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SRI LANKA

Oppositionsführer sichert sich die Unterstützung führender Buddhisten für anstehende Wahl

Ein Wahlkampfplakat des Staatspräsidenten Rajapaksa zeigt ihn zusammen mit Papst Franziskus. Sowohl die katholische Kirche als auch Nichtregierungsorganisationen in Sri Lanka verurteilen
den Missbrauch des Bildnisses von Papst Franziskus für Wahlkampfzwecke. FOTO: UCANEWS

Sri Lankas einflussreichster Oppositionspolitiker und Kandidat für die Präsidentschaftswahlen am 08. Januar 2015 hat die Unterstützung führender buddhistischer Mönche für seine Wahlkampagne erhalten. Der frühere Landwirtschafts- und Gesundheitsminister des Landes, Maithripala Sirisena, der sich der Opposition angeschlossen hatte und gegen seinen früheren Chef, Staatspräsident Mahinda Rajapaksa, als Präsidentschaftskandidat bei den anstehenden Wahlen antreten wird, hat den einflussreichen Mönch Maduliwawe Sobitha am 22. November besucht und dessen Segen für die Wahlkampagne und die Wahl erhalten.

»Ich gratuliere Dir für Deinen Mut, sich in den Kampf zu stürzen, nur um die jetzige Präsidentschaft abzuschaffen und die parlamentarische Demokratie wieder zu errichten, Rechtsstaatlichkeit sicherzustellen und die Korruption zu beenden«, so Sobitha, während er vor laufenden TV-Kameras Sirisena segnete.

Der Mönch Sobitha ist eine Schlüsselfigur im Kampf für politische Reformen in dem mehrheitlich buddhistischen Land. Er war spiritueller Begleiter der früheren Staatspräsidentin Chandrika Kumaratunga, die den 63-jährigen Politiker ebenfalls unterstützt.

Der Mönch bedauert zutiefst, dass Rajapaksa darin versagt habe, seine Versprechen einzuhalten, die Verfassung von 1978 abzuschaffen, die der Regierung und vor allem dem Präsidenten eine ungeheure Machtfülle erteilt und Immunität zusichert.

Rajapaksa ist seit 2005 an der Macht. Bei seiner Wahl versprach er, Sri Lanka zurück in eine parlamentarische Demokratie nach dem Vorbild Westminsters zu führen. Er sicherte sich 2010 die Wiederwahl und änderte die Staatsverfassung, die nur zwei Amtszeiten für einen Präsidenten vorsah.

Die um zwei Jahre vorgezogenen Wahlen werden von Beobachtern als Versuch des Präsidenten gewertet, sich eine erneute Amtszeit zu sichern, bevor die Popularität seiner Person und seiner Partei weiter sinkt. Bei den Kommunalwahlen im September hatte seine Partei Verluste von bis zu 21 Prozent hinnehmen müssen. Zugleich werfen ihm Kritiker vor, den Besuch des Papstes für eigene Zwecke zu missbrauchen. Die Wahl findet nur eine Woche vor dem Besuch statt.

Unterdessen sind in der Hauptstadt Colombo Wahlplakate des Staatspräsidenten aufgetaucht, die auch ein Foto des Papstes zeigen.

Eine unabhängige Organisation, die sich für freie und faire Wahlen einsetzt, sowie führende Vertreter der katholischen Kirche haben den Gebrauch des Bildnisses von Papst Franziskus für Wahlkampfzwecke verurteilt und die umgehende Entfernung dieser Plakate gefordert.

»Als unabhängige Wahlbeobachter fordern wir die sofortige Entfernung dieser Wahlplakate«, so Rohana Hettiarachchi, Executive-Director der Organisation People’s Action for Free and Fair Elections (PAFFREL). Vertreter der Bischofskonferenz des Landes haben nach dem Auftauchen der Plakate alle Parteien und Kandidaten aufgefordert, den Besuch des Papstes nicht für eigene Wahlkampfzwecke zu missbrauchen.

Unterdessen erklärte Minister Susil Premajayantha, dass das Wahlbündnis des Staatspräsidenten nichts mit den Postern zu tun habe und man nicht wisse, wer diese Plakate verbreitet habe.

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