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AKTION LEBENSZEICHEN

Religionsfreiheits-Kampagne lebt in den Diözesen

Steffen Jahn / Johannes Seibel

»Rund drei Viertel der Weltbevölkerung lebt in insgesamt 184 Ländern, in denen die freie Religionsausübung gefährdet ist. Dies betrifft Angehörige aller Religionen, wenngleich Christen und Muslime nicht zuletzt aufgrund ihrer Anzahl am häufigsten betroffen sind. Christen und Muslime umfassen rund die Hälfte der Weltbevölkerung.« Das ist das Ergebnis des »Ökumenischen Berichts zur Religionsfreiheit von Christen weltweit«, den die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) 2013 herausgegeben haben. Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen findet sich mit diesem Umstand nicht ab.

Materialien für engagierte Christen wurden zur »Aktion
Lebenszeichen – Solidarität mit bedrängten Christen« entwickelt.
FOTO: MISSIO AACHEN

Als kirchliches Hilfswerk ist missio natürlich zuerst bemüht, den christlichen Glaubensgeschwistern weltweit in ihrer Bedrängnis beizustehen, die Opfer der Einschränkung von Religionsfreiheit werden. Was aber nicht in dem Sinne eines alleinigen, exklusiven Einsatzes für Christen missverstanden werden darf.

Denn das Menschenrecht auf Religionsfreiheit ist unteilbar. Wer es verteidigt, muss es auch für Muslime, Buddhisten, Hinduisten und Angehörige anderer Religionen verteidigen – ja, er muss auch das Recht der Menschen respektieren, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. Hier versteht missio Aachen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 als Leitbild: »Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen«.

Insofern ist es folgerichtig, dass missio Aachen in den vergangenen drei Jahren rund 1,5 Millionen Euro in etwa 60 interreligiöse Projekte seiner Partnerkirchen in Afrika, Asien und Ozeanien gemeinsam mit dem Missionswissenschaftlichen Institut (MWI) investierte. Daneben versteht sich das Hilfswerk als Lobby in der nationalen und internationalen Politik für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit, veröffentlicht Reihen wie »Länderberichte Religionsfreiheit« und »Menschenrechtsstudien« oder veranstaltet Kongresse zum Thema Religionsfreiheit, die Angehörige unterschiedlichster Religionen und christlicher Konfessionen an einen Tisch bringt. Diese Arbeit koordiniert ein eigener Grundlagenreferent Menschenrechte/Religionsfreiheit.

Aktion Lebenszeichen – Engagement für Menschen in Bedrängnis

Um in Deutschland das Bewusstsein für Menschen zu schärfen, die unter der Einschränkung von Religionsfreiheit leiden, hat missio Aachen zudem eigene Beteiligungsformate entwickelt. Eines davon heißt »Aktion Lebenszeichen – Solidarität mit bedrängten Christen«. Darin werden Männer und Frauen vorgestellt, deren Lebensschicksale exemplarische Einschränkungen der Religionsfreiheit veranschaulichen und ihnen ein Gesicht geben. Kampagnenmaterial, Liturgische Hilfen und Anregungen für Mitmach-Aktionen helfen Interessierten vor Ort, beispielsweise mit Gottesdiensten oder Andachten spirituelle Solidarität mit bedrängten Christen und Angehörigen anderer Religionen zu zeigen.

Regina Ndat aus Nigeria ist eine der Protagonistinnen der »Aktion Lebenszeichen«. Sie ist die Witwe eines katholischen Laien, der während eines Anschlages der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram auf die Pfarrkirche des Ehepaares ums Leben gekommen ist – er wollte die Kirche vor den Attentätern schützen. Mohammed Hegazy aus Ägypten musste untertauchen und ist sozial geächtet, weil er zum Christentum konvertiert ist – und dies auch in seinen Personalpapieren festschreiben lassen wollte. Lokale Behörden aber verweigerten ihm dieses Recht, das in der ägyptischen Verfassung verbrieft ist.

Theophilus Bela aus Indonesien ist ein katholischer Menschenrechtler. Er engagiert sich im interreligiösen Dialog und sorgt gemeinsam mit Vertretern anderer Religionen dafür, dass in lokalen Konflikten Religion nicht politisch instrumentalisiert wird und eskaliert. Bela kommt nach Deutschland und berichtet für missio über seine Arbeit. Theophilus Bela ist auch Gast des missio- Ideenworkshops »Religionsfreiheit lokal – Was kann ich in Deutschland für bedrängte Christen weltweit tun« in Aachen. Das ist eine Plattform für Engagierte in Pfarrgemeinden und Eine-Welt-Gruppen, in Gebets-, Bekannten- und Freundeskreisen, Verbänden, an Schulen und Hochschulen, die sich dort für bedrängte Christen und Religionsfreiheit weltweit einsetzen wollen.

Neu in die »Aktion Lebenszeichen« aufgenommen wurde im Frühjahr diesen Jahres der vietnamesische Blogger und Rechtsanwalt Le Quoc Quan. Begonnen hat dessen Einsatz für die Menschenrechte und Demokratie in Vietnam mit Aktionen für die Rechte der katholischen Kirche. Bald schon merkte er, dass Religionsfreiheit nur dann ohne Einschränkung gelebt werden kann, wenn die Menschen auch vorbehaltlos vom Menschenrecht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machen können. So weitete sich sein Tätigkeitsfeld von der Kirche auf die gesamte Gesellschaft Vietnams aus. Jetzt sitzt er wegen dieses Einsatzes im Gefängnis. Mit seinem Beispiel will missio Aachen auf die Gefährdungen hinweisen, die der Religionsfreiheit durch staatliche Repressionen in postkommunistischen Ländern drohen.

Auch die Christin Asia Bibi ist ein Gesicht der »Aktion Lebenszeichen«: Sie ist in Pakistan wegen der so genannten Blasphemiegesetze zum Tod verurteilt worden. Angeblich soll sie im Streit mit Arbeitskolleginnen den Propheten Mohammed beleidigt haben. Im vergangenen Jahr hat sich missio Aachen insbesondere für diese Christin eingesetzt – zumal Pakistan das Beispielland der Jahresaktion »Monat der Weltmission« von missio in Deutschland gewesen war.

Das pakistanische Strafgesetzbuch sieht – neben weiteren Tatbeständen – für die Verunglimpfung des Propheten Mohammed die Todesstrafe, für die Verunglimpfung des Korans lebenslange Haftstrafen vor. Bis 1982 waren dazu nur neun Fälle vor Gericht behandelt worden, seit der Verschärfung der Gesetze dagegen nach Angaben pakistanischer Quellen (Stand Mitte 2013) rund 1.250 Fälle. Betroffen sind davon etwas mehr als 600 Muslime, rund 460 Ahmadis (eine Gruppe, die von vielen Muslimen nicht als Muslime anerkannt werden), knapp 160 Christen, 30 Hindus und andere. Gerichtlich verhängte Todesstrafen sind bisher noch nicht vollstreckt worden. Allerdings kamen seit 1991 rund 50 Personen gewaltsam durch Attentate oder außergerichtliche Lynchjustiz zu Tode, nachdem sie aus dem Gefängnis entlassen oder mit Blasphemievorwürfen in Verbindung gebracht worden waren.

Die Gesetze zu »religionsbezogenen Vergehen« – offiziell taucht das Wort Blasphemiegesetz im pakistanischen Strafgesetzbuch nicht auf – sind ursprünglich 1860 noch unter britischer Herrschaft in Kraft getreten. Sie wurden nach der Staatsgründung Pakistans 1947 mit übernommen und mehrmals erweitert. Die fünf umstrittensten Paragraphen wurden zwischen 1980 und 1986 während der Militärherrschaft von General Zia-ul- Haq eingeführt.

Heute kann selbst die Kritik an diesen Gesetzen als Vorwand für eine Anklage dienen. Im Alltag wird das Blasphemiegesetz dazu missbraucht, um im Zuge von Nachbarschaftsfehden, politischen Querelen oder ökonomischen Streitigkeiten missliebige Personen und religiöse Minderheiten auszuschalten oder unter Druck zu setzen. Das Gesetz prägt die politische Kultur Pakistans und schafft eine Sphäre allgemeinen Misstrauens und der Einschüchterung. Für Minderheiten und moderate Muslime ist es schwierig, sich öffentlich kritisch zum Blasphemiegesetz zu äußern.

So hatten sich zwei prominente Politiker in Pakistan für die vor fünf Jahren aufgrund der Blasphemiegesetze zum Tode verurteilte Asia Bibi eingesetzt. Der damalige Minister für religiöse Minderheiten in der Regierung Pakistans, Shabbaz Bhatti, wurde am 2. März 2011 ermordet. Salman Taseer, Gouverneur der Provinz Punjab, wurde am 4. Januar 2011 von seinem eigenen Leibwächter erschossen. Seitdem halten sich Politiker und hohe Angehörige der Justiz zurück.

Auf diesem Hintergrund startete missio Aachen eine Unterschriftenaktion für die Protagonistin der »Aktion Lebenszeichen« Asia Bibi. Mithilfe einer Postkartenaktion, Unterschriftenlisten oder der Internetplattform »OpenPetition« konnten von Juni bis Dezember 2014 rund 18.500 Stimmen für ihre Freiheit und gegen den Missbrauch der Blasphemiegesetze in Pakistan gesammelt werden. Sie wurden Anfang Dezember in Berlin von missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer an den Bundesbeauftragten für Menschenrechte, Christoph Strässer, übergeben.

Entscheidend für den Erfolg solcher Aktionen ist es, dass das Anliegen möglichst breit in die Öffentlichkeit gestreut werden kann und lokale Unterstützer sich engagieren. Hier beginnt nun die Arbeit der Diözesanreferenten und Referentinnen des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio. Sie sind die Stimme von missio an der Basis. Wie das geschehen kann, zeigen im Folgenden die Aktionen des missio-Diözesanreferenten im Bistum Fulda für das Thema Asia Bibi und Religionsfreiheit.

Mit großformatigen Bannern setzen sich Gemeinden, Diözesen und Eine-Welt-Gruppen weithin sichtbar für das Recht auf Religionsfreiheit ein.
FOTO: MISSIO/HELMUT SCHWARZBACH

Einsatz für Religionsfreiheit in den Diözesen

Für die Arbeit eines Diözesanreferenten oder einer Referentin ist ein regionales Netzwerk aus Multiplikatoren und weltkirchlich interessierten Personen unerlässlich. Immer wichtiger werden dabei auch die Möglichkeiten, die die sozialen Netzwerke im Internet und den sozialen Medien bieten.

Besonders der von missio Aachen erstmalig gewählte Weg einer Online-Petition für Asia Bibi bot die erfolgreiche Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen. Der Kreis der zu erreichenden Personen erweiterte sich im Bistum Fulda um alle Kontakte und Personen, die in den sozialen Netzwerken mit dem Referat Weltkirche, dem missio-Referenten oder den Jugendverbänden vernetzt waren. Außerdem konnten mit dem Anliegen Asia Bibi verschiedene Personengruppen wie die »Pastoralen Mitarbeiter im Bistum Fulda«, die Gruppe des »Katholikenrates im Bistum Fulda« oder des »BDKJ-Diözesanverbandes « auf der Plattform »Facebook« direkt angesprochen und zur Teilnahme motiviert werden.

Passend zeitgleich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 schuf die Verlosung mehrerer missio-Fußbälle, die unter der zertifizierten Bedingung des Fair Trade in Pakistan gefertigt waren, einen zusätzlichen Anreiz zum Engagement für Asia Bibi und das Thema Religionsfreiheit in Pakistan. Über ein Thema wie den Sport mit sehr hoher gesellschaftlicher Relevanz konnte so auf das Schicksal der Protagonisten der »Aktion Lebenszeichen« und die Situation der bedrängten Christen aufmerksam gemacht werden.

Flankiert wurde das Online-Angebot im Bistum Fulda auf der Bistumshomepage und in den sozialen Netzwerken durch Hinweise auf weiterführende Informationen und Materialien. Ein Materialpool stand während der kompletten Kampagne zur Ausleihe im missio-Diözesanbüro zur Verfügung, und eine Verlinkung führte zum Downloadbereich für die Materialien auf der missio-Homepage www.missio-hilft.de. Damit wurde eine direkte Verbindung von der Petition zum missio-Format »Aktion Lebenszeichen« hergestellt und den Interessierten die Möglichkeit zur persönlichen thematischen Auseinandersetzung geboten, die wiederum zur eigenen Initiative und der Planung eigener Aktionen an lokalen pastoralen Orten anregen sollte.

Die Idee war, dass das engagierte Gemeindemitglied, das im Internet oder über die sozialen Medien von der Kampagne für Asia Bibi und die »Aktion Lebenszeichen « erfährt, Texte, Artikel oder Informationen mit seinem eigenen digitalen und persönlichen »Netzwerk« teilt und anschließend in der weltkirchlichen Diözesanstelle des Bistums Fulda das Material für einen Gemeindegottesdienst zum Thema »Bedrängte Christen« ausleiht und durchführt.

In bunten Aktionen engagieren sich Christen auch im Bistum Fulda für bedrängte Christen weltweit.
FOTO: MISSIO/HELMUT SCHWARZBACH

Religionsfreiheit ist Menschenrecht

Ein weiteres gelungenes Beispiel für ein einfaches und werbewirksames Instrument zur lokalen Öffentlichkeitsarbeit der »Aktion Lebenszeichen« war eine Aktion mit einem großformatigen Banner, auf dem Papst Franziskus mit dem Leitsatz: »Religionsfreiheit ist Menschenrecht!« abgebildet ist.

Um auf das Banner aufmerksam zu machen, wurden im Bistum Fulda zunächst mit einem Presseartikel und einem Bericht in der Kirchenzeitung auf die Möglichkeit der Bannerbestellung hingewiesen. Parallel dazu waren die Banner, auch in Verbindung mit Informationen und Aktionsmaterialien zum Thema Religionsfreiheit, im Diözesanbüro ausleihbar.

Um die Pfarrgemeinden zu motivieren, ihren Kirchturm mit dem überdimensionalen Franziskusbanner zu schmücken, wurden dann die ersten Plakate vom missio-Referat an prominenten Plätzen in Fulda – wie an der Mauer der Michaelskirche, am Bischöflichen Generalvikariat oder gegenüber der Stadtpfarrkirche – platziert. In den digitalen Netzwerken wie Facebook wurden die Nutzer dann vom Diözesanreferenten aufgefordert, Fotos von Franziskusbannern an anderen Orten im Bistum einzustellen, die dann wiederum auf der Bistumshomepage, im Facebook-Profil des Referates Weltkirche im Bistum Fulda und in der diözesanen Kirchenzeitung veröffentlicht wurden.

Innerhalb weniger Wochen erreichten die Diözesanstelle zahlreiche Fotos von Kirchtürmen, Pfarrhäusern, Gemeindehäusern und anderen Einrichtungen aus allen Teilen der Diözese, die sich an der Aktion beteiligten. Lokale Medien vor Ort brachten die auffälligen Banner ebenso »in die Zeitung«. Während dieser Zeit erreichten den Diözesanreferenten zudem mehrere Anfragen, die sich über die Arbeit von missio Aachen und die »Aktion Lebenszeichen« informieren wollten. Ein Beispiel, wie sich die kirchliche Präsenz in sozialen Medien und im Internet, in traditionellen Medien wie den Lokal- und Kirchenzeitungen sowie in der gleichsam physischen Präsenz der Diözesanstelle für Weltkirche miteinander verbunden haben, um das Thema Religionsfreiheit in einer breiten Öffentlichkeit zu verankern.

Mit einer großformatigen Mauer und einer eingeübten Choreographie erinnerten Christen in Fulda an das Schicksal der zum Tode verurteilten Asia Bibi und anderer Christen in Pakistan.
FOTO: MISSIO/HELMUT SCHWARZBACH

Religionsfreiheit im Monat der Weltmission

Im Oktober vergangenen Jahres wurde der Monat der Weltmission, die Hauptkampagne des Hilfswerkes missio, mit Gästen der katholischen Kirche aus Pakistan im Bistum Fulda eröffnet. Der Projektgruppe des Bistums, die die Eröffnung des Monats der Weltmission vorbereitete, war eine bistumsweite und Pfarreien übergreifende Hinführung zum Thema Pakistan und Religionsfreiheit ein wichtiges Anliegen. Mehrere Aktionen realisierten dieses Anliegen.

Das Bistum sorgte für eine umfangreiche Vorberichterstattung. Generalvikar Professor Gerhard Stanke rief in einem persönlichen Brief an alle Pfarrgemeinden, Einrichtungen und Gremien der Diözese zu einem gemeinsamen Friedensgebet auf. Der Termin wurde in der Kirchenzeitung, den regionalen Medien und sozialen digitalen Netzwerken beworben. Die vom Seelsorgeamt des Bistums Fulda eigens dafür entwickelten Materialien wie Gebetskärtchen, geistlicher Impuls und liturgische Hilfen wurden zudem auf der Bistumshomepage zum Download eingestellt.

Eindrucksvoll war, wie in einer großen Gebetsgemeinschaft am 22. September um 12 Uhr bistumsweit für die bedrängten Christen in Pakistan und für die Opfer der Einschränkung von Religionsfreiheit weltweit gebetet wurde. Auch nahmen viele Pfarreien die Vorbereitungen auf den Monat der Weltmission und den Aufruf des Generalvikars zum Anlass, ihre Gottesdienste, Andachten und Gebete für »Christen in Bedrängnis « mit den missio-Materialien der »Aktion Lebenszeichen « zu gestalten.

Die bundesweite Eröffnung des missio-Monats der Weltmission am ersten Oktoberwochenende 2014 in Fulda war von Beginn an mit drei Schwerpunkten geplant: Die Eröffnung des Aktionsmonats selbst wurde in einem Pontifikalamt im Hohen Dom zu Fulda mit Bischof Heinz Josef Algermissen und missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer sowie den Gästen der Weltkirche gefeiert. Am »Tag der Begegnung« lernten die Gäste aus Pakistan und ihre Begleiter verschiedene Orte der Diözese kennen und konnten die pastorale Arbeit in der Begegnung mit den Menschen in den Pfarreien selbst erfahren. Weltkirche ist keine Einbahnstraße – denn die Angehörigen der Partnerkirchen von missio in Afrika, Asien und Ozeanien sind auch daran interessiert, wie Kirche in Deutschland gelebt wird. Schließlich stand an einem »Thementag« in der Fußgängerzone in der Fuldaer Innenstadt mit Zeltständen und einem Bühnenprogramm das Beispielland Pakistan im Mittelpunkt der Eröffnung.

Zahlreiche Medien berichteten darüber, als Gäste aus Pakistan – unter ihnen Erzbischof Shaw aus Lahore – zusammen mit missio-Präsident Klaus Krämer die Mauer der Verfolgung und Unterdrückung umstürzten.
FOTO: MISSIO/HELMUT SCHWARZBACH

Maueraktion »The Wall«

Zentraler Teil dieses »Thementages« war unter anderem ein Informationszelt, in dem die »Aktion Lebenszeichen« vorgestellt wurde, Menschenrechts-Experten von missio für Gespräche zur Verfügung standen und die Petition für Asia Bibi unterzeichnet werden konnte. Wichtigster Blickfang war aber die Aktion »The Wall«: Eine zehn mal drei Meter große Mauer aus Hartschaumklötzen symbolisierte die Situation von Menschen, die unter der Einschränkung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit leiden. Die Quader, die die Religionsfreiheit gleichsam einmauern, wurden dann von Bischof Algermissen und Prälat Krämer gemeinsam mit Jugendlichen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und den Gästen des »Monats der Weltmission « in einer eingeübten Choreographie umgeworfen und eingerissen. So konnten für die Medien, die sozialen Netzwerke und die Besucher des »Thementages « eindrucksvolle Bilder generiert werden, die das Thema Religionsfreiheit veranschaulichten. Der Einsatz für Religionsfreiheit – was oft wie graue Theorie klingt, wurde in Fulda mit Händen greifbar.

Steffen Jahn ist missio-Diözesanreferent im Bistum Fulda, Johannes Seibel leitet bei missio die Abteilung Kommunikation & Presse

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