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INDONESIEN

Präsident ruft alle islamischen Führer auf, Extremismus zu bekämpfen

Furcht vor IS-Einfluss in Indonesien wächst

Der indonesische Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono hat am 21. August die Gewalt der IS in Syrien und im Irak aufs Schärfste verurteilt. Zugleich nannte er die IS »fatal« für den Islam und rief alle islamischen Führer auf, jeglichen Extremismus zu bekämpfen. Die Dimensionen der Gewalt und Brutalität, die die Kämpfer der IS verüben, seien entsetzlich.

»Es ist schockierend. Die Gewalt scheint außer Kontrolle zu geraten. Wir werden dies nicht tolerieren. Wir verbieten die IS in Indonesien.«

Weiter führt der Präsident Indonesiens aus: »Indonesien ist kein islamischer Staat. Wir respektieren alle Religionen!« Die internationale Gemeinschaft rief er auf, gemeinsam gegen Radikalisierungen vorzugehen. »Alle Staats- und Religionsführer müssen sich überlegen, auf welche Weise sie den Extremismus bekämpfen können. Neue Paradigmen auf beiden Seiten sind dringend notwendig: wie der Westen den Islam wahrnimmt und wie der Islam den Westen wahrnimmt.«

Indonesien ist die Heimat der weltweit größten muslimischen Bevölkerung. Etwa 225 Millionen Menschen gehören dem Islam an. In Indonesien hatten in der Vergangenheit immer wieder extremistische Gruppierungen furchtbare Terroranschläge verübt.

Unterdessen wächst die Angst vor dem Einfluss der IS in Indonesien. Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass sich mehrere Dutzend (manche Beobachter sprechen gar von bis zu 500) Indonesier der IS im Irak und in Syrien angeschlossen haben. Aus Sicht der Regierung wächst auch in Indonesien die Furcht vor den Rückkehrern.

»Wir wissen, dass unsere Bürger hier in Indonesien Botschaften der IS erhalten, sich ihrem Terror anzuschließen. Die Ideologie der IS widerspricht den fundamentalen Werten, für die Indonesien einsteht. Deshalb rufe ich alle Bürger des Landes auf, die Ideologie der IS zurückzuweisen und die Verbreitung ihrer extremistischen Ideologie zu verhindern.«

Unterdessen ist bekannt geworden, dass der Drahtzieher der Terroranschläge von Bali, Abu Bakar Bashir, der im Hochsicherheitsgefängnis Nusakambangan – eine Gefängnisinsel – untergebracht ist, in der Lage war, sich mit 22 Mitgefangenen zu treffen, um der IS Treue zu schwören.

»Dieser bekannt gewordene Schwur ist für radikale Gruppierungen in Indonesien sehr einflussreich«, so der indonesische Terrorismusexperte Al Chaidar von der Malikussaleh-Universität in Aceh. »Wenn Abu Bakar der IS die Treue geschworen hat, dann bedeutet dies – so die Botschaft – dass es religiös gesehen rechtmäßig sei, die IS zu unterstützen.«

Abu Bakar Bashir gilt als charismatischer Extremist, der auch weiterhin großen Einfluss auf entsprechende Gruppierungen hat. Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass hunderte von Islamisten dem Beispiel Bashirs gefolgt seien und ebenfalls in entsprechenden Zeremonien der IS die Treue geschworen haben.

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