»Dem Wort erlauben, uns zu formen« Der monastische interreligiöse Dialog mit schiitischen Musli corner

»Dem Wort erlauben, uns zu formen«

Der monastische interreligiöse Dialog mit schiitischen Muslimen

von BR. MAXIMILIAN NUSINDAI OSB

Erste Schritte sind gemacht, der Dialog katholischer Mönche und Nonnen mit schiitischen Geistlichen und Gelehrten hat zu mehreren Zusammenkünften geführt. Dass katholische Mönche und Nonnen in den Iran reisen, um dort mit hochrangigen Geistlichen und Gelehrten der Schiiten in den Dialog zu treten, scheint angesichts der heutigen politischen Realitäten fast genauso irreal wie umgekehrt die Reise hochrangiger schiitischer Geistlicher und Gelehrter nach Rom. Und doch hat dies fern der medialen Öffentlichkeit stattgefunden. Der folgende Beitrag zeigt die Anfänge dieses so besonderen Dialoges auf, stellt die Frage nach der Motivation und Inspiration für diesen Dialog und reflektiert das Selbstverständnis von Mönchen, denen zunächst einmal der interreligiöse Dialog nicht unbedingt als Priorität erscheint.

Dialogtreffen in Qum/Rom
FOTO: BR. MAXIMILIAN MUSINDAI OSB

Der Beginn

Ein Treffen zwischen dem damaligen Abt der Abtei Ampleforth in Nord-Yorkshire in England, Timothy Wright OSB, mit Dr. Mohammad Ali Shomali, zu jener Zeit im Jahr 2001 Promotionsstudent in England, kann als Beginn des monastisch-muslimischen Dialogs angesehen werden. Zwischen den beiden entwickelte sich sehr schnell eine Freundschaft, die dazu führte, dass Wright seinen Freund Shomali einlud, den Mitbrüdern in der Abtei einen Vortrag zu halten. Die Präsentation Shomalis öffnete vielen Mönchen die Augen, die bis dahin, wenn überhaupt, nur sehr wenige Beziehungen zu muslimischen Gelehrten und Geistlichen hatten. Im Gegenzug lud Shomali den damaligen Abt Timothy Wright nach Qum im Iran ein, wo dieser einen Vortrag im »Ayatollah Khomeini Institute for Education and Research« hielt. Ihre beiderseitigen Erfahrungen bei diesen beiden Ereignissen waren trotz aller Bedenken von Freundlichkeit und Herzlichkeit geprägt. Die Tugend der Gastfreundschaft war im Spiel. Indem sie einen Vorgeschmack davon erhalten haben, was die Zukunft anzubieten hat, vereinbarten sie ein weiteres Treffen, das im Jahr 2003 in der Abtei Ampleforth unter Einbeziehung des Heythrop College der Universität London stattfand. Dieses wichtige Treffen, das katholische Mönche und Nonnen sowie Schiiten aus dem Iran zusammenbrachte, bildet die Grundlage dessen, was zu einem Weg der Freundschaft und des Vertrauens zwischen diesen beiden sehr alten und berühmten spirituellen Traditionen wurde, zwei Traditionen, die über Jahrhunderte voneinander getrennt waren, ohne einander zu kennen.

Die Gespräche des ersten Treffens konzentrierten sich auf Fragen der Spiritualität und Theologie. Obgleich dieses erste Treffen vor allem Mönche und Nonnen involvierte, zudem einige wenige Laien, hat es großes Interesse bei katholischen Medien in Großbritannien auf sich gezogen. Die katholische Wochenzeitschrift »The Tablet« titelte denn auch: »Erste große Begegnung von katholischen Theologen mit schiitischen Geistlichen und Gelehrten in England«. Nach diesem ersten Treffen folgten zwei weitere, die sich mit Fragen von Glaube und Vernunft sowie Ethik befassten.

In den Jahren 2002, 2003 und 2004 haben die schiitischen Freunde Mönche und Theologen aus England eingeladen, in verschiedenen Instituten in Qum Vorträge zu halten. Mit Studierenden dieser Fakultäten bot sich bei diesen Gelegenheiten der informelle Dialog an. Die Besucher berichteten übereinstimmend von der außerordentlichen Gastfreundschaft der schiitischen Freunde.

Im September 2011 erfolgte ein wichtiger und historischer Schritt in der Beziehung dieser beiden Traditionen. Eine wichtige Konferenz wurde an der Primatialabtei von St. Anselmo in Rom, dem Sitz der benediktinischen Welt, abgehalten. Historisch deshalb, weil es die Bereitschaft der benediktinischen Konföderation verdeutlichte, sich der Herausforderung zu stellen und auf unsere Brüder und Schwestern des islamischen Glaubens zuzugehen. Um diese Bereitschaft zu betonen, hat Abtprimas Dr. Notker Wolf an allen Sitzungen teilgenommen. Diese Konferenz wurde gesponsert, dank der Hilfe von Fr. William Skudlarek OSB, durch »Monastic Interreligious Dialogue« (DIM), eine internationale Organisation, die den Dialog zwischen Mönchen und Mitgliedern anderer Religionen auf der Ebene der spirituellen Praxis fördert und unterstützt. An der Konferenz in Rom nahmen Schiiten aus dem Iran und England teil, Professoren, Dokto randen und Absolventen von Universitäten und Seminaren in Qum. Von christlicher Seite nahmen Mönche aus neun verschiedenen Ländern Afrikas, Europas und Nordamerikas teil.

Im September 2012 fand eine weitere Konferenz, diesmal in Qum im Iran, statt. An dieser Begegnung nahmen in erster Linie die Teilnehmer der Konferenz von Rom teil, zusätzlich weitere Vertreter der Schiiten. Abtprimas Dr. Notker Wolf führte die Delegation der Mönche an. Die Aufnahme der Delegation in Qum war bemerkenswert. Begegnungen und der Austausch mit verschiedenen hochrangigen Persönlichkeiten der Schiiten zeigten uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Sieben Trappistenmönche aus dem Kloster Tibhirine am Fuße des Atlas in Algerien wurden im April 1996 entführt und in die Bergregion von Medea verschleppt. Zwei Monate später wurden sie ermordet. Das Bild zeigt sie mit einer Pilgergruppe.
FOTO: KNA-BILD

Warum die Begegnungen?

Ich nenne zwei Faktoren, die unseren Dialog beeinflussen.

1. Frithjof Schuon (Orientalist und Religionsphilosoph):

»Eine der raisons d’etre des Islam ist genau die Möglichkeit einer »Kloster-Gesellschaft« (»monasterysociety «), soweit dieser Begriff zulässig ist: er drückt aus, dass der Islam darauf abzielt, das kontemplative Leben in das Gefüge einer Gesellschaft als Ganzes zu transportieren. Es gelingt in der Erkenntnis innerhalb der Rahmenbedingungen von Strukturen und Verhalten, die eine kontemplative Isolation inmitten der Aktivitäten der Welt erlauben. Der bekannte Ausdruck »kein Mönchtum im Islam« (…) bedeutet in Wirklichkeit nicht, dass sich kontemplative Menschen von der Welt zurückziehen, sondern im Gegenteil, dass sich die Welt nicht von kontemplativen Menschen zurückziehen darf; das intrinsische Ideal des Mönchtums oder des Eremitentums, und zwar die Askese und das mystische Leben, werden in keinster Weise von diesem Ausdruck berührt.« (Vgl. Rob Baker, Gray Henry: Merton and Sufism; Louisville Fons Vitae 2005, S. 322).

Es wird sehr deutlich, dass Freundschaft zwischen Muslimen und christlichen Mönchen möglich ist. Die Tür dahin ist die Bereitschaft jedes einzelnen, von seiner religiösen Praxis und Erfahrung zu sprechen, jeder einzelne, und zuzuhören, um vom anderen zu lernen. Das obige Zitat stellt eine sehr wichtige Frage: »Warum ist das Mönchtum von einer Religion ausgeschlossen, die dennoch die Mystik, asketische Disziplin und den Heiligenkult besitzt?« (vgl. Monks and Muslims: Monastic and Shi’a Spirituality in Dialogue; Muhammad A. Shomali and William Skudlarek (ed.), Liturgical Press, Collegeville, Minnesota 2012).

2. Das Zeugnis von Christian de Chergé und der Kommunität der Trappisten von Tibhirine (Algerien)

Am 27. März 1996 hat eine Gruppe von Islamisten die Trappisten von Tibhirine angegriffen und sieben Mönche entführt. Zwei Trappisten, die sich an einem anderen Ort aufgehalten hatten, überlebten und konnten die Geschichte erzählen. Die Trappisten wurden zwei Monate lang gefangen gehalten und schließlich am 21. Mai 1996 ermordet. Einige von Ihnen mögen den mit internationalen Preisen ausgezeichneten Film von 2010 über die Trappisten von Tibhirine in Algerien gesehen haben (»Von Menschen und Göttern«). Dieser Film gibt einen Einblick, wie sich die Ereignisse an jenem schicksalhaften Tag entwickelt hatten. Erlauben Sie mir im Folgenden eine Reflexion von Timothy Wright OSB zu zitieren, die entstanden ist, nachdem er den Film gesehen und sich mit dem Schicksal der Trappisten beschäftigt hatte.

»An einer Stelle in diesem Film sagt der Prior Christian de Chergé: ›Wildblumen werden überall gesät; nur Gott kann sie wachsen lassen.‹ Diese Aussage brachte mich dazu, über die Bedeutung eines katholischen Klosters, das im Herzen eines muslimischen Landes existiert, in der unwirtlichen Umwelt der Halbwüste, im undefinierten Niemandsland des algerischen Bürgerkrieges, zu reflektieren. Warum dort? Die islamische Welt besitzt viele Ort, die wesentlich friedlicher sind. Auch die westliche Welt besitzt viele andere Orte, die friedlicher sind. Die westliche Welt hat muslimische Gemeinschaften, mit denen Mönche in den Dialog eintreten können.

Aber, so zeigt es der Film, in dieser unwirtlichen Umgebung haben die Mönche die Zusage von Freundschaft angeboten, die medizinische Hilfe für so viele Hilfsbedürftige, die wirtschaftliche Unterstützung durch ihre kommerzielle Landwirtschaft, all dies untermauert durch eine Einheit des Glaubens mit einem Gott, der sich kümmert, der durch Gebet erreichbar ist und für den Freundschaft und Gastfreundschaft Zeichen der göttlichen Präsenz sind. Mönche in dieser Umgebung sind wahrhaft wie Wildblumen. Die Freundschaft und der Respekt, den die örtliche muslimische Gemeinschaft den Mönchen entgegengebracht hat, war ein Zeichen dafür, dass Gott dieseWildblumen wachsen ließ.

Später im Film gibt es eine Szene, die den Prior Christian und zwei weitere Mönche zeigt, wie sie sich mit den lokalen Führern der örtlichen Bevölkerung von Tibhirine treffen und sie um ihre Meinung bitten, ob sie bleiben sollten oder nicht. Die algerischen Behörden hatten die Mönche aufgefordert, den Ort zu verlassen, damit sie nicht auch noch auf der Liste ermordeter Christen landen. ›Wir sind wie Vögel auf einem Ast‹, sagt einer der Mönche. ›Nicht wissend, ob wir bleiben sollen, fliegen sollen oder gar wegfliegen.‹ Daraufhin entgegnet die Ehefrau des örtlichen Vorstehers der Gemeinschaft: ›Nein, wir sind die Vögel, ihr seid der Ast. Wenn ihr geht, verlieren wir unseren Halt.‹

Dieser Austausch unterstreicht die besondere Bedeutung dieser monastischen Gemeinschaft für die lokale Gemeinschaft der Muslime. Die Mönche lebten mit ihnen und teilten mit ihnen, und sie teilten ihr einfaches Leben, sie beteten vergleichbare sich wiederholende Gebete, und sie boten jegliche Hilfe, die sie schenken konnten, der Bevölkerung an. Sie waren keine Nutznießer, wenn sie ein Hospital oder eine Schule errichteten. Ein göttlicher Plan hat diese beiden Gruppen zusammengebracht, die, aus der göttlichen Perspektive betrachtet, beide zutiefst mit Gott verbunden waren, der ein liebender, ein barmherziger und ein vergebender Gott ist. Aus ihrer Perspektive wird an Gott erinnert, wenn jeder von ihnen offen war für die göttliche Präsenz, offenbart im Nachbarn. Ihrem Gelübde der stabilitas loci für das Kloster Tibhirine verpflichtet, waren die Mönche nicht sicher, ob sie bleiben oder weggehen sollten, zumindest bis die Gewalt abgeebbt sei. So drückt es Bruder Christophe aus: ›Ich bin nicht ins Kloster gekommen, um Teil eines kollektiven Suizids zu werden.‹ Aber in den Worten der muslimischen Frau – ›wenn ihr geht, verlieren wir unseren Halt‹ – haben die Mönche den Ruf Gottes vernommen, der sie aufruft, ihrem Gelübde treu zu bleiben. Der göttliche Geist in ihren Herzen hat die Frage geklärt. Es konnte keine Abreise erfolgen.

Für die Menschen von Tibhirine war die Entführung und Ermordung der Mönche ein tiefer Schock. Ihre Art zu leben, inmitten einer Halbwüste, wurde noch zerbrechlicher, aber mehr als alles andere wurde ihr starker Glaube an Gott erschüttert. Das Wort, das dem Propheten geoffenbart worden war – Wort des Trostes und der Liebe, der Barmherzigkeit und Hingabe – ist entstellt worden. Sie konnten nicht länger ihre Sorgen mit ›ihren‹ Mönchen teilen, deren Glaube ihren eigenen bestätigte. Sie verloren ihren Ast und damit die Unterstützung, die ihnen auf unterschiedlichen Ebenen zuteil geworden war.«

Während des Besuchs in Qum/Iran.
FOTO: BR. MAXIMILIAN MUSINDAI OSB

Die Tragödie von Tibhirine öffnet den monastischen Dialog

Die Mission der Mörder war es, alle Ausländer loszuwerden. Glücklicherweise hatten die Täter nichtsahnend eine wichtige und historische Tür für den Dialog zwischen Mönchen und Muslimen geöffnet. Die Mönche hatten bewiesen, dass die Regel des Hl. Benedikts ein unverzichtbares Werkzeug für den spirituellen Dialog mit Muslimen darstellt, oder mit den Worten von Timothy Wright »für den Dialog monastischer Spiritualität mit dem Islam«. Die obige Erfahrung öffnete den Mönchen eine Tür für eine wichtige Realität, nämlich dass der Dialog mit Muslimen Teil ihrer Berufung ist. Als Mönche können wir dieser Mission nicht entfliehen, denn wir sind diejenigen, die auf diesem Gebiet kompetent sind, in Anbetracht des Schatzes, den wir mit der Regel des Hl. Benedikts besitzen.

Die muslimische Spiritualität ist nicht weit entfernt von einer monastischen Spiritualität. Beide betonen wir regelmäßige Gebete, verteilt über den gesamten Tag zu einer festgelegten Zeit. Beide betonen wir die Bedeutung sowohl des individuellen als auch des Gebetes in der Gemeinschaft. Wir lesen, meditieren und betrachten (Lectio Divina) das Wort Gottes. All dies aus einem einzigen Grund, um Gott zu preisen, den Einen, den Schöpfer und Barmherzigen, der der Menschheit geoffenbart worden ist. Den Christen durch die Inkarnation: Gott ist Fleisch geworden. Den Muslimen durch die Illibration: in einem Buch; Gottes Wort wurde zu einer Rede, gesprochen in Arabisch und niedergeschrieben im Hl. Koran.

Der monastische Lebensstil hängt von vier wesentlichen Säulen ab: Gott begegnen durch die Lectio Divina, gut strukturierte Gebete über den ganzen Tag hinweg, körperliche Arbeit, um den Lebensunterhalt zu verdienen, und schließlich die Hingabe zur eigenen Kommunität. Diese vier Säulen fassen zugleich den Lebensstil eines gläubigen Muslims zusammen. An diesem Punkt findet der Dialog zwischen Muslimen und Mönchen Zuspruch. »Als Mönche sind wir bestrebt, mehr zu lernen, indem wir teilen statt zu lehren, nicht indem wir das Wort lehren, sondern indem wir dem Wort erlauben, uns zu formen, nicht indem wir debattieren, sondern indem wir auf die Inspiration hören, die uns von anderen gegeben wird. In dieser Hingabe zum Dialog, begegnen wir einander, nicht mit lauten Stimmen und cleveren Phrasen, sondern mit den Herzen, die erweitert worden sind durch die Liebe, inspiriert durch das Wort Gottes.« (Auszug aus der Rede von Timothy Wright OSB während der Abschlusszeremonie der Konferenz von Rom, 2011)

Während der Konferenz des monastisch-schiitischen Dialogtreffens im Jahr 2011 in Rom.
FOTO: BR. MAXIMILIAN MUSINDAI OSB

Themen des Dialogs mit schiitischen Theologen und Geistlichen

Wir einigten uns auf eine Bandbreite von Themen, über die wir uns austauschen. Die beiden involvierten Parteien stimmen diesen Themen zu, nachdem zuvor eine breit angelegte Konsultation stattgefunden hat. Diese Themen werden dann Mitgliedern zugeteilt, die wiederum entsprechende Präsentationen vorbereiten. Zu diesen Themen gehören folgende: Offenbarung, Lectio divina, Gebet, öffentliches Gebet, Zeugnis innerhalb der Gemeinschaft, Zeugnis in der Welt, Dialog, Freundschaft etc. Ein und dasselbe Thema wird je einem Mönch und einem Mitglied der Muslime zugeteilt, die dann von ihrem jeweiligen religiösen Hintergrund und ihrer Erfahrung her das Thema präsentieren.

Eine Metapher für den Dialog

Auf dem Berggipfel ist Gott; der Eine, Schöpfer, Allmächtige und Barmherzige, den sowohl Muslime als auch Mönche bekennen. Auf den beiden gegenüberliegenden Seiten des Berges befinden sich zwei Bergsteiger, der Mönch und der Muslim. Diese beiden Bergsteiger stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen aufgrund der unterschiedlichen Routen, die sie genommen haben. Aber sie stehen als Freunde miteinander in Kontakt, verbunden miteinander durch das gleiche Seil (die Stimme Gottes). Ihre Verbundenheit ist unerlässlich, denn sie hilft dabei, die Balance der beiden Bergsteiger aufrechtzuerhalten, die bemüht sind, ähnliche Schritte hin zum Gipfel zu machen, und sie hilft dabei, ein Ungleichgewicht zu verhindern, das zum Absturz eines der Bergsteiger führen könnte. Um die Balance aufrechtzuerhalten, muss es eine tiefe Freundschaft, Vertrauen und ein aufmerksames Hören auf den anderen geben. Freundschaft und Vertrauen wird gestärkt, während sie dem Gipfel näher kommen. Während sie immer höher steigen, erkennen sie, dass die Stimme Gottes und die des anderen immer klarer werden, verglichen mit dem Zeitpunkt, als sie sich auf den Weg gemacht hatten. Die Klarheit der Stimme wird zur Motivation, weiter zu klettern, trotz der Ermüdung. Hierin liegen unsere Hoffnungen trotz der Herausforderungen, die sich in unserer Mission stellen.

Ausblick

Die internen Statistiken offenbaren, dass der Dialog mit dem Islam zu einer der letzten Prioritäten vieler monastischer Kommunitäten gehört. Nur sehr wenige sind interessiert und auch engagiert in diesem Dialog, wenn überhaupt, dann nur auf der Ebene von Freundschaft und der Kooperation in praktischen Fragen. Dies macht es jedoch extrem schwer, ein tieferes spirituelles Verständnis vom Islam zu erlangen. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Prior Christian de Chergé eine tiefe und angemessene intellektuelle und spirituelle Ausbildung in islamischen Fragen durch sein Studium am Päpstlichen Institut für Arabische und Islamische Studien (PISAI) in Rom besaß. Seine Studien an dieser renommierten Einrichtung ermöglichten ihm, in seinen Konferenzen immer wieder Bezug auf den Koran zu nehmen, etwas, was die muslimische Gemeinschaft sehr schätzte. Für diese Art von Dialog, damit er Früchte bringt, ist eine solche Ausbildung notwendig. Im Jahr 2009 erkannte die benediktinische Kongregation von St. Ottilien die Notwendigkeit dieser wichtigen Mission und entschied, mich als einen ihrer Mönche aus Kenia an dieses renommierte Institut zu senden. Ich bin nach Christian de Chergé erst der zweite Mönch aus dem westlichen Mönchtum, der diese Ausbildung am PISAI machen kann. Ich hoffe und bete, dass in der Zukunft noch mehr Mönche diesen Weg der Ausbildung einschlagen, so dass wir als Team diese noble Mission des Dialogs mit Muslimen bereichern können.

BR: MAXIMILIAN MUSINDAI OSB
Gebürtig aus Kenia; gehört dem Benediktinerkloster in Tigoni an, ist Mitglied der Kongregation der Missionsbenediktiner von St. Ottilien, absolviert z. Zt. ein Promotionsstudium am Päpstlichen Institut für Arabische und Islamische Studien (PISAI), Mitglied des monastischen interreligiösen Dialogs mit Schiiten

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