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INDONESIEN

»Präsident hat versagt, uns zu schützen«

Aktivisten, die die Rechte und den Schutz indonesischer Migranten im Ausland einfordern, haben am 17. Dezember 2013 vor dem Präsidentenpalast in Jakarta protestiert und dem indonesischen Staatspräsidenten Susilo Bambang Yudhoyono vorgeworfen, nichts für den Schutz indonesischer Wanderarbeiter zu tun.
FOTO: UCANEWS

Migrantenverbände verurteilen die Gewalt gegen indonesische Wanderarbeiter

»Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hat darin versagt, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um indonesische Wanderarbeiter im Ausland zu schützen.« Dies haben Aktivisten am 17. Dezember, dem Tag der Migranten, dem indonesischen Staatspräsidenten während einer Protestveranstaltung vor dem Regierungssitz vorgeworfen.

Daten von »Migrant Care« zeigen, dass im Jahr 2013 weltweit 1.249 indonesische Wanderarbeiter durch Gewaltübergriffe durch ihre Arbeitgeber, durch Unfälle aufgrund fehlender Arbeitsschutzmaßnahmen, durch fehlende medizinische Versorgung und durch Schießereien ums Leben gekommen sind. Im Jahr zuvor waren es 1.012 Personen. Die meisten Todesfälle ereigneten sich in Malaysia (910), gefolgt von Saudi- Arabien (232) und Hongkong (23).

»Gemäß unseren Daten gehen wir davon aus, dass täglich drei – vier Wanderarbeiter sterben müssen« – so Anis Hidayah, Executive Director von »Migrant Care« am 18. Dezember gegenüber UCANews. Hidayah hebt den Fall der 32-jährigen Esther Ria hervor, die als Hausmädchen in Malaysia tätig war und nach wochenlanger Folter durch ihren Arbeitgeber gestorben ist. »Eine Vielzahl von Blutergüssen und Brandmalen, verursacht durch Zigaretten, waren auf ihrem ganzen Körper verteilt.« Nach Aussage von Hidayah erleiden Wanderarbeiter aus Indonesien zahlreiche Ungerechtigkeiten. So werde ihnen sehr häufig der Lohn vorenthalten. Tausende von Wanderarbeiter klagen über sexuelle Belästigungen und sexuellen Missbrauch.

Wahyu Susilo, Analystin von »Migrant Care«, betont, dass auch weiterhin Wanderarbeiter aus Indonesien Opfer zahlreicher Menschenrechtsverletzungen werden, da die indonesische Regierung darin versagt hat, konkrete Schritte zu ergreifen, um diesem Problem Herr zu werden.

Im April 2012 hat die indonesische Regierung das internationale Abkommen der Vereinten Nationen zum Schutz der Rechte aller Migranten und ihrer Familien ratifiziert. »Seitdem sind jedoch keinerlei signifikante Maßnahmen ergriffen worden, um die Rechte der Wanderarbeiter zu sichern, weder durch eine aktive Policy, noch durch diplomatische Bemühungen«, so Susilo.

Indonesische Migranten werden vor ihrer Ausreise, so die Antwort der indonesischen Regierung, durch Ausbildungsprogramme und Kurse auf ihre Auslandstätigkeit vorbereitet. »Wir ermutigen sie, nicht zu schweigen, wenn sie Belästigungen oder Gewalt am Arbeitsplatz erleiden«, erklärte Reya Usman, zuständige Generaldirektorin des indonesischen Ministeriums für Arbeit und Transmigration.

Schätzungsweise sechs Millionen indonesische Staatsbürger arbeiten als Migranten im Ausland. »Während wir uns bemühen, ihnen alle nur mögliche Hilfe zukommen zu lassen, versuchen wir zudem, die ministeriellen Abläufe zu verbessern.«

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