Informationen aus der Weltkirche SRI LANKA corner

SRI LANKA

Papst überbringt Botschaft der Hoffnung im ehemaligen Kriegsgebiet

Papst Franziskus besuchte während seiner Reise nach Sri Lanka auch den Marienwallfahrtsort Madhu im Norden des Landes. Der Wallfahrtsort liegt in einer Region, die während des Bürgerkrieges besonders unter der Gewalt zu leiden hatte. Während seiner Predigt rief er alle Bürger des Landes auf, sich gemeinsam für Versöhnung und Heilung einzusetzen.
FOTO: KNA-BILD

Tamilen fordern Gerechtigkeit

Papst Franziskus hat während seiner Reise nach Sri Lanka den Marienwallfahrtsort Madhu im Norden des Landes besucht, um dort Familien von Bürgerkriegsopfern zu treffen und mit ihnen zu beten. »Kein einziger Bürger des Landes kann die tragischen Ereignisse, die mit diesem Ort verbunden sind, vergessen«, so Papst Franziskus am 13. Januar in Madhu.

Die Kirche von Madhu liegt in einem abgelegenen Wildreservat im Distrikt von Mannar. Während des 26-jährigen Bürgerkrieges hat es in der Region massive Gewalt mit zahlreichen Opfern gegeben. Der Marienschrein von Madhu wird als heiligster Schrein der katholischen Kirche im gesamten Land angesehen. Vor Ausbruch des Bürgerkrieges haben bis zu einer Million Menschen an dem jährlich stattfindenden Festival in Madhu, dem Höhepunkt der jährlichen Wallfahrten, teilgenommen.

»Heute sind unter uns zahlreiche Familien, die enorm unter dem langen Krieg gelitten haben, der das Herz Sri Lankas zerrissen hat«, so Franziskus. Viele tamilische und singhalesische Familien seien ermordet worden, »während dieser furchtbaren Gewalt über all die Jahre«.

Schätzungsweise 80.000 – 100.000 Menschen sind während des Bürgerkrieges ums Leben gekommen. »Im Gefolge solch eines Hasses, solch einer Gewalt und Zerstörung, wollen wir der Gottesmutter Maria danken, dass sie darin fortfährt, uns Jesus zu bringen, der allein die Macht hat, die offenen Wunden zu heilen und den Frieden wieder herzustellen. «

Vertreter tamilischer Menschenrechtsorganisationen erklärten in einem Brief an den Papst, den sie ihm zum Ende des Gottesdienstes überreichten, dass es bis heute keinerlei ernsthafte Bemühungen von Seiten der Regierung gegeben habe, die eigentlichen Ursachen der Probleme zu benennen und zu beseitigen. »Wirkliche Versöhnung ist nicht möglich, wenn es keine glaubwürdige Rechenschaft und Aufklärung gibt«, so Father Jeyabalan Croos, tamilischer Menschenrechtsaktivist gegenüber UCANews am 13. Januar. »Die lokalen politischen Autoritäten zeigen keinerlei Interesse, notwendige Schritte hin zu einer wahrhaften nationalen Versöhnung zu unternehmen, was auch die Untersuchung und Aufklärung möglicher Menschenrechtsverletzungen betrifft.«

Zuvor hatte Papst Franziskus in Sri Lanka dazu aufgerufen, die »Wahrheit zu verfolgen« in diesem »Prozess der Heilung der Wunden des Krieges«. Der Prozess der Heilung »muss die Suche nach Wahrheit einschließen, nicht um alte Wunden wieder aufzureißen, sondern als notwendige Maßnahme, Gerechtigkeit, Heilung und Einheit zu fördern.« Alle Tamilen und Singhalesen rief der Papst dazu auf, »die Einheit wieder herzustellen, die während des Krieges verloren gegangen ist. So wie die Statue Mariens nach dem Krieg zurück zu ihrem Schrein von Madhu gekommen ist, beten wir, dass alle ihre Töchter und Söhne Sri Lankas zurück zu Gott kommen, mit einem erneuerten Geist der Versöhnung und Nachfolge.«

Gratis-Ausgaben

Ich möchte Forum Weltkirche mit 2 Gratis-Ausgaben kennen lernen.

/ Bestellen bei HerderShop24