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PAKISTAN

Minderheiten fordern Gesetz zum Verbot von Zwangsbekehrungen

Oberster Gerichtshof versagt im Schutz religiöser Minderheiten

Christliche Anwälte und Aktivisten haben den Obersten Gerichtshof Pakistans für sein Versagen kritisiert, Frauen religiöser Minderheiten vor erzwungenen Bekehrungen zu schützen. Zugleich fordern sie von der Regierung einen gesetzlichen Schutz der Minderheiten.

Peter Jacob, geschäftsführender Direktor der bischöflichen Kommission »Gerechtigkeit und Frieden« und langjähriger Autor von »Forum Weltkirche«, erklärte während eines Konsultationstreffens mit christlichen Rechtsanwälten Ende Mai, dass Frauen religiöser Minderheiten beständig bedroht seien, entführt und gezwungen zu werden, sich zum Islam zu bekehren.

»Die religiösen Minderheiten werden ständig bedroht, was zur Folge hat, dass sie zögern, ihren Frauen zu erlauben, eine berufliche Tätigkeit auszuüben. Sie befürchten, ein Familienmitglied zu verlieren «, so Jacob.

Nach Ansicht von Peter Jacob habe der Oberste Gerichtshof darin versagt, religiöse Minderheiten zu schützen, indem er es ablehnte, eine Petition des pakistanischen Hindu-Rates entgegenzunehmen. Diese Petition fordert ein Gesetz gegen die zwangsweise Bekehrung von Frauen religiöser Minderheiten.

Peter Jacob bezeichnet es als ein Versagen des Gerichts, in der Frage der Verschleppung und Zwangsbekehrung von drei Hindu-Frauen nicht tätig zu werden. Die betroffenen Frauen haben daraufhin entschieden nicht zu ihren Familien zurückzukehren.

Bereits im vergangenen Monat hatte das Gericht entschieden, dass die drei angeblich entführten und an muslimische Männer verheiratete Frauen alt genug seien selbst zu entscheiden, bei ihren Männern zu bleiben oder sie zu verlassen.

Gemäß den Daten der bischöflichen Kommission sind seit dem Jahr 2000 1.415 Personen zum Islam zwangsbekehrt worden, darunter 554 Christen, 220 Ahmadis, 622 Hindu und 4 Sikhs. Weitere 15 Personen, deren religiöse Herkunft nicht bekannt ist, wurden ebenfalls zwangsbekehrt.

Haroon Suleman Khokhar, ebenfalls Anwalt, wies während des Treffens darauf hin, dass es einen Zusammenhang gebe zwischen den Blasphemiegesetzen und den Zwangsbekehrungen. »Auf die Opfer wird Druck ausgeübt. Entweder sie bekehren sich zum Islam oder aber sie werden der Blasphemie angezeigt.«

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