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PAKISTAN

Mindestens 81 Tote bei Anschlag auf Kirche

Bischofskonferenz verurteilt Anschlag als »beschämenden Akt der Feigheit«

Bei einem Selbstmordattentat vor einer Kirche kamen in der pakistanischen Stadt Peshawar am 22. September nach einem Gottesdienst mindestens 81 Menschen ums Leben.
FOTO: KNA-BILD

Mindestens 81 Menschen wurden durch zwei Selbstmordattentäter vor einer Kirche in Peshawar am 22. September getötet, was zu Protesten von Christen im gesamten Land führte. Sie werfen der Regierung vor, völlig zu versagen, wenn es um den Schutz von Minderheiten geht.

Nach den furchtbaren Bombenanschlägen wird erwartet, dass die Zahl der Toten noch weiter steige, da von den 150 Verletzten zahlreiche in einem kritischen Zustand seien. Der Anschlag auf die anglikanische Kirche »Allerheiligen « in Peshawar ist einer der schlimmsten Terroranschläge gegen Christen in der Geschichte Pakistans.

»Zwei Selbstmordattentäter haben sich vor der Kirche ›Allerheiligen‹ in die Luft gesprengt, als die Gemeindemitglieder nach dem Sonntagsgottesdienst die Kirche verließen«, so Polizeichef Ali Ababkhel gegenüber Journalisten.

Jundallah, eine mit den pakistanischen Taliban in Verbindung stehende Terrororganisation, hat die Verantwortung für den Anschlag übernommen und erklären lassen, dass dieser Anschlag eine Vergeltung für die Drohnenangriffe der USA sei.

»Sofern und solange die Drohnenangriffe nicht gestoppt werden, fahren wir fort, wo auch immer wir eine Gelegenheit finden, Nicht-Muslime anzugreifen «, ließ der Sprecher von Jundallah, Ahmed Marwat, erklären.

Premierminister Muhammad Nawaz Sharif hat das Bombenattentat scharf verurteilt und zeigte sich geschockt. »Terroristen haben keine Religion. Der Angriff auf unschuldige Menschen widerspricht der Lehre des Islam und der Lehre jeder Religion.«

Aufgebrachte Christen haben nach dem Bombenanschlag im gesamten Land Straßen blockiert, um gegen diesen Terroranschlag zu protestieren. In vielen Orten ist es zu Protesten gegen die Regierung gekommen.

Erzbischof Joseph Coutts aus Karachi, Präsident der pakistanischen Bischofskonferenz, hat die Bombenanschläge aufs Schärfste verurteilt. »Unschuldige Männer, Frauen und Kinder anzugreifen, während sie in der Kirche beten, ist ein beschämender Akt von Feigheit.« Den Familien der Opfer sprach er sein tiefes Mitgefühl und seine Solidarität aus und kündigte an, dass alle kirchlichen Schulen und Hochschulen vom 23.–25. September als Zeichen der Trauer und des Protestes im gesamten Land geschlossen bleiben. Gedenkfeiern für die Opfer werden im gesamten Land durchgeführt. Zugleich forderte Erzbischof Coutts alle Christen im Lande auf, Ruhe zu bewahren und auf jegliche Gewalt zu verzichten.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz verlangt zudem von der Regierung, umgehende Schritte einzuleiten, um die Verantwortlichen für diesen Anschlag zur Verantwortung zu ziehen. Zudem fordert er von der Regierung umgehende Maßnahmen, um Gotteshäuser aller religiösen Minderheiten Pakistans im gesamten Land zu schützen.

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