Inwiefern tötet diese Wirtschaft? … oder warum der Papst nicht irrt, sondern lediglich Perspek corner

Inwiefern tötet diese Wirtschaft?

… oder warum der Papst nicht irrt, sondern lediglich Perspektivität fordert

von WOLF-GERO REICHERT

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos maßgebliche Akteure des Neoliberalismus und der Politik zusammenbringt und die weltweite wirtschaftliche Globalisierung fördert, fordert Papst Franziskus einen Perspektivwechsel: Wirtschaftsprozesse und -entwicklungen aus der Sicht der
Armen und der Opfer ungerechter Systeme zu betrachten.
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Für Marc Beise verstellt die scharfe Kritik, die Papst Franziskus in seinem pastoralen Schreiben Evangelii Gaudium am globalen Wirtschaftssystem übt, »den Blick auf die positive Kraft des Kapitalismus «. Er schreibt in einer der bedeutendsten Tageszeitungen der Bundesrepublik, der Süddeutschen, dass »der Papst irrt«.

Der folgende Beitrag setzt sich mit dem in der deutschen Wirtschaftspresse fast durchgängig erhobenen Vorwurf, der Papst verstünde von dem bestehenden Wirtschaftssystem nicht das Geringste, kritisch auseinander. Papst Franziskus trifft eine klare Option in Hinsicht auf dieses Wirtschaftssystem: Er schaut aus der Perspektive derjenigen, die von den relevanten wirtschaftlichen Prozessen ausgeschlossen sind – und das nicht nur mit Blick auf ein einzelnes Land, sondern mit Blick auf die Weltwirtschaft. Er fordert letztlich, dass dem Wirtschaftssystem politisch gesetzte Regeln und Programme vorzugeben sind, die die Position der Armen und Ausgeschlossenen verbessern.

Wer eine Option trifft, muss sich angesichts einer offenen und uneindeutigen Situation entscheiden. Wenn die Sachlage klar ist, dann braucht es keine Option. Dann gibt es nur eine richtige Entscheidung. Letzteres mag in Situationen, in denen innerhalb eines klar definierten Rahmens technische Verfahren angewandt werden, zutreffen. Nicht aber in großen sozialen, interaktiven Zusammenhängen. Bei solchen ist der Erfolg der eigenen Handlung von den (Re-)Aktionen unzähliger anderer Menschen abhängig. In derartig unübersichtlichen Situationen muss man Entscheidungen treffen – nicht erst im Hinblick auf die eigene Handlung, sondern bereits im Hinblick auf die Beschreibung der Situation. Es gibt in einer solch dynamischen Konstellation keine richtige Perspektive, die ein für allemal zutrifft. Es gibt nur eine Vielzahl von Perspektiven, die man einnehmen kann.

Die Option des Papstes

Für solche Fälle rät die Kirche zu einer Option für die Armen. Sie fordert, dass vorrangig die Perspektive derjenigen einzunehmen ist, die von den entscheidenden sozialen Prozessen ausgeschlossen sind oder die nur in stark benachteiligter Weise teilhaben können. Welche Prozesse das sind, ist von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Aber man ist in guter Gesellschaft – zum Beispiel der von Jürgen Habermas oder der des großen US-amerikanischen Philosophen John Rawls –, wenn man auf das politische und das wirtschaftliche Leben ein Augenmerk legt. Integration in eine Gesellschaft bedeutet dann in erster Linie, am politischen und wirtschaftlichen Leben so teilzuhaben, dass man den anderen als Gleiche und als Gleicher begegnen kann. Genau eine solche Option trifft Papst Franziskus in seinem Schreiben Evangelii Gaudium, wenn er in pastoraler Perspektive über das Wirtschaftssystem nachdenkt, das eigentlich entwicklungsförderlich sein soll. Dabei trifft er zugleich auch eine globale Option: In einer Weltwirtschaft, in der viele Wirtschaftssubjekte längst alle nationalstaatlichen Begrenzungen hinter sich gelassen haben und weltweit interagieren, und in der mehr und mehr Binnenmärkte politisch integriert wurden, nimmt er die Sicht der armen und ärmeren Länder ein. »Papst Franziskus ist ein Papst aus dem »Süden«, so dass sein Blickwinkel auf […] wirtschaftliche Verhältnisse die Erfahrungen aus Lateinamerika widerspiegelt«.

Dabei gilt das eingangs Gesagte weiterhin – es sind verschiedene Perspektiven möglich. Wenn man das bestehende Wirtschaftssystem aus der Perspektive derjenigen beschreibt, die von den Vorteilen profitieren, dann kann man durchaus zu einer wirtschaftsliberalen Erfolgsstory gelangen: Mehr Menschen als jemals zuvor befinden sich in einem Lohnarbeitsverhältnis, mehr Menschen können durch dieses Wirtschaftssystem ernährt werden, es gibt so viele reiche Menschen wie nie zuvor etc. Eine solche Sichtweise vertritt Rüdiger Jungbluth in der Zeit. Allerdings unterschlägt er, dass auch er eine Option getroffen hat. Letztlich ist der Satz, »China ist ein Beispiel dafür, wie Armut zurückgeht, wenn die Koordination der Wirtschaft über Märkte läuft«, genauso richtig wie der Satz von Papst Franziskus, dass die Wirtschaft heute »nach dem Gesetz des Stärkeren ab[läuft] […]. Als Folge dieser Situation sehen sich große Massen der Bevölkerung ausgeschlossen und an den Rand gedrängt« (EG 53). Kein Ökonom würde vermutlich leugnen, dass Konkurrenz und Privateigentum zu einem marktwirtschaftlichen System inhärent dazu gehören – und wohl kaum einer, dass es dabei auch Gewinner und Verlierer gibt.

Papst Franziskus kritisiert in Evangelii Gaudium die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich. »Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen.« (EG 56). Allein die weltweite Finanzkrise hat Millionen von
Menschen ins Elend gestürzt. Ausgelöst wurde sie durch hochspekulative Finanzgeschäfte des Bankensektors. Das Foto zeigt einen Priester, der zur Eröffnung des Börsenjahres in Manila am 02. Januar 2013 einen Gottesdienst in der Börse feiert.
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Aus der Perspektive der Ausgeschlossenen und Armgemachten

Der Unterschied freilich ist, dass Franziskus eine pastorale Perspektive einnimmt, die das Wirtschaftssystem von den Rändern her beleuchtet. Er schaut fast ausschließlich, gleichsam wie in einem Brennglas, auf dessen Verlierer. Insofern geht Jungbluths Kritik genau wie die von Tea-Party-nahen, konservativen Kommentatoren in der US-Öffentlichkeit6 am entscheidenden Punkt vorbei: Franziskus geht es nicht darum, eine bessere Wirtschaftstheorie zu entwickeln, sondern darum, die Perspektive der Ausgeschlossenen und Armgemachten einzuklagen. »Ihn treibt die Sorge um, dass dieses Wirtschaftssystem immer mehr Menschen ausschließt.« Und er steht damit nicht alleine da. So ist seine Position sicherlich nicht die der herrschenden Wirtschaftstheorie, kann aber durchaus durch die soziologische Exklusionstheorie wissenschaftlich gestützt werden. Gerade der Aspekt, dass die Ausgeschlossenen nicht mehr Ausgebeutete sind – wodurch sie zumindest einen sozialen Status und damit eine Potenz zur Gegenmacht innehatten –, sondern »Abfall« sind, wird auch durch die Arbeiten des französischen Exklusionstheoretikers Robert Castel stark gemacht.Beide sehen das Grundproblem darin, dass Menschen durch anonyme Mechanismen gesellschaftlich überflüssig gemacht werden. Der technische Fortschritt oder die internationale Arbeitsteilung befördert sie aus dem Erwerbsleben hinaus. Am Ende gehören sie schlichtweg nicht mehr zur Gesellschaft dazu. Das aus ihrer Sicht schlimmste dabei ist: Vermeintlich niemand ist dafür verantwortlich.

Irdischer Erfolg als Zeichen der Auserwählung Gottes?

Ehrlicher und dadurch herzloser ist die Kritik, die Rainer Hank in der Frankfurter Allgemeinen Sonnntagszeitung äußert. Hank anerkennt nämlich, dass die Perspektive von Papst Franziskus durchaus eine mögliche ist. Und er anerkennt sogar, dass Franziskus damit inmitten der kirchlichen Tradition steht. Seine Kritik ist vielmehr grundsätzlicher Natur: Es handelt sich für ihn nicht nur um eine falsche, sondern um eine schädliche Sichtweise! Besser wäre es, wenn der Papst den Menschen Mut machen würde, ihr Schicksal mit dem Kapitalismus zu verbinden. Statt einer Option für die Armen bräuchten die Armen eine Theologie des Wohlstands, wie es die US-amerikanisch geprägten Freikirchen in Lateinamerika und Afrika vormachen: »In den Pfingstgemeinden werden harter Fleiß und die Fähigkeit zu sozialem Aufstieg religiös prämiert und nicht befreiungstheologisch diskreditiert «.Sie sähen irdischen Erfolg als Zeichen der Auserwählung Gottes und ermunterten die Menschen, ihr Glück innerhalb des bestehenden Wirtschaftssystems zu suchen. Folglich ist für Hank eine gute Option eine ökonomistische – nur der kann Armut überwinden, der sich im marktwirtschaftlich-konkurrenzbestimmten Kapitalismus behauptet.

Genau darin aber zeigt sich die Sorge von Franziskus: Diejenigen, die sich trotz kirchlichen Segens nicht durchsetzen, werden bei einer solchen Option vielleicht sogar doppelt stigmatisiert. Sie sind dann nicht nur ökonomisch gescheitert und ausgeschlossen, sondern auch religiös! Dagegen setzt Franziskus eine Überzeugung, die tief verwurzelt ist in der Tradition der römischen Sozialverkündigung: Das real existente Wirtschaftssystem ist nicht naturgegeben, es kann vielmehr verändert und nach Gerechtigkeitsprinzipien gerahmt werden. Dabei gilt, dass privates Eigentum nicht per se gerechtfertigt ist. Es ist nur dann legitim, wenn dadurch die Güter der Erde besser verwendet werden als in einem anderen sozialen Arrangement, und dadurch letztlich das Gemeinwohl befördert wird (EG 189). Daher müssen in dieser historischen Situation »Programme, Mechanismen und Prozesse« von politischer Seite her so gestaltet werden, dass sie darauf zielen, die (Primär-) Verteilung der Einkommen wieder stärker anzugleichen, Arbeitsmöglichkeiten zu generieren und insbesondere die Armen zu fördern (EG 204).

Und die Wirtschaft tötet doch, nicht immer und überall, aber doch öfter als man vielleicht denkt. Textilarbeiterinnen und -arbeiter in Bangladesh mussten dies mit ihrem eigenen Leben bezahlen, als im April vergangenen Jahres ein Fabrikgebäude einstürzte.
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Eine neue global governance ist gefordert

Das entscheidende Problem für Papst Franziskus ist dabei jedoch, dass die meisten Nationalstaaten mittlerweile damit überfordert sind, »auf lokaler Ebene Lösungen für die enormen globalen Widersprüche zu finden« (EG 206). Wenn Marc Beise schreibt, dass in vielen Ländern »die Dinge doch in Ordnung sind, beispielsweise in Deutschland«, dann übersieht er diese zentrale Zukunftsherausforderung: Das auf nationaler Ebene durchaus erfolgreiche institutionelle Arrangement der sogenannten sozialen Marktwirtschaft beziehungsweise des rheinischen Kapitalismus, kann in einer sich immer mehr globalisierenden Welt(-Wirtschaft) nicht mehr mit vergleichbarer Effektivität das Wirtschaftsgeschehen »nach Gesetz und Recht organisieren «. Große Konzerne entziehen sich diesem Arrangement einfach, wenn dessen Einhaltung ihnen zu hohe Kosten verursacht.

Was Papst Franziskus vorschwebt, ist nichts weniger als eine neue global governance, die die Problemlösung auf eine höhere Ebene hievt: Es geht ihm darum, dass wirtschaftliche Interaktion effizienter und gerechter wird.Das wird sie insbesondere dann, wenn der wirtschaftliche Wohlstand aller Länder – und nicht nur der von einigen wenigen – dauerhaft gesichert wird (EG 206). Vor dem Hintergrund des Klimawandels und vor dem der Eurokrise in Europa wird unmittelbar klar, wie wichtig ein neuer Anlauf zu einem solch gemeinschaftlichen Problemlösungsansatz ist: Das Klima kann vermutlich nur durch ein ambitioniertes internationales Abkommen zum Schutz des Klimas, ein Kyoto II, gerettet werden, die Eurokrise nur dann überwunden werden, wenn nicht alle zugleich sparen, sondern gezielt und koordiniert investieren. Wenn dem Papst dabei nicht nur die Rettung des Klimas oder der Eurozone, sondern das Schicksal der schwächsten Interaktionspartner beispielsweise auf den Philippinen oder in Griechenland vor Augen steht, ist das wohl kaum »nur Barmherzigkeit und Almosen«, sondern im besten Sinne stellvertretende Anwaltschaft für die gerechtfertigten Interessen derjenigen, die selbst keine Stimme haben.

Greenpeace Aktivisten demonstrieren 2005 als Skelette auf dem Boden liegend während des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Umweltaktivisten protestieren gegen die Weigerung des Chemiekonzerns Dow, Zahlungen für den Chemieunfall von 1984 in Bhopal zu übernehmen und Schäden in der Gegend zu bereinigen.
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»Diese Wirtschaft tötet« – in der Tat

Aus ökonomischer Perspektive kann man durchaus kritisieren, dass der Papst als Theologe und Kirchenfunktionär die überlegene Handlungskoordination über Märkte nicht vollumfänglich würdigt. Vielleicht stimmt es sogar, dass der Papst diese ausblendet. Aber anstatt ihm vorzuhalten, dies sei Marxismus, könnte man es auch aus wirtschaftsethischer Perspektive als Aufruf ansehen, sich Gedanken darüber zu machen, wo diese spezifische, durch Gesetze gerahmte Form der Handlungskoordination wirksam werden soll und wo nicht. Sicherlich stört es Papst Franziskus nicht, wenn zum Beispiel die Herstellung von Kleidung über Märkte organisiert wird. Doch müssten diese Märkte dann so gerahmt sein, dass die Arbeitnehmer einen »gerechten Lohn« erhalten (EG 192), sprich einen solchen, der es ihnen und ihren Familien ermöglicht, sich als Gleiche am wirtschaftlichen und sozialen Leben in ihrer Gesellschaft zu beteiligen. Fatal wird es allerdings dann, wenn alles, auch die menschliche Arbeitskraft, ausschließlich unter Marktkategorien betrachtet wird. Dann wird etwa der Arbeitsschutz zu einem Kostenfaktor, den man unter Konkurrenzbedingungen absenkt. Daraus resultierende Unfälle sind aber klare Menschenrechtsverletzungen. Oder wenn Fabriken unter dem Konkurrenzdruck schnell und billig hochgezogen werden, so dass sie einbrechen und hunderte von Toten unter sich begraben. Gegen eine solche Praxis protestieren derzeit viele Textilarbeiterinnen in Bangladesh – unter Einsatz ihres Lebens! »Diese Wirtschaft tötet« (EG 53) also in der Tat – nicht immer und überall, aber doch öfter, als dass man darüber hinweggehen könnte.

Pro-Poor-Growth – ein neues Wirtschaftskonzept für mehr Gerechtigkeit

Man kann Evangelii Gaudium also auch als konstruktive Anfrage verstehen, die jeden Ökonomen, der keine einseitig ökonomistische Option treffen will, ansprechen sollte: Wo soll in dieser sich globalisierenden Welt der Marktmechanismus greifen, und wo sollten besser politische Rahmungsund Aushandlungsprozesse zum Tragen kommen? Die theologische Option für die Armen kann man auch ganz nüchtern als methodischen Hinweis darauf verstehen, dass diese Grenzen aus der Perspektive derjenigen, die arm und verwundbar sind, deutlicher zu erkennen sind als aus der Perspektive der Erfolgreichen und Starken. Als Antwort darauf haben einige Ökonomen bereits Konzepte entwickelt, wie etwa das des Pro-Poor-Growth – sprich eines spezifisch ausgerichteten Wachstums in einer Volkswirtschaft, das besonders den Armen zugute kommt und darauf zielt, diese in das Wirtschaftssystem zu inkludieren. Noch ist dies zumindest dem weitgehend wirtschaftsliberalen Wirtschaftsjournalismus in weiten Teilen unbekannt. Gut, dass der Papst sie wachrüttelt.

WOLF-GERO REICHERT
Theologe und Wirtschaftsethiker, Referent von missio im Bistum Rottenburg-Stuttgart

ANMERKUNGEN

1 Beise, Marc (30.11.2013): Der Papst irrt. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 277, S. 26.
2 Ebd.
3 Wiemeyer, Joachim (2013): Papst Franziskus und die Wirtschaft. Im Internet abrufbar unter: http://www.christlichesozialethik.de/Evangeliigaudium.pdf , zuletzt eingesehen am 20.12.2013.
4 Jungbluth, Rüdiger (19.12.2013): Der Papst und die Wirtschaft. In: Die Zeit, Nr. 52, S. 31.
5 Ebd.
6 Für einen ersten Überblick siehe Winters, Michael Sean (05.12.2013): US Critics condemn Francis’ analysis of global economy. In: The Tablet. International Catholic News Weekly. Im Internet abrufbar unter: LInk , zuletzt eingesehen am 15.01.2014.
7 Emunds, Bernhard (15.12.2013): Er muss die Finger in die Wunde legen. Sozialethiker zum neuen Papstschreiben. In: Glaube und Leben, Nr. 50, S. 2.
8 Für einen guten ersten Einblick siehe Castel, Robert (2000): Die Fallstricke des Exklusionsbegriffs. In: Mittelweg 36, Jg. 9, Nr. 3.
9 Freilich gibt es Unterschiede, auf die Jungbluth zu Recht hinweist. In Deutschland hungert niemand, obwohl die Verschwendung an Lebensmittel immens ist. Doch in manchen Ländern Afrikas sicherlich! Und in der Heimat des Papstes, in Argentinien, gibt es mittlerweile einige, die durch die direkten und indirekten Landnutzungsänderungen im Gefolge des Biospritbooms in den USA und Europa ihre Einkommensgrundlage verloren haben: Internationale Agrarinvestoren haben sie schlichtweg von ihrem Grund und Boden vertrieben.
10 Hank, Rainer (01.12.2013): »Tyrannei des Marktes«. Die Kirche verachtet die Reichen. In: FAZ.net. Im Internet abrufbar unter: Link , zuletzt eingesehen am 18.12.2013.
11 Beise, Marc, a. a. O.
12 Ebd.
13 In dieser Hinsicht ist der Papst in einem bestimmten ökonomischen Diskurs sogar sehr modern – dem über globale öffentliche Güter. Dabei geht es um solche Güter, von deren Konsum niemand ausgeschlossen werden kann und bei denen der Konsum des einen den Konsum anderer nicht restringiert (Nicht-Ausschließbarkeit und Nicht-Rivalität). Das Problem dabei ist, dass dadurch keine Knappheit gegeben ist, die eine Voraussetzung für das Entstehen eines Marktes ist. Das betreffende Gut läuft dann Gefahr, entweder übernutzt, wie beispielsweise das Fischaufkommen auf den Weltmeeren oder das Klima, oder erst gar nicht hergestellt zu werden, wie zum Beispiel eine durch breite Impfung erreichte Ausrottung bestimmter Krankheiten. Globale öffentliche Güter müssen durch internationale, politische Kooperationen gewährleistet werden. Für einen guten Einblick siehe Kaul, Inge (1999): Global Public Goods. International Cooperation in the 21st Century. New York, Oxford University Press.
14 Hank, Rainer, a. a. O.
15 Jungbluth, Rüdiger, a. a. O.
16 Wie es beispielsweise der Wirtschaftsethiker Ingo Pies versucht: Pies, Ingo (2013): »Diese Wirtschaft tötet.« – Wirtschaftsethische Stellungnahme zu einigen zentralen Aussagen des Apostolischen Schreibens »Evangelii Gaudium« von Papst Franziskus. Diskussionspapier des Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der Luther-Universität Halle-Wittenberg, Nr. 28.
17 Siehe dazu beispielsweise OECD (2009): Promoting propoor-growth. Social Protection. Paris.

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