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INDIEN / SRI LANKA / MYANMAR

Dalai Lama fordert Buddhisten auf, anti-muslimische Gewalt zu beenden

Der Dalai Lama hat die Gewalt gegen Muslime in Sri Lanka und Myanmar scharf verurteilt und die Buddhisten der beiden Länder aufgefordert, umgehend jegliche Gewalt gegen Muslime zu stoppen.
FOTO: KNA-BILD

Buddhistische Extremisten sehen im Dalai Lama ein Opfer »islamischer Propaganda«

Der Dalai Lama hat am 06. Juli seine Aufforderung an Buddhisten in Sri Lanka und Myanmar wiederholt, die Gewalt gegen Muslime umgehend zu stoppen. Vor tausenden von Anhängern, die anlässlich seines 79. Geburtstages im nordindischen Exil des Dalai Lama, in Leh in der Region Ladakh zusammengekommen waren, betonte er, dass diese Gewalt in den beiden mehrheitlich buddhistischen Ländern nicht hinnehmbar sei.

»Ich fordere die Buddhisten in diesen Ländern auf, sich das Bild Buddhas vorzustellen, bevor sie diese Verbrechen begehen.« Im Beisein des mit ihm freundschaftlich verbundenen Hollywoodstars Richard Gere führte er weiter aus: »Buddha predigt Liebe und Mitgefühl. Wenn Buddha in diesen Ländern ist, wird er die Muslime, die von Buddhisten angegriffen werden, verteidigen.«

Die Gewalt vor allem gegen Muslime in Myanmar hat die vielgelobten Reformen in dem südostasiatischen Land überschattet. Tausende Muslimen mussten im Jahr 2012 vor gewaltsamen Buddhisten fliehen. Seitdem scheint die Gewalt im Land nicht abbrechen zu wollen.

Aber auch in Sri Lanka nimmt die Gewalt extremistischer Buddhisten gegen Muslime zu. Im Juni diesen Jahres zerstörten sie in einem Ort im Südwesten Sri Lankas hunderte Häusern und Geschäften von Muslimen. 6000 Menschen mussten fliehen.

Unterdessen hat Galabodawatte Gnanasara Thero, der Generalsekretär der extremistischen Organisation Bodu Bala Sena (BBS) in Sri Lanka – er gilt als Anstifter der Gewalt – die Kritik des Dalai Lamas zurückgewiesen und ihm abgesprochen, ein globaler geistlicher Führer zu sein.

Galabodawatte Gnanasara Thero wirft dem Dalai Lama vor, »die wirkliche Situation « in Sri Lanka nicht zu kennen, und klagt den Friedensnobelpreisträger an, ein Opfer »extremistischer islamischer Propaganda« geworden zu sein.

»Wir akzeptieren den Dalai Lama nicht als Weltführer der Buddhisten«, so Gnanasara gegenüber Medien. »Der Dalai Lama ist eine Erfindung des Westens. Aus Sicht des Westens mag der Dalai Lama so etwas für Buddhisten zu sein, wie der Papst für die Katholiken, nicht aber für uns.«

Menschenrechtsgruppen verurteilen massiv das Vorgehen von BBS und sehen zunehmende Übereinstimmungen zwischen dem Generalsekretär der BBS in Sri Lanka und dem Anführer der extremistischen Bewegung in Myanmar, Ansin Wirathu. Nach Auskunft von Gnanasara kennen sich beide und haben sich auch getroffen. Sie beide seien »friedvolle Mönche, ohne jegliches Blut an ihren Händen«.

Ursprünglich, so der Generalsekretär der BBS, wollte die BBS gleich nach dem Aufruf des Dalai Lama diesen in seinem indischen Exil aufsuchen, um ihn dazu zu bewegen, seine Wahrnehmung von Buddhisten in Sri Lanka zu korrigieren. »Wir kamen jedoch zu der Überzeugung, dass dies keinen Sinn macht. Der Dalai Lama ist bereits ein Opfer des islamischen Extremismus geworden«, so Gnanasara.

Unter moderaten Buddhisten Sri Lankas genießt der Dalai Lama ein hohes Ansehen. Jedoch haben bisher die verschiedenen Regierungen Sri Lankas dem Dalai Lama ein Visum zum Besuch der buddhistischen Heiligtümer Sri Lankas verweigert, wohl auf Druck der chinesischen Regierung.

Der Justizminister Sri Lankas, Rauf Hakeem, hat Mitte Juli davor gewarnt, dass ein Versagen seiner Regierung, extremistischen Buddhisten Einhalt zu gebieten, den islamischen Extremismus fördern werde, was letztlich die nationale Sicherheit bedrohe.

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