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PHILIPPINEN

Bischöfe fordern die Regierung wegen massiver Korruption heraus

Politiker werden des »Terrorismus« gegen die Armen angeklagt

Demonstranten protestieren Ende August in Manila gegen die Korruption von
Staatsbeamten, Parlamentsabgeordneten und Regierungsmitgliedern.
FOTO: UCANEWS

Die katholische Bischofskonferenz der Philippinen hat die Regierung dazu aufgefordert, die Korruption zu beenden und die Integrität des öffentlichen Amtes wieder herzustellen.

»Jeder Regierungsvertreter und Staatsbeamte, angefangen bei den untersten Ebenen bis hin zu höchsten Regierungsmitgliedern, müssen beweisen, dass sie die Anrede ›ehrenwert‹ überhaupt verdienen«, so Erzbischof Jose Palma, Präsident der katholischen Bischofskonferenz.

Palma veröffentlichte am 05. September einen Hirtenbrief, in dem die »Politik der Vetternwirtschaft« als unmoralisch und »Akt des Terrorismus« gegen die Armen im Land verurteilt wird. Insbesondere die so genannten »pork barrel funds« der Parlamentarier würden dieses System fördern. Diese Fonds sind ursprünglich für Entwicklungsprojekte im gesamten Land vorgesehen. Jedoch würden sich Politiker und skrupellose NGOs schamlos an diesen Geldern bereichern.

In seinem Hirtenbrief betont Palma, dass die politische Krise des Landes auch die Gelegenheit bieten könnte, dass die politischen Führer sich ihrer Verantwortung stellten und deutlich machten, dass sie für einen radikalen Wandel bereit seien, zum Wohle aller Bürger.

»Als Verwalter sollten Führungspersönlichkeiten gegenüber dem Volk Transparenz sicherstellen und offen dafür sein, Rechenschaft abzulegen. Eine Krise bietet immer auch die Chance auf einen Neuanfang«, so Palma.

Alle Bürger guten Willens, insbesondere die Katholiken, rief der Erzbischof auf, nicht untätig rumzustehen. »Wir können keine guten Christen sein, wenn wir nicht auch gute Bürger sind. Und dies erfordert in einer Demokratie die Partizipation und auch die Wachsamkeit. Dies tun wir nicht nur während der Wahlen, sondern jederzeit. Deshalb ist es nur richtig, wenn Bürger Rechenschaft und Transparenz einfordern«, so Palma.

Verschiedene Parlamentarier sind in einen 230 Millionen US Dollar Betrug des »pork barrel fund« involviert. Ihnen wird vorgeworfen, Gelder in die eigene Tasche gesteckt zu haben oder aber angeblichen NGOs überlassen zu haben, die aber nur zu Betrugszwecken von Politikern oder im Auftrag der Politiker gegründet worden seien.

Hunderttausende Bürger hatten bereits am 26. August in der Hauptstadt Manila gegen die Korruption der politischen Elite protestiert. Weitere Proteste wurden angekündigt.

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