September/Oktober 2013 INDONESIEN corner

INDONESIEN

Präsident verspricht, sich für Schiiten einzusetzen

Mitglieder der schiitischen Gemeinde von der Insel Madura sind Hunderte von Kilometern mit ihren Fahrrädern in die Hauptstadt Jakarta gefahren, um auf diese Weise gegen die Gewalt gegen Schiiten zu protestieren. Zudem fordern sie die Rückkehr in ihre Dörfer. Im vergangenen Jahr wurden diese von Sunniten niedergebrannt, die Schiiten wurden von der Regierung andernorts angesiedelt.
FOTO: UCANEWS

Vertriebene Schiiten sollen in ihre Dörfer zurückkehren können

Präsident Susilo Bambang Yodhoyono hat nach einem Treffen mit Vertretern der schiitischen Gemeinschaft in Indonesien zugesichert, dass jegliche Anstrengungen unternommen würden, um 235 im vergangenen Jahr aus ihren Dörfern in Ost-Java vertriebenen Schiiten die Rückkehr in ihre Dörfer zu ermöglichen.

Fünf Repräsentanten der schiitischen Gemeinschaft wurden am 14. Juli vom Staatspräsidenten zu einem Gespräch eingeladen, nachdem sie im Juni durch einen Fahrradprotest (etwa 150 Schiiten waren mit Fahrrädern von ihrer Heimat in Ost-Java mehrere Hundert Kilometer in die Hauptstadt Jakarta gefahren) auf ihre Situation aufmerksam gemacht hatten.

Nach dem Treffen erklärte Ahmad Hidayat, Vorsitzender der indonesischen Organisation Ahlul Bait, dem Dachverband der indonesischen Schiiten, dass der Staatspräsident versprochen habe, dass alle vertriebenen Schiiten in ihre Heimatdörfer zurückkehren könnten.

Etwa 65 schiitische Familien waren im vergangenen Jahr in einen Nachbardistrikt umgesiedelt worden, nachdem Sunniten ihre Dörfer attackiert und ihre Häuser niedergebrannt hatten.

Seit diesen Angriffen haben Schiiten die Sicherheitsbehörden immer wieder aufgefordert, für ihren Schutz zu sorgen und sicherzustellen, dass sie in ihre Dörfer zurückkehren können. In dem betreffenden Distrikt erklärten demgegenüber Sprecher der Sunniten, dass sie die Schiiten nur willkommen heißen würden, wenn sie sunnitische Muslime würden.

Die Situation der Schiiten in Indonesien hat die Aufmerksamkeit der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wie auch des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf auf sich gezogen. Beide Organisationen haben inzwischen die indonesische Regierung aufgefordert, religiöse Minderheiten im Land zu schützen.

Inzwischen erklärte die Regierung Indonesiens, dass ein Versöhnungsteam unter der Leitung von Abdul A’la, Rektor des Surabaya Sunan Ampel State Institute of Islamic Studies und beaufsichtigt von Staatpräsident Susilo Bambang Yodhoyono, versuchen werde, eine Lösung des Konfliktes zu vermitteln.

Während einer Pressekonferenz am 16. Juli erklärte der Minister Djoko Suyanto, zuständig als koordinierender Minister für politische, rechtliche und Sicherheitsfragen, dass die Regierung zwei Optionen habe. Entweder die Rückkehr der Schiiten in ihre Dörfer, soweit es vor Ort keine massiven Widerstände gebe, oder aber die Ansiedlung der betroffenen Schiiten an einem anderen Ort in der näheren Umgebung ihrer Heimat.

»Wir haben bisher keine Entscheidung getroffen. Es wird zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Versöhnungsteam und der Regierung Ost-Javas zu diskutieren sein. Mit Sicherheit werden wir uns dafür einsetzen, Alternativen zu finden.«

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