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MYANMAR

Kirche feiert ihr 500-jähriges Bestehen

Kardinal Oswald Gracias (Mitte) und Erzbischof Charles Bo während der Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der Kirche Myanmars. FOTO: UCANEWS

Tausende Katholiken aus dem ganzen Land sind am 21. November 2014 in Yangon, der Hauptstadt Myanmars eingetroffen, um an den dreitägigen Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag der katholischen Kirche Myanmars teilzunehmen.

Kardinal Oswal Gracias, Erzbischof aus Mumbai, nahm an der Eröffnungsfeier in der St. Mary Kathedrale als Gesandter von Papst Franziskus teil.

»Heute ist nicht nur ein Tag großer Freude und Feierlichkeiten, sondern ein Tag der Reflexion darüber, was wir tun können, um wie viel mehr wir uns dem Evangelium hingeben können, auf welche Weise wir die Gesellschaft transformieren können und auf welche Weise wir den Menschen in Myanmar noch besser dienen können«, so Kardinal Gracias in seiner Ansprache.

Zuvor hatte Erzbischof Charles Bo aus Yangon in seiner Begrüßungsrede die Ausdauer und Treue der Gläubigen auch in sehr schwierigen Zeiten des Landes hervorgehoben. »Armut und Verfolgung – selbst den Tod – haben unsere Leute ertragen müssen, aber niemals haben sie davon abgelassen, Zeugnis von ihrem Glauben zu geben«, so Erzbischof Bo.

»Der Glaube, der zementiert worden ist mit Tränen, vereint uns heute in jedem Winkel des Landes.«

Das Christentum ist bis heute eine kleine Minderheit in dem mehrheitlich buddhistischen Land. Die Zahl der Katholiken beläuft sich auf etwa 750.000, bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 50 Millionen.

Zugleich drückte Erzbischof Charles Bo seine Hoffnung aus, dass Papst Franziskus, der Asien eine besondere Aufmerksamkeit schenke, das Land besuche.

Die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der Kirche finden zu einer Zeit statt, in der das Land darum kämpft, nach Jahrzehnten der Militärdiktatur den Übergang hin zu einer Demokratie zu bewerkstelligen. Nach Ansicht des Generalsekretärs der katholischen Bischofskonferenz des Landes komme der Kirche eine wichtige Rolle in diesem Prozess zu.

»Wir müssen heute in die Erbauung der Nation involviert sein, wir müssen uns in den Friedensprozess und die nationale Versöhnung einschalten. Die Kirche muss die Stimme der Stimmlosen sein, und sie muss für die Menschen der marginalisierten Gemeinschaften eintreten«, so Father Maurice Nyunt Wai gegenüber UCANews am 21. November 2014.

Insbesondere ein mögliches Scheitern der Friedensprozesse in verschiedenen Regionen des Landes besorgt viele Menschen.

Erst am 19. November hatte das Militär im Kachin-State (an der Grenze zu China) ein Trainingscenter der Kachin- Rebellen beschossen und 23 Menschen getötet, obwohl die Regierung Friedensgespräche zugesagt hatte. Der Vorfall ereignete sich nur einen Tag nach dem Besuch von US-Präsident Barack Obama, der die Regierung davor gewarnt hatte, eingeleitete Reformen rückgängig zu machen.

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