Informationen aus der Weltkirche VATIKAN corner

VATIKAN

Keine Privilegien für früheren Nuntius

Der ehemalige Nuntius in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, ist am 23. September im Vatikan unter Hausarrest gestellt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrfachen sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Im Juni war der frühere Erzbischof in einem kirchenrechtlichen Verfahren bereits
in den Laienstand versetzt worden. Unterdessen ist bekannt geworden, dass sich auf dem Rechner des ehemaligen Nuntius zigtausende Fotos mit kinderpornographischem Inhalt befinden.

Wesolowski drohen bis zu sieben Jahre Haft

Dem früheren vatikanischen Botschafter in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski (66), droht eine Haftstrafe von voraussichtlich bis zu sieben Jahren. Wie Vatikansprecher Federico Lombardi am 24.09.2014 mitteilte, wirft der vatikanische Staatsanwalt Wesolowski sexuellen Missbrauch von Minderjährigen und den Besitz von Kinderpornographie vor. Den Prozessbeginn stellte Lombardi für Ende des Jahres oder Anfang des kommenden Jahres in Aussicht. Wesolowski war am 23. September im Vatikan unter Hausarrest gestellt worden. Damit habe man einer Flucht und einer Verwischung von Beweismaterial vorbeugen wollen, so Lombardi. Der polnische Geistliche ist als Diplomat des Heiligen Stuhls vatikanischer Staatsbürger und muss sich daher auch vor der weltlichen Gerichtsbarkeit des Vatikanstaats verantworten.

Im Juni war er nach einem kirchenrechtlichen Prozess der Glaubenskongregation aus dem Priesterstand entlassen worden. Wesolowski legte Berufung gegen die Entscheidung ein. Nach dem Bekanntwerden von Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs im August 2013 war er vom Vatikan von seinem Botschafterposten in der Dominikanischen Republik abberufen worden. Der vatikanische Staatsanwalt habe für das Verfahren die Unterlagen der Ermittler in der Dominikanischen Republik sowie jene des kirchenrechtlichen Prozesses der Glaubenskongregation erhalten. Für das Verfahren werde das alte vatikanische Strafrecht vor der Reform von 2013 angewendet, so Lombardi.

Papst Franziskus wird in diesem Zusammenhang von Vatican Insider mit den Worten zitiert: »In Argentinien nennen wir diejenigen, die eine bevorzugte Handlung erhalten ›verwöhnte Kinder‹, aber es wird in keinster Weise eine bevorzugte Behandlung geben, wenn es sich um Kindesmissbrauch handelt.«

Gratis-Ausgaben

Ich möchte Forum Weltkirche mit 2 Gratis-Ausgaben kennen lernen.

/ Bestellen bei HerderShop24