Informationen aus der Weltkirche MYANMAR corner

MYANMAR

Erfundene Vergewaltigung für jüngste Gewalt verantwortlich

Die jüngsten religiös motivierten Gewaltausbrüche in Myanmar zwischen Buddhisten und Muslimen sind zurückzuführen auf erfundene Anschuldigungen einer buddhistischen Frau, die dafür bezahlt worden ist, zwei Muslime der Vergewaltigung zu bezichtigen. Dies berichten staatliche Medien in Myanmar am 20. Juli. Zwei Männer, ein Buddhist und ein Muslim, starben während der Tumulte in der zweitgrößten Stadt des Landes, in Mandalay. Die Tumulte waren am 01. Juli ausgebrochen, nachdem sich über Social Media rasend schnell die Nachricht verbreitet hatte, dass zwei muslimische Männer eine buddhistische Angestellte in ihrem Teeladen vergewaltigt hätten.

Mehr als 20 Personen wurden verletzt, als die Gewalt über mehrere Tage die Stadt erschütterte. Es ist dies die jüngste religiös motivierte Gewaltwelle in einer Serie von Konflikten während der vergangenen zwei Jahre, die das ehemals von einer Militärjunta beherrschte Land bedrängen.

Eine Polizeiuntersuchung fand heraus, dass die Frau bezahlt worden ist, um die Anklage gegen die Männer zu erheben. Im Polizeibericht wird zudem betont, dass eine medizinische Untersuchung der Frau keinerlei Hinweise auf eine Vergewaltigung oder sonstige Gewalteinwirkung ergab.

»Während einer umfassenden Untersuchung hat die Frau schließlich gestanden, die beiden Männer angeklagt zu haben, weil sie dafür bezahlt worden ist.« Auftraggeber waren demnach zwei Personen, die den Teeladenbesitzern bewusst Schaden zufügen wollten.

Sowohl die Frau als auch einer der beiden Auftraggeber seien von der Polizei inzwischen verhaftet worden.

Die Unruhen, die zu einer Ausgangssperre in Mandalay geführt hatten, werfen erneut ein Schlaglicht auf das angespannte Verhältnis von Buddhisten und der Minderheit der Muslime in Myanmar. Während in Mandalay eine recht große muslimische Minderheit lebt und die Stadt zugleich führende Köpfe buddhistischer Nationalisten beherbergt, hatte es bisher in der zweitgrößten Stadt des Landes keine religiös motivierte Gewalt gegeben. Radikale buddhistische Mönche werden von Experten dafür verantwortlich gemacht, die Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaften anzuheizen. Führender Kopf dieser Gruppierung ist Ansin Wirathu, der nur eine Stunde vor Ausbruch der Gewalt auf seiner Facebook- Seite einen Link zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen die beiden muslimischen Männer gepostet hatte.

Die tödlichen, immer wieder aufflackernden Gewaltausbrüche in verschiedenen Teilen des Landes scheinen inzwischen den Übergangsprozess hin zur Demokratie zu gefährden. Auf die jüngste Gewalt in Mandalay angesprochen, hat Präsident Thein Sein angekündigt, ernste Maßnahmen gegen jeden zu ergreifen, der in irgendeiner Form in diese Gewaltakte involviert sei. Zugleich deutete er an, dass die hart erkämpfte Pressefreiheit gefährdet sei, sollten die religiösen Unruhen anhalten.

Gratis-Ausgaben

Ich möchte Forum Weltkirche mit 2 Gratis-Ausgaben kennen lernen.

/ Bestellen bei HerderShop24