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DR KONGO / DEUTSCHLAND

Menschenrechtspreis für afrikanischen Erzbischof

Erzbischof Franc¸ois-Xavier Maroy Rusengo aus Bukavu (DR Kongo) erhält den diesjährigen Menschenrechtspreis der Stadt Weimar.
FOTO: MISSIO / BETTINA FILTNER

Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar wird an den kongolesischen Erzbischof Franc¸ois-Xavier Maroy Rusengo verliehen. In der Begründung des Komitees heißt es, dass Erzbischof Maroy sich unter Einsatz seines Lebens für Frieden und Versöhnung in der Demokratischen Republik Kongo engagiere, wo seit 1996 die blutigsten Konflikte seit dem 2. Weltkrieg wüten.

Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit kämpfen im Osten Kongos ruandische Rebellen, die Mai- Mai-Kämpfer und die kongolesischen Regierungssoldaten gegeneinander. Gleichzeitig haben sie einen gemeinsamen Feind: die Zivilbevölkerung. Plünderungen und brutalste Vergewaltigungen von Kindern, Frauen und Männern ereignen sich Tag für Tag.

Mit Unterstützung des katholischen Hilfswerks missio hat Erzbischof Maroy für notleidende Menschen in der Region Trauma-Zentren aufgebaut. Durch seine Friedensmission ist er selbst ins Visier der Kriegstreiber geraten. Bei einem Angriff von Rebellen auf das Bischofshaus verfehlte eine Kugel nur knapp den Kopf des katholischen Geistlichen. In den vergangenen Jahren wurden mehrere seiner Mitarbeiter entführt und getötet. Auf offener Straße wurde sein Vorgänger, Erzbischof Christophe Munzihirwa, erschossen.

Erzbischof Maroy spricht offen über die Ursachen des Krieges und die Verstrickungen der westlichen Welt. Das bitterarme Land Kongo gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Diamanten und Gold kommen von hier. Eine wahre Schatzgrube sind die Coltan-Minen im Osten. Dieses seltene Mineral wird für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt. Erzbischof Maroy klagt an, dass die Rebellen gezielt jene Gebiete erobern, wo das wertvolle Coltan zu finden sei. Vergewaltigungen würden als Waffe eingesetzt, um die Familien aus den Abbaugebieten zu vertreiben. So fliehen die Menschen aus ihren Dörfern. Dann können die Bodenschätze ausgebeutet und illegal exportiert werden. Über geheime Kanäle wird das Coltan unter Weltmarktpreisen angeboten. Mit den Gewinnen werden Waffen gekauft und der Krieg finanziert. »Wenn man weiß, dass man Coltan verwendet oder kauft, für das eine ganze Dorfgemeinschaft niedergemetzelt worden ist, dann sollte dies doch zum Nachdenken anregen und dazu führen, dass diese Art des Einkaufs eingestellt wird«, fordert Erzbischof Maroy.

Die Preisverleihung an Erzbischof Maroy findet am 10. Dezember in Weimar statt.

(S. a. das Interview mit Erzbischof Maroy auf S. 13 in dieser Ausgabe: »Vergessen von der Weltgemeinschaft!«) Weitere Informationen finden sich unter www.menschenrechtspreis.de .

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