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Zum Tode verurteilte Sudanesin endlich frei

Bei einer Audienz am 24. Juli 2014 im Gästehaus Santa Marta im Vatikan segnet Papst Franziskus die sudanesische Christin Mariam Jahia Ibrahim Ishak und ihre Tochter.
FOTO: KNA-BILD

Papst Franziskus hat am 24. Juli die sudanesische Christin Mariam Ibrahim, die wegen dem Vorwurf der Apostasie im Sudan zum Tode verurteilt worden war, im Vatikan empfangen. Der Papst traf sie und ihre Familie nur wenige Stunden, nachdem sie sicher in Italien gelandet war. Vorausgegangen war ein brutales Martyrium, das die junge Frau im Gefängnis im Sudan über sich hatte ergehen lassen müssen. In Ketten hatte sie im Gefängnis ihr jüngstes Kind zur Welt bringen müssen. Wegen Apostasie war sie zuvor von einem Gericht im Sudan zum Tode verurteilt worden.

Der Vatikansprecher Frederico Lombardi erklärte nach dem Treffen gegenüber Journalisten, dass die Begegnung zwischen dem Papst und der jungen Frau durch große »Zuneigung und Freude« gekennzeichnet gewesen sei. Lombardi zufolge habe es ein sehr gutes Gespräch zwischen den beiden gegeben, in dessen Verlauf der Papst der jungen Frau für ihr »unerschütterliches Zeugnis des Glaubens « gedankt habe. Die junge Sudanesin habe dem Papst für die Gebete der Kirche und für die Unterstützung während ihres Martyriums gedankt, so Lombardi.

Dieses Treffen, so Lombardi, sei ein Zeichen für die »Verbundenheit, Solidarität und Nähe des Papstes mit allen Menschen, die für ihren Glauben leiden müssen.«

Die 26-jährige Christin war am 23. Juni nach internationalem Druck aus dem Gefängnis im Sudan freigelassen worden. Jedoch wurde sie und ihr Ehemann, ein amerikanischer Staatsbürger, sowie ihre beiden Kinder im Alter von zwei Jahren und zwei Monaten am Flughafen in Khartum daran gehindert, das Land zu verlassen. Ihr wurde vorgeworfen, dass sie gefälschte Ausweisdokumente besitze. Daraufhin hat die Familie Schutz in der amerikanischen Botschaft in Khartum gesucht, wo sie über Wochen festsaß.

Das italienische Außenministerium hat in schwierigen Verhandlungen mit der sudanesischen Regierung schließlich die Ausreise der Familie nach Italien erreicht. An Bord einer italienischen Regierungsmaschine konnte sie schließlich den Sudan verlassen.

Mariam Ibrahim stammt ursprünglich aus einer muslimischen Familie, wuchs aber bei ihrer christlichen Großmutter auf. Kurz bevor sie Daniel Bicensio Wani im Jahr 2011 heiratete, ist sie der katholischen Kirche beigetreten. Später war sie dann wegen Apostasie von einem Gericht im Sudan zum Tode verurteilt worden, eine Strafe, die das Strafgesetzbuch des Sudan für den Glaubensabfall vom Islam für Menschen vorsieht, die zu einer anderen Religion konvertieren.

Aus Sicht der katholischen Erzdiözese von Khartum, die ihren Fall begleitet hat, könne überhaupt nicht davon gesprochen werden, dass Mariam Ibrahim eine Muslima gewesen sei, da sie seit ihrem fünften Lebensjahr bei ihrer christlichen Großmutter gelebt hatte. Die Anklage gegen die junge Frau sei deshalb von vornherein falsch gewesen, und so habe die Kirche bei der sudanesischen Regierung Berufung gegen die Verurteilung eingelegt, damit die junge Frau wieder frei gelassen werde.

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