September/Oktober 2013 PAKISTAN corner

PAKISTAN

Bischof verurteilt Hass in Schulbüchern

Erzbischof Joseph Coutts verurteilt die hasserfüllte Propaganda gegen säkulare Einrichtungen und Nicht-Muslime in offiziellen Schulbüchern Pakistans.
FOTO: KNA-BILD

Immer mehr Schülbücher in Pakistan verbreiten Hass gegen andere Religionen

Erzbischof Joseph Coutts hat Kirchenmitglieder aufgefordert, verzerrende und hasserfüllte Textpassagen in Schulbüchern Pakistans anzuzeigen. Während einer Konferenz in Karachi am 10. Juli 2013 mit dem Titel »Erziehung zum Frieden« betonte Coutts: »Ich lade alle Menschen unserer multi-religiösen, multi-ethnischen, mehrsprachigen und multi-kulturellen Gesellschaft ein, die Initiative zu ergreifen und auf andere zuzugehen, um sie über den Fanatismus in Schulbüchern aufzuklären.«

Jüngste Untersuchungen der Nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (NCJP) der pakistanischen Bischofskonferenz verweisen auf unzählige Textpassagen in offiziellen Schulbüchern, die dazu geeignet seien, Hass und Misstrauen insbesondere gegenüber säkularen Einrichtungen, aber auch gegen Nicht-Muslime zu schüren.

NCJP hebt in seinen Untersuchungen hervor, dass solche Textpassagen in Schulbüchern massiv zugenommen haben. In Schulbüchern, die von den staatlichen Behörden der Provinz Punjab herausgegeben wurden, fanden sich im Jahr 2009 45 solcher Texte. Im Jahr 2012 sei die Zahl bereits auf 122 angestiegen. In der Sindh-Provinz habe sich die Zahl hasserfüllter Texte im gleichen Zeitraum verdoppelt.

Peter Jacob, geschäftsführender Direktor von NCJP, erklärt gegenüber UCANews: »Im Jahr 2009 haben wir noch drei Bücher identifizieren können, die sich jeglicher hasserfüllter Propaganda enthalten hatten. Im Jahr 2012 enthielten auch diese Bücher entsprechende Texte.« Als Beispiele führt Jacob folgende Texte an: In einem Kapitel über die Vereinten Nationen stellt ein von der Regierung der Provinz Punjab genehmigtes Buch zu sozialen Studien fest: »Die meisten nicht-muslimischen Nationen dieser Welt waren immer gegen Muslime.« Und in einem Buch der Provinz Sindh heißt es zum gleichen Thema: »Wie es ihre Gewohnheit ist, haben Hindus bei jeder nur sich bietenden Gelegenheit Muslime betrogen.«

Die Forscher der Untersuchung verweisen darauf, dass die Schulbücher insgesamt sehr einseitig die Realität weltweit wahrnehmen. Im Mittelpunkt stünden Kriege, Diskriminierungen und Verschwörungen gegen Muslime. Verschiedene Nationen werden als »Feinde der Muslime« beschrieben.

Taj Haider, Generalsekretär der Volkspartei Pakistans in der Provinz Sindh, sagte während der Konferenz Erzbischof Coutts seine Unterstützung zu. »Es ist wirklich eine schwierige Aufgabe, aber wir versichern NCJP all unsere Unterstützung, um diese hasserfüllten Texte aus Schulbüchern zu entfernen. Indem wir es nämlich zulassen, solche Texte zu veröffentlichen, planen wir nicht nur, andere zu zerstören; wir begehen Selbstmord und töten unsere eigene Nation.«

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