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KENIA

Lern- und Begegnungsreise mit Universität Münster

Theologiestudenten aus Münster haben an der von missio organisierten Studienreise nach Kenia teilgenommen.
FOTO: KNA-BILD

Studierende lernen lebendige Ortskirche kennen

Insgesamt 18 Theologiestudenten der Universität in Münster haben an einer vom Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen organisierten Lern- und Begegnungsreise nach Kenia teilgenommen. In Kooperation mit dem Maryknoll Institute of African Studies (MIAS) haben die Studierenden zunächst eine Einführung in afrikanische Kulturen und Religionen erhalten. Das Eintauchen in die afrikanischen Realitäten in einem geschützten Rahmen war ein wichtiger erster Schritt, um mit dem Alltagsleben des für die meisten Reiseteilnehmer doch fremden afrikanischen Kontinents vertraut zu werden. Schwerpunktthema des Aufenthaltes in Nairobi war das pastorale Modell der Kleinen Christlichen Gemeinschaften als ein Weg des Kirche-Werdens im afrikanischen Kontext. Die Studierenden erlebten vor Ort, wie die pastorale Priorität der ostafrikanischen Bischofskonferenz (AMECEA) umgesetzt wird. Die Studierenden wurden dafür auf verschiedene Kleine Christliche Gemeinschaften aufgeteilt und haben einen Tag in diesen Gemeinschaften verbracht. Im Anschluss daran folgte eine Auswertung mit dem Maryknoll- Missionar Fr. Joe Healey, einem der bedeutendsten Wegbegleiter der Kleinen Christlichen Gemeinschaften im östlichen Afrika. Auch der folgende Aufenthalt in der Diözese Eldoret richtete den Fokus auf das Modell der Kleinen Christlichen Gemeinschaften – unter besonderer Berücksichtigung des Friedensprozesses, den der dortige Bischof Cornelius Korir vor vielen Jahren angestoßen hat. Die Studierenden erlebten dabei auf eindrucksvolle Weise, wie Kleine Christliche Gemeinschaften dazu beitragen können, dass verschiedene Stämme – in diesem Fall die Kikuyu und die Kalenjin – ihre Konflikte um Land- und Wasserressourcen nicht mit kriegerischen Mitteln, sondern im Konsens lösen. Dabei wurde auch deutlich, welche Bedeutung der von missio unterstützten Ausbildung von Mediatoren in diesem Kontext zukommt. Der dritte und letzte Teil der Reise, der die Studierenden an das von Jesuiten geleitete Hekima College führte, stand unter dem inhaltlichen Thema »HIV/Aids-Pastoral«. Die Studierenden besuchten kirchliche Gesundheitsstationen in den großen Slums von Kibera, Kangemi und Kawangara. Sie erhielten dabei einen umfassenden Überblick über die nach wie vor große Herausforderung der Aids-Pandemie. Die Studierenden haben im Rahmen der Keniareise hautnah erfahren, wie wichtig es ist, Orte für eine offene Kommunikation zu schaffen, die eine kritische theologische Reflexion über die Herausforderung der afrikanischen Realitäten ermöglicht. Sie haben erlebt, was es heißt, sich dem Fremden auszusetzen und dabei auch widersprüchliche Erfahrungen auszuhalten. Die Heterogenität der Kontexte und des gelebten Glaubens verlangen von den Teilnehmenden, die eigene Position und damit auch die eigene Identität als Theologen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Durchgeführt wurde die Reise von missio gemeinsam mit Adveniat und der Katholisch- Theologischen Fakultät der Universität Münster. (mzf)

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