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ALBANIEN

»Im Namen Gottes zu töten, ist ein schweres Sakrileg«

Papst Franziskus hat während seiner eintägigen Reise nach Albanien am 21. September 2014 das Land als leuchtendes Beispiel für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Religionen besonders gelobt. Das Foto zeigt ihn während einer Zusammenkunft mit Vertretern der unterschiedlichen Religionen und Konfessionen in der Katholischen Universität von Tirana.

Papst geißelt religiöse Intoleranz und ruft zum Dialog auf

Papst Franziskus hat bei seinem eintägigen Besuch in Albanien Intoleranz und Gewalt im Namen der Religion verurteilt. Die Unterdrückung Andersgläubiger sei ein »besonders heimtückischer Feind, der sich heute leider in verschiedenen Gegenden der Welt zeigt«, sagte er am 21.09.2014 vor christlichen und muslimischen Repräsentanten in Albaniens Hauptstadt Tirana. »Die echte Religion ist eine Quelle des Friedens und nicht der Gewalt! Niemand darf den Namen Gottes gebrauchen, um Gewalt auszuüben! Im Namen Gottes zu töten, ist ein schweres Sakrileg! Im Namen Gottes zu diskriminieren, ist unmenschlich«, so Franziskus.

Der Glaube an einen einzigen Schöpfer führe zur Überzeugung, dass alle Menschen Geschwister sind. Im Grunde seien sie alle Pilger auf dieser Erde und in ihrer Sehnsucht nach Wahrheit und Ewigkeit voneinander abhängig. Religionsfreiheit ist nach Franziskus’ Worten überdies ein Bollwerk gegen Totalitarismen und ein entscheidender Beitrag zur Brüderlichkeit. Religionsfreiheit könne einen gemeinsamen Raum der Zusammenarbeit schaffen, sagte Franziskus. So müsse der interreligiöse Dialog dazu beitragen, dass sich Glaubensgemeinschaften gemeinsam für eine gerechtere Welt einsetzten. Dabei sollten die Religionen auch mit jenen zusammenarbeiten, die keine religiösen Überzeugungen besäßen.

Franziskus sprach in der katholischen Universität von Tirana vor Vertretern der katholischen und orthodoxen Kirche, des sunnitischen Islam, der in Albanien starken und vom Sufitum geprägten Gruppe der Bektaschi sowie vor einem Repräsentanten der kleinen protestantischen Gemeinschaft im Land. Zuvor hatte Franziskus bereits bei einer Messe mit rund 250.000 Gläubigen auf dem Mutter-Teresa-Platz der Kirche in Albanien für ihre Treue zum Glauben in Zeiten der Verfolgung gedankt.

Franziskus würdigte bei seinem Besuch mehrfach das friedliche Zusammenleben der Religionen im mehrheitlich muslimischen Albanien. Nach der grausamen Unterdrückung unter der kommunistischen Diktatur habe das Land eine wirkliche Religionsfreiheit geschaffen, in der sich alte Traditionen neu beleben konnten. Der Papst ermutigte die Albaner, diesen Weg weiterzugehen und auszubauen. Er appellierte auch an die Jugend im Land, sich nicht den Versuchungen von Individualismus und Materialismus hinzugeben.

Der eintägige Albanien-Besuch des Papstes war seine vierte Auslandsreise und die erste in ein europäisches Land außerhalb Italiens.

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