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Pakistan

Gedenken an Salman

Gedenken an den ermordeten Gouverneur Salman Taseer am 04.01.2012 in Lahore. Die Teilnehmer fordern die umgehende Freilassung eines Sohnes des Ermordeten, der Anfang Dezember 2011 entführt worden ist.
FOTO: UCAN PHOTO SERVICE

Kampf gegen Blasphemiegesetze soll fortgeführt werden

Mehrere hundert Menschen haben sich am 04. Januar in Lahore zusammengefunden, um an die Ermordung des pakistanischen Gouverneurs Salman Taseer zu erinnern, der am 04. Januar 2011 von seinem Leibwächter ermordet worden war. Salmann Taseer hatte sich für die Abschaffung der so genannten Blasphemiegesetze ausgesprochen. Studenten, Rechtsanwälte und Menschenrechtsaktivisten schlossen sich der Familie des Ermordeten während einer Mahnwache an einer vielbefahrenen Kreuzung der Stadt an. Vertreter der »Nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden« der katholischen Bischofskonferenz, des pakistanischen Bündnisses von Minderheiten sowie Vertreter des Zentrums für Menschenrechtserziehung haben sich erneut gegen die Blasphemiegesetze ausgesprochen und die umgehende Freilassung einer der Söhne Taseers gefordert, der einen Monat zuvor entführt worden war.

Während der Mahnwache erklärten Kinder des Ermordeten: »Wir sind von seinem Blut, wir werden seine (Taseers) Mission weiterführen.«

Wie UCANews am 05. Januar berichtete, hatten sich zur gleichen Zeit an einem anderen Ort der Stadt etwa 1.000 Islamisten versammelt, um dem Attentäter Mumtaz Qadri ihre Solidarität zu bekunden. Ihrer Meinung nach habe der Mörder lediglich den islamischen Gesetzen Folge geleistet und sei deshalb freizusprechen. Des Weiteren forderten sie die Herausgabe der Tatwaffe, da diese nun als ein Objekt mit »heiliger Bedeutung « anzusehen sei.

Während dieser Kundgebung forderten die Teilnehmer zudem die umgehende Hinrichtung von Aasia Bibi, eine Christin, die wegen Blasphemie zum Tode verurteilt worden ist und für die sich Gouverneur Taseer eingesetzt hatte.

Zwei Wochen zuvor hatten sich etwa 1.000 Menschen in Lahore zu einer Protestkundgebung versammelt, um für die Freilassung von Aasia Bibi zu beten. »Viele Organisationen wollen sie tot sehen; unsere Mitarbeiter benötigen ebenfalls euer Gebet, da wir ständig Bedrohungen erhalten«, so Sohail Johnson, Koordinatior von »Sharing Life Ministry Pakistan«, einer Organisation, die sich um Christen in Haft kümmert und ihnen finanzielle und rechtliche Hilfe gibt. Zurzeit unterstützt diese Organisation 25 Familien, auch die von Aasia Bibi, und fördert die Schulausbildung von 97 Kindern. Die Familie Aasia Bibis fürchtet auch weiterhin um ihr Leben und ist deshalb schon vor einiger Zeit untergetaucht.

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