März / April 2013 INFORMATIONEN corner

Myanmar

Kirchenführer rufen zum Frieden auf

Ein Verletzter nach einem Luftangriff von Regierungstruppen im Kachin-State. Erstmals hat der Regierungschef nun zugegeben, dass das Gebiet der Kachin auch von Kampfflugzeugen der Armee angegriffen werde. FOTO: UCANEWS

Erklärung folgt der Eskalation der Kampfhandlungen im Kachin-State

Katholische und protestantische Kirchenführer in Myanmar haben am 17. Januar erstmals seit sehr langer Zeit einen gemeinsamen Aufruf zum Frieden im Norden des Landes veröffentlicht. Sie fordern die beteiligten Parteien auf, den Konflikt zu beenden und eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern.

Bischof John Hsane Hgyi, Präsident der katholischen Bischofskonferenz Myanmars, und Yin Yin Maw, Präsident des ökumenischen Rates der Kirchen Myanmars, forderten in ihrer Erklärung eindringlich eine Beendigung der Bombardierung und der Artellerieangriffe durch Regierungstruppen. Zudem fordern sie den Zutritt von internationalen unabhängigen Beobachtern in das Kampfgebiet.

»Alle beteiligten Parteien sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren. Wenn nötig, sollten unabhängige und neutrale Moderatoren die Gespräche anleiten. Frieden ist möglich!« – so die Kirchenvertreter.

Kirchenführer in Myanmar haben sich nur sehr selten zu den vielen Konflikten im Land öffentlich geäußert, aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen des Regimes. Unter der Militärherrschaft ließ die Regierung keine andere Meinung gelten. Erst seit dem Beginn des Reformprozesses ist es auch den Kirchen möglich, öffentlich Stellung zu beziehen.

Gegenüber UCANews erklärte Bischof Sumlut Gam aus der Diözese Banmaw im Kachin-State: »Wir hätten früher Stellung beziehen sollen, indem wir mehr Aufrufe zum Frieden hätten veröffentlichen sollen. Um ehrlich zu sein, ist es nun eine sehr späte Antwort auf die dramatische Situation im Norden.«

Demgegenüber sieht der Generalsekretär des ökumenischen Rates der Kirchen den Zeitpunkt für richtig an. Schließlich haben die Kirchenleitungen sicherstellen wollen, dass nach eingehender Beratung auch die richtige Botschaft in der Öffentlichkeit zu vernehmen sei.

Mehr als 100.000 Menschen sind seit Beendigung des 17-jährigen Waffenstillstandes im Juni 2011 vertrieben worden. Das Gebiet wird vor allem von Christen bewohnt.

Trotz der Zusage des Staatspräsidenten Thein Sein, dass die Armee die Kämpfe einstellen werde, eskalierte der Konflikt in den vergangenen Wochen. Erstmals hat die Regierung zugegeben, dass die Armee Luftangriffe durchgeführt habe. Bereits zuvor hatten Menschenrechtsorganisationen immer wieder betont, dass die Armee das Gebiet der Kachin mit Hilfe von Kampfflugzeugen bombardiere, was stets von der Regierung abgestritten worden war.

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