Informationen aus der Weltkirche BISTUM ROTTENBURG-STUTTGART corner

FairHandeln in Stuttgart

missio-Truck auf der Messe

Mirjam Hitzelberger

Viele Besucher der Messe FairHandeln hörten interessiert zu, als Bakri Hassoun von seinen Erfahrungen als Flüchtling in Deutschland berichtete. FOTO: PRIVAT

»Kein Blut mehr in Handys!« – zwei lebensgroße Smartphones werden von einer buntgemischten Gruppe an Menschen begleitet und erregen die Aufmerksamkeit der Messebesucher. Was ist da los?

Interessiert bleiben einige Besucherinnen und Besucher stehen und verfolgen das kleine Spektakel vor dem missio- Stand auf der Messe FairHandeln. Die als Handys Verkleideten sprechen die Schaulustigen nach ihrem Auftritt an: »Haben Sie ein sauberes Handy? Wissen Sie, woher die Rohstoffe in Ihrem Smartphone stammen?« Die meisten Besucher wissen wohl nicht so recht, was sie antworten sollen. Der ein oder andere hat schon von Missständen in der Demokratischen Republik Kongo gehört und weiß, dass beim Rohstoffabbau nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Manche hören auch zum ersten Mal davon. Viele lassen sich jedoch auf ein Gespräch ein und sind interessiert an dem, was die »Handys« zu sagen haben.

Im Rahmen der siebten Messe Fair- Handeln, die vom 9. bis 12. April 2015 in Stuttgart stattfand, wurde mit einem Flashmob auf die Themen der Aktion »Saubere Handys« aufmerksam gemacht. So konnten viele Unterschriften für eine Petition, die sich an die Handyhersteller richtet und sich für eine saubere Handyproduktion einsetzt, gewonnen werden.

Doch nicht nur der Flashmob sorgte für große Aufmerksamkeit: Der missio-Truck »Menschen auf der Flucht« war ein echter Publikumsmagnet auf der Messe und lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher an den Stand. Die beiden Truckbegleiter Ann-Christin Verholen und Serge Aka informierten – unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern – die Besucher über die Situation in der Demokratischen Republik Kongo und die Arbeit von missio. Vielen war der Zusammenhang von Handyproduktion, dem Bürgerkrieg im Kongo und der Flucht von unzähligen Menschen nicht bewusst.

Präsent war das Thema »Menschen auf der Flucht« auch während eines kurzen Programmpunkts, den die missio- Diözesanstelle Rottenburg-Stuttgart auf der Bühne der Messe FairHandeln gestaltete. Im Interview erzählte Serge Aka von seinen Erfahrungen mit dem Truck auf Reisen und den Reaktionen der Menschen in Deutschland auf das Thema Flucht. Er berichtete, wie er die Wahrnehmungen der (jungen) Menschen, die den Truck besuchen, erlebt und wie wichtig die Aufklärungskampagne von missio zum Thema Flucht ist. Eine andere Perspektive brachte Bakri Hassoun ein, ein Flüchtling aus Syrien, der seit 6 Monaten in Stuttgart lebt. Er berichtete von verschiedenen Projekten und Orten, an denen er willkommen geheißen wurde und wieder ein Stückchen Heimat finden konnte. Gleichzeitig machte er dem Publikum anschaulich klar, dass der Schlüssel für eine Kultur des Willkommens darin liegt, einander kennenzulernen und offen aufeinander zuzugehen – ein Appell an jeden Einzelnen, sich den Menschen, die bei uns in Deutschland Schutz suchen, nicht zu verschließen.

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