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PAKISTAN

Wütender Mob tötet christliches Ehepaar wegen angeblicher Blasphemie

Der Menschenrechtsaktivist Mushtaq Gill (links) hat direkt nach Bekanntwerden den Ort des Verbrechens aufgesucht. Für ihn spielt die nahe gelegene Moschee eine entscheidende Rolle bei diesem barbarischen Verbrechen, da es die Lautsprecher der Moschee waren, über die das Ehepaar der Blasphemie bezichtigt worden ist. FOTO: UCANEWS

Die brutale Ermordung des 26-jährigen Shehzad Masih und seiner 24-jährigen Frau Shama Masih geschah in Kot Radha Kishan, 60 Kilometer südwestlich von Lahore, in der Povinz Punjab.

Wie berichtet wird, wurde dem jungen Ehepaar vorgeworfen, am Sonntag, dem 02. November, vor seinem Haus angeblich Seiten des Korans verbrannt zu haben. Daraufhin sei das Ehepaar in einem engen Raum der Ziegelei eingeschlossen worden, bis am Dienstagmorgen ein aufgebrachter Mob aufgetaucht sei, sie mit Knüppeln geschlagen und anschließend lebendig in den Brennofen geworfen habe. »Die Opfer sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt«, so der christliche Menschenrechtsaktivist Sadar Mushtaq Gill, der den Ort des Verbrechens umgehend aufsuchte.

Nach Angaben des Menschenrechtsaktivisten habe eine nahegelegene Moschee über ihre Lautsprecher die Vorwürfe gegen das Ehepaar verbreitet und die Selbstjustiz angezettelt. Amnesty international hat die Regierung Pakistans aufgefordert, die Verantwortlichen umgehend vor Gericht zu stellen und religiöse Minderheiten zu schützen.

»Dieser bösartige Mord durch einen aufgebrachten Mob ist nur die jüngste Manifestation einer Selbstjustiz im Land, der jeder zum Opfer fallen kann, wenn er der Blasphemie bezichtigt wird – insbesondere religiöse Minderheiten sind in diesem Zusammenhang besonders verwundbar. Die Verantwortlichen dieses entsetzlichen Verbrechens müssen umgehend zur Verantwortung gezogen werden und pakistanische Behörden haben sicherzustellen, dass insbesondere gefährdete Gemeinschaften, vor allem religiöse Minderheiten, den Schutz erhalten, den sie dringend benötigen«, so David Griffith, Asien-Direktor von Amnesty international in seinem Statement.

Nach Aussage von Verwandten der Opfer befand sich das Ehepaar in Schuldknechtschaft und musste dem Eigentümer der Ziegelei dienen. Die junge Frau sei im vierten Monat schwanger gewesen. Das Ehepaar sei in dem Raum der Ziegelei eingeschlossen worden, weil der Besitzer verhindern wollte, dass sie fliehen und somit ihre Schulden nicht mehr zahlen würden. Etwa 1.500 Dorfbewohner seien am 04. November sodann zur Ziegelei gekommen, hätten das Ehepaar aus dem kleinen Raum geholt, zunächst furchtbar verprügelt und anschließend, obwohl sie noch lebten, in den Ofen geworfen.

Die Nationale Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der pakistanischen Bischofskonferenz hat den Mord an dem jungen Ehepaar aufs Schärfste verurteilt und der pakistanischen Regierung vorgeworfen, dass »sie absolut versagt habe, das Recht der Bürger auf Leben zu schützen. Der fehlende politische Wille, diese Situation zu ändern, hinterlässt verwundbare Minderheiten als leichte Opfer religiöser Fanatiker.«

Sowohl die Bundes- als auch die Provinzregierung werden von der Kommission aufgefordert, endlich die Blasphemiegesetze in ihrer jetzigen Form zu überprüfen.

Tahir Ashrafi, einer der einflussreichsten islamischen Gelehrten und Vorsitzender des Rates der Ulama Pakistans, dem 60.000 Moscheen im Land und 10.000 Madrassa unterstehen, warf den Polizeibehörden vor, nicht genügend getan zu haben, um das Ehepaar zu schützen. Zugleich forderte er die Behörden auf, diesen Fall vor das Anti-Terrorismus- Gericht zu bringen und die Täter zu bestrafen, einschließlich des Mullah der nahe gelegenen Moschee, der über die Lautsprecher der Moschee das Ehepaar der Blasphemie bezichtigt hatte.

Ein christliches Ehepaar ist in einer Ziegelei am 04. November 2014 lebendig verbrannt worden, nachdem ihm vorgeworfen worden war, den Koran geschändet zu haben. Nach Angaben von UCANews hat die Polizei am 05. November etwa 40 Verdächtige, unter ihnen auch den Besitzer der Ziegelei, verhaftet; sie sollen an dem entsetzlichen Mord beteiligt gewesen sein.

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