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SRI LANKA

Menschenrechtsaktivisten des Terrorismus bezichtigt und festgenommen

Zwei Menschenrechtsaktivisten aus Sri Lanka wurden am 16. März unter dem Vorwurf des Terrorismus in Kilinochchi im Norden Sri Lankas festgenommen.

Ruki Fernando (Anm. d. Red.: ein Autor von Forum Weltkirche) vom Human Rights Documentation Center in Colombo und der Ordenspriester Father Praveen Mahesan, Direktor des Center of Peace and Reconciliation der Salesianer wurden zusammen verhaftet und getrennt verhört.

Beide waren in der Region von Kilinochchi unterwegs, um näheres über die Verhaftung der tamilischen Menschenrechtsaktivistin Balendran Jayakumari in Erfahrung zu bringen, die am 13. März verhaftet worden war.

Ruki Fernando konnte mit Hilfe eines Textmessengers seine Kollegen darüber informieren, dass sowohl er als auch Fr. Mahesan von den Sicherheitsbehörden inhaftiert worden seien und Verhören unterzogen würden.

Der Sprecher der Polizei, Ajith Rohana, bestätigte die Verhaftung der beiden Menschenrechtsaktivisten und erklärte, dass beide in die Hauptstadt Colombo gebracht würden, wo weitere Untersuchungen anstünden.

Das National Peace Council von Sri Lanka sieht in der Inhaftierung der beiden Aktivisten einen weiteren Beleg dafür, dass Menschenrechtsanwälte gezielt durch staatliche Behörden verfolgt und bedrängt werden.

»Die Verhaftung und Internierung von Balendran Jayakumari unter sehr zweifelhaften Umständen wirft die Frage auf, ob diejenigen, die sich offen für die Opfer des Krieges einsetzen, zum Ziel von Strafaktionen geworden sind«, so das Statement des nationalen Friedensrates.

Der Rat erklärt auch, dass die 13-jährige Tochter der tamilischen Menschenrechtsaktivistin in einer Besserungsanstalt für Jugendliche untergebracht worden sei, »da andere Familien Angst haben, sie bei sich aufzunehmen.«

Bischof Rayappu Joseph aus Mannar erklärte gegenüber Medien, dass die Internierung von Ruki Fernando wie auch von Fr. Mahesan ungerechtfertigt sei und zugleich dem Verständnis eines demokratischen Staates widerspreche.

»Ruki und Fr. Praveen sind Menschenrechtsanwälte, die immer in der ersten Reihe stehen, wenn es ein Menschenrechtsproblem in unserem Land gibt«, so Bischof Joseph gegenüber UCANews. Seines Wissens seien die beiden Männer nach Kilinochchi gereist, um zu erkunden, wie es um Jayakumari stehe. »Wo ist die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit in unserem Land? Wir müssen in Frieden leben können, und der Schutz der Rechte unserer Bürger muss gewährleistet sein.«

Brito Fernando, Sprecher der Familien der Verschwundenen und Mitbegründer der Plattform für Freiheit, sieht in der Verhaftung der beiden angesehenen Menschenrechtsaktivisten eine Eskalation der Einschüchterung, um alle Familien von Verschwundenen zum Schweigen zu bringen. »Eine Vielzahl von Menschenrechtsaktivisten sind verhaftet, interniert und verhört worden.«

Jayakumari ist aktives Mitglied des Bürgerkomitees in Mannar, ein Zusammenschluss von Familien, die herausfinden wollen, was mit ihren verschwundenen Familienangehörigen geschehen ist. Sie wurde unter dem Verdacht verhaftet, einen Kriminellen beherbergt zu haben, der eine Woche zuvor einen Polizisten niedergeschossen haben soll.

Der nationale Friedensrat erklärte ferner, dass die Verhaftung von Jayakumari einmal mehr die Notwendigkeit bestätige, das »Gesetz zur Verhinderung von Terrorismus« aufzuheben. Zugleich müssten dringend bessere Schutzmechanismen für Menschen errichtet werden, die sich für Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzen.

Die nationale Menschenrechtskommission Sri Lankas rief der Friedensrat auf, den Fall der tamilischen Menschenrechtsaktivistin »angesichts der umstrittenen und zweifelhaften Faktenlage « genau zu untersuchen.

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