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CPA kontert Kritik des Vatikans

Lu Guocon, früherer Vorsitzender der Katholischen Patriotischen Vereinigung (CPA) in der Provinz Guangdong und Vizepräsident der CPA, wirft dem Vatikan »politische Spielchen« vor. Allein der Vatikan habe die Verantwortung dafür zu tragen, dass es eine Spaltung innerhalb der katholischen Kirche Chinas gegeben
habe, die bis heute anhält.
FOTO: UCANEWS

Papst werde von seinen Mitarbeitern fehlgeleitet

Ein hochrangiger Vertreter der von der chinesischen Regierung kontrollierten Katholischen Patriotischen Vereinigung (CPA) hat die jüngste Kritik des Vatikans zurückgewiesen, dass das kommunistische Regime die Unterscheidung zwischen Staat und Kirche nicht achte. Demgegenüber klagt Lu Guocun, der über drei Jahrzehnte Vorsitzender der CPA in der Provinz Guangdong und zudem Vizepräsident der CPA auf nationaler Ebene war, den Vatikan an, »politische Spielchen zu betreiben« und das Glaubensleben der chinesischen Katholiken zu überwachen.

In einem Gespräch mit UCANews am 14. August äußerste sich Lu Guocun zu den aktuellen Spannungen zwischen China und dem Vatikan, die sich nach der Weihe von Thaddeus Ma Daqin zum Weihbischof von Shanghai entluden (Vgl. Forum Weltkirche 5–2012, S. 5). Während der Bischofsweihe hatte der neu geweihte Bischof Ma bekannt gegeben, dass er die CPA verlassen werde. Seitdem, so wird berichtet, befinde er sich in »Exerzitien« im Sheshan Seminary. Sein Fall hatte weltweite Beachtung gefunden, zum Unmut der chinesischen Führung.

Nach Ansicht von Lu Guocon sei der Rücktritt von Bischof Ma von allen Ämtern der CPA seine persönliche Entscheidung. »Wenn er eine Show veranstalten will, dann kann er dies tun.« Jedoch, so Lu, sei es das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit während der Ankündigung Bischof Mas gewesen, das die chinesischen Autoritäten verärgert habe.

Bezug nehmend auf die jüngsten Kontroversen hinsichtlich der Bischofsernennungen in China und der Partizipation von illegalen Bischöfen an den vom Vatikan genehmigten Bischofsweihen, wirft Lu dem Vatikan vor, dass er seit den 50er Jahren für die Spaltung der chinesischen Kirche verantwortlich sei. Zu diesem Zeitpunkt nämlich habe der Heilige Stuhl damit gedroht, selbst gewählte und geweihte Bischöfe der chinesischen Kirche, die nicht die Zustimmung des Vatikans hatten, zu exkommunizieren, trotz eines Mediationsversuches des damaligen chinesischen Premiers Zhou Enlai. Roms Haltung habe sich seit diesem Zeitpunkt in keinster Weise geändert. »Rom spielt mehr politische Spielchen als China«, so Lu.

Lu betont auch, dass seiner Überzeugung nach »der Papst niemals gegen die chinesische Bevölkerung noch die kommunistische Regierung« sei, jedoch von seinen Assistenten und Mitarbeitern fehlgeleitet werde, die »andere Vorstellungen haben, die kommunistische Partei nicht mögen und bereit sind, alles nur mögliche gegen sie zu unternehmen«.

Wenn der Vatikan wirklich ernsthaft Gespräche mit China führen wolle, dann könnte ein vereinbarter »Mechanismus« hinsichtlich der Bischofsernennungen gefunden werden, wie er auch in Vietnam eingeführt worden sei. Vietnam hatte erst jüngst diplomatische Beziehungen mit dem Vatikan aufgenommen. In vergangenen Jahren hatten beide Seiten sich auf einen Weg geeinigt, der die Ernennung von Bischöfen aus einer Liste von Kandidaten ermöglicht, denen beide Seiten zustimmen.

Nach Ansicht des CPA-Vertreters habe der Vatikan die Verantwortung für die Konflikte, denn »der Vatikan hat von vornherein die CPA abgelehnt«. Es sei notwendig, dass der Vatikan seine Voreingenommenheit ablege und stattdessen Gespräche führe, wenn er das Wachstum der chinesischen Kirche unterstützen wolle.

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