hinweise auf Massenerschießungen und Massengräber) sind tabuisiert und dürfen nicht offen diskutiert werden.

Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt ist nicht
unmittelbar sichtbar und doch prägt er das Leben der Einwohner der Casamance. Das Foto zeigt den
Fischmarkt im Hafen von Ziguinchor. FOTO: FRIEDRICH STARK

Die Internationalisierung des Konflikts

Der Casamance- Konflikt war seit seinem Beginn nie ein rein senegalesisches Problem. Zu Gambia und Guinea-Bissau gibt es nicht nur ethnische und historische Verbindungen; beide Staaten sind seit Beginn des Konflikts aktiv eingebunden, sei es durch die Einmischung Senegals in die bewaffneten Auseinandersetzungen in Guinea-Bissau, seien es die engen Verbindungen des MFDC mit Regierung und Militärs in Gambia und Guinea-Bissau; erst im Oktober 2010 wurde bekannt, dass eine Waffenlieferung aus dem Iran an den MFDC über den gambischen Präsidenten eingefädelt wurde. Eine starke politische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Verbindung von Banjul (Gambia), Bissau (Guinea) und Ziguinchor (Casamance) empfindet die senegalesische Regierung als eine Bedrohung für die Souveränität des Landes. Die tatsächliche politische und militärische Lage in Guinea-Bissau bleibt seit dem Bürgerkrieg 1998/99 unübersichtlich. Das senegalesische Militär unterstützte während des ersten Militärputsches die Zentralregierung in Bissau, während der putschende General Ansumane Mané mit der Südfront des MFDC kooperierte. Bei allen wechselnden politischen Konstellationen in den drei Ländern bleibt es doch ein konstanter Faktor, dass eine Lösung des Casamance-Konflikts nicht ohne die Einbeziehung der Nachbarn gefunden und erhalten werden kann.

Friedensverhandlungen – mit wem?

In den vergangenen 30 Jahren wurden zahlreiche Waffenstillstandsabkommen geschlossen, das letzte im Jahre 2004. Keines dieser Abkommen konnte einen dauerhaften Frieden herstellen. Die Gründe für die immer wieder scheiternden Friedensbemühungen sind vielfältig. Da ist zum einen die unübersichtliche Aufspaltung des MFDC in den kämpfenden Teil (Atika), die zivile Bewegung und die politisch sehr aktive Diaspora. Der militärische Flügel selbst ist in sich gespalten: Neben der Südfront unter dem Führer César Atoute Badiate hat sich in der letzten Zeit die Nordfront unter Salif Sadio zur aggressiven und kompromisslosen Fraktion entwickelt, die jede Verhandlung mit der Zentralregierung ablehnt und staatliche Institutionen, vor allem die Armee, verstärkt angreift. Hinzu kommen kleine Gruppen und sogenannte Dissidenten, die sich von den großen Gruppen abgespalten haben und in wechselnden Allianzen kämpfen, manchmal auch gegeneinander. In der Presse, vor allem in Internetplattformen, verlautbaren Vertreter des MFDC aus dem Senegal und aus der Diaspora ihre politischen Erklärungen, mit oft unklarem Mandat und ohne Abstimmung mit anderen Gruppen. Spätestens seit dem Tod des langjährigen Führers der Rebellion, des katholischen Priesters Abbé Augustin Diamancoune Senghor im Januar 2007, hat der MFDC keine nach außen erkennbare Führung; verschiedene Fraktionen machen Ansprüche auf Führungspositionen und auf das »genuine« Erbe des verstorbenen Priesters für sich geltend. Es ist unklar, wer im MFDC eigentlich welches politische und/oder militärische Ziel verfolgt. Ist die Unabhängigkeit der Casamance, also ein souveräner Staat, wirklich noch das Ziel des MFDC? Ist es eine strategische, aber keine realpolitische Option? Welche Kompromisse würde/könnte der MFDC bei Verhandlungen eingehen? Wer spricht eigentlich mit welchem Mandat? Auf diese Fragen gibt es keine transparenten und verbindlichen Antworten. Dieser Mangel an Strategie und die komplexe Fraktionierung der MFDC machen Verhandlungen fast unmöglich. Zudem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass einzelne Rebellenführer den bewaffneten Konflikt weiterführen, weil er ihnen selbst politische und ökonomische Vorteile verschafft (»war economy«). Wie viele Kriminelle sich als Trittbrettfahrer anhängen und Raubüberfälle auf Reisende als Kampfhandlungen des MFDC verkaufen wollen, ist schwer abzuschätzen. Für den senegalesischen Staat, sowohl unter den Präsidenten Léopold Senghor (1960–1981) und Abdou Diouf (1981–2000), aber auch dem seit dem Jahre 2000 amtierenden Präsident Abdoulaye Wade, ist die Unabhängigkeit der Casamance kein Thema. Er verfolgt eine Politik der »Austrocknung« des Konflikts und finanziert sogar Rebellengruppen, wenn es deren weiterer Zersplitterung dient. Zur gleichen Zeit gab und gibt der Staat beziehungsweise die Armee militärischen Lösungen den Vorrang vor politischen Lösungen. Der Senegal gilt in Afrika als ein Hort der Stabilität und der Demokratie, und vor allem der jetzige Präsident ist darauf bedacht, dieses Bild des Senegals zu erhalten. Unbedingt vermieden wird daher eine »Internationalisierung « des Konflikts, das heißt eine Berichterstattung über den Bürgerkrieg im Süden oder die Einbeziehung ausländischer Organisationen und Mediatoren.

Von staatlichen Diensten wie Erziehung und Bildung, Gesundheit, Justiz etc. sind die Bewohner der Casamance
praktisch abgeschnitten. Das Foto zeigt eine Schule, die trotz aller Widrigkeiten versucht, den Kindern den
Schulunterricht zu ermöglichen. FOTO: HANNES STEGEMANN

Kulturelle, wirtschaftliche und politische Konfliktpotentiale

An der Oberfläche erscheint der Casamance-Konflikt zunächst als ein Kampf um die Autonomie der Region; er nährt sich aber aus verschiedenen Konfliktpotentialen. Die Casamance blickt auf eine lange Tradition der Unabhängigkeitsbewegungen zurück. Seit Beginn der portugiesischen Kolonisation 1645 über die französische Kolonialzeit bis zur Erlangung der Unabhängigkeit 1960 widersetzte sich vor allem das Volk der Diola staatlicher Autorität und Kontrolle. Im Jahre 1943 führte eine junge Frau, Aline Sitoé Diatta, einen Aufstand gegen die französische Kolonialmacht an und wurde so zur berühmtesten Widerstandskämpferin gegen den Kolonialismus im Senegal. Die Diola stellen die Mehrheit der Kämpfer des MFDC, aber man kann nicht von einer einzig auf Initiative der Diola geführten Unabhängigkeitsbewegung sprechen. Die Diola leben vorwiegend in der Casamance, aber auch in den angrenzenden Ländern Guinea-Bissau und Gambia. Insgesamt ist die Casamance heute ein Schmelztiegel vieler Völker. Eine wichtige Dimension des Konflikts schürt sich aus dem Gegensatz zum Norden Senegals, wo vor allem die Wolof und ihre Sprache Alltagsleben und senegalesische Regierung dominieren. Auch ist der Islam im Nordsenegal stärker verbreitet. In der Casamance finden sich neben einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit circa 20 Prozent Katholiken und circa 8 Prozent Animisten. Das Senioritätsprinzip, der Fetischkult, und die Bedeutung der heiligen Wälder (Bois Sacrés) sind wichtige Eckpfeiler einer Casamance-Identität, die sich vom »Norden« abgrenzt. So wird der senegalesischen Regierung immer wieder mangelnder Respekt gegenüber der lokalen Kultur und die Missachtung der magisch-religiösen Dimension der Kultur vorgeworfen. Die Zerstörung von heiligen Wäldern bei Kampfhandlungen wird denn auch als ein Angriff auf die kulturell- religiöse Identität der Region empfunden. Die Kolonialgeschichte führte dazu, dass der Senegal fast vollständig durch Gambia geteilt wird und einzig im Osten eine Landverbindung besteht. Der infrastrukturelle Zugang zu dem wirtschaftlichen Zentrum im Norden mit seiner Hauptstadt Dakar ist geographisch erschwert. In sozioökonomischer Hinsicht hindern die an natürlichen Ressourcen reiche Region diese Enklavenlage und die schlecht entwickelte Infrastruktur in ihrer Entwicklung. Die Menschen fühlen sich vom Norden dominiert und marginalisiert. Der Regierung werden die Vernachlässigung der südlichen Landesteile und die zu geringen Investitionen in dieser Region vorgeworfen. Andererseits schuf die verstärkte Zuwanderung aus dem Norden in das landwirtschaftlich ertragreiche Gebiet und willkürliche Landvergaben an »Fremde« neue Konflikte in einer Kultur, in der traditionell Wälder und Boden unverkäuflich sind. Der Erdnussanbau, der weniger zur Subsistenzwirtschaft als zur Exportsteigerung dient, wurde durch den Norden etabliert und führte durch großflächige Rodungen zur Auslaugung und schließlich zu einer Versalzung des Bodens, und somit zur Knappheit der landwirtschaftlich genutzten Flächen im Reisanbau. Neben dem Reis stützt sich die wirtschaftliche Kraft der Casamance auf den Fischfang. Dieser ist durch die Überfischung der Weltmeere bedroht. Durch den seit nunmehr 30 Jahre schwelenden Konflikt ist der Tourismus fast ganz zum Erliegen gekommen. Zu diesen wirtschaftlichen Problemen und Konfliktgründen gesellten sich weitere Entwicklungen, die die Grundlagen zum Ausbau einer Kriegsökonomie legten. Kämpfer des MFDC nutzen mehr und mehr Überfälle auf Reisende, um ihre Versorgung zu sichern oder um sich zu bereichern. Drogenhandel und Waffenhandel existieren, aber – entgegen oft geäußerter Vermutungen – auf einem relativ niedrigen Niveau. Kämpfer des MFDC besorgen sich ihre Waffen vor allem aus Guinea-Bissau und Gambia; am großen Drogenhandel der südamerikanischen Kartelle, der vor allem in Guinea-Bissau floriert, haben der MFDC und die Casamance keinen erkennbaren Anteil, wohl aber am Kleinhandel mit dem lokal angebauten Cannabis.

Ein Projekt der Nahrungsmittelsicherheit wird von der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit Caritas
international in der Casamance durchgeführt. FOTO: HANNES STEGEMANN

Wird die Kirche Frieden ermöglichen?

Nach fast 30 Jahren ist kein Ende des Konflikts in Sicht. »Die Regierung hat weder den Krieg noch den Frieden gewonnen «, resümiert ein langjähriger Beobachter des Konflikts. Militärisch kann der Konflikt nicht entschieden werden, für eine politische Lösung gibt es keinen politischen Willen. Die Bevölkerung ist kriegsmüde. Vor allem aus der Zivilgesellschaft mehren sich Stimmen und Initiativen, um ein Ende des Konfliktes herbeizuführen. Bisher ohne Erfolg! Ein Hauptgrund für diesen Zustand bleibt die Haltung der Regierung Wade, die nicht willens ist, einen ernsthaften Friedensprozess in Gang zu setzen. Die Zersplitterung und die politische Perspektivlosigkeit seiner Führer machen es zudem schwer, überhaupt einen mandatierten Vertreter des MFDC zu identifizieren. Bei der Suche nach glaubhaften Vermittlern werden immer wieder auch Vertreter der Religionsgemeinschaften genannt: Scheiks, Priester und Bischöfe. Die katholische Kirche hat auf Grund der historischen Verflechtungen mit dem MFDC und nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass der letzte von allen anerkannte Führer des MFDC ein katholischer Priester war und es immer noch enge persönliche Kontakte zwischen Katholiken und dem MFDC gibt, eine besondere Verpflichtung. In der Diözese Ziguinchor gibt es unter Laien und Priestern, Jugendlichen und Frauen, verschiedene Initiativen, die sich um eine Förderung des Friedens bemühen. Der Erzbischof von Dakar, Kardinal Théodore-Adrien Sarr, hat vor einigen Monaten eine Einladung verschiedener Gruppen angenommen und begonnen, mit Vertretern verschiedener Gruppen in der Casamance Gespräche zu führen, um Möglichkeiten für einen Friedensprozess auszuloten. Er tut dies, nach eigener Aussage, auch mit dem Segen des Staatspräsidenten. Es bleibt abzuwarten, ob seine Initiative Erfolg haben wird. Es kommt nicht nur auf sein moralisches Mandat an, das der Kardinal zweifelsohne hat und das man ihm zugestehen wird. Die alles entscheidende Frage ist: werden der Kardinal oder andere Vermittler auch das politische Mandat der Regierung und des MFDC bekommen, um einen transparenten und vom Willen der Konfliktparteien getragenen Friedensprozess voranzutreiben? Jeder Monat und jedes Jahr, in dem die Casamance keinen Frieden findet, verliert die Region ihre klügsten Köpfe in die Diaspora und lassen die wirtschaftliche Entwicklung stagnieren. Viele Menschen erhoffen sich, dass die Präsidentschaftswahlen im Senegal im Frühjahr 2012 den Druck auf Präsident Wade erhöhen, sein Selbstverständnis als afrikanischer Führer durch eine Pazifisierung des eigenen Landes glaubwürdig zu untermauern.

MARTIN OTT
Theologe, Projektleiter der GIZ in Ziguinchor in der Casamance / Senegal

Fischer in ihrem Einbaum im Mangrovenwald auf dem Fluss Casamance bei Ziguinchor. Das gesamte Gebiet ist durch
Flussläufe und Mangrovenwälder geprägt und letztlich nicht zu kontrollieren. FOTO: FRIEDRICH STARK

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