Aus- und Weiterbildung in Mosambik Das Centro de Formação de Nazaré corner

Aus- und Weiterbildung in Mosambik

Das Centro de Formação de Nazaré

HUGH SEENAN

Das Ausbildungszentrum Nazaré (CFN – Centro de Formação de Nazaré) gehört zur Erzdiözese Beira in Zentralmosambik. Das Zentrum mit seinem 40 Hektar großen Gelände liegt 20 Kilometer außerhalb von Beira am Rande eines ausgedehnten Sumpfgebietes im Delta des Flusses Pungwe. Aufgrund des sumpfigen Bodens ist die Gegend nur dünn besiedelt. Das Angebot des Zentrums umfasst Aus- und Weiterbildung im geistlichen, seelsorgerischen, humanen und sozialen Bereich – vorrangig für Laien. Die Bildungsprogramme sind in erster Linie für die Erzdiözese und ihre Laien vorgesehen, aber aufgrund seiner zentralen Lage in einem flächenmäßig großen und langgestreckten Land wird das Zentrum auch von der Bischofskonferenz und anderen Landesverbänden im Ordens-, Laien- und zivilen Bereich genutzt. Das Programmangebot des CFN ist breit gefächert. Die bekanntesten Angebote sind die jährlich stattfindende Theologische Woche und die inkulturierten, der Tradition der mosambikanischen Gesellschaft angepassten Programme für Jugendliche.

Charakteristisch für die Wirtschaft Mosambiks ist das Gefälle zwischen Stadt und Land.
FOTO: KLAUS VELLGUTH

Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit 1967–75

Getragen vom damaligen Missions- und Evangelisierungsgedanken und in Reaktion auf den Bedarf an gut ausgebildeten Katechisten gründete Bischof Sebastian de Resende, Afrikamissionar/Mitglied der Weißen Väter, im Jahr 1967 das Katechismus-Zentrum Nazaré. Dazu übernahm man das System bestehender Katechismus-Zentren wie Mtendere in Malawi. Nazaré war ein über viele Jahre hinweg gehegter Traum. Die späteren Zentren von Guiua (Inhambane) im Süden und Anchilo (Nampula) im Norden von Mosambik entstanden nach dem Vorbild von Nazaré. In Vorbereitung des Projekts sandte der Bischof zwei Mitglieder der Weißen Väter, Josef Pampalk und Antonio Molina Molina, sowie den Jesuiten José de Sousa an das Internationale Zentrum Lumen Vitae nach Brüssel.

1967 begannen die Bauarbeiten. Errichtet wurden zunächst das Väterhaus, das Schwesternhaus, die Kapelle, Unterrichtsräume, die Bibliothek, der Speisesaal, Büros und 30 Häuschen zur Unterbringung der Katechisten und ihrer Familien sowie Brunnen,Werkstätten usw. Geleitet wurden die Arbeiten von Josef Pampalk, einem Mitglied der Weißen Väter aus Österreich, der sich Unterstützung von der Österreichischen Bischofskonferenz sicherte.

Am 8. September 1968 erfolgte die Einweihung des Zentrums. Die erste Gruppe von Auszubildenden bestand aus 15 Katechisten mit ihren Familien, die in den ersten 15 Häuschen untergebracht waren. Bevorzugt wurden junge Familien aufgenommen. 1970 traf die erste Gruppe von Schwestern vom guten Hirten ein, Franziskanerinnen einer spanischen Ordensgemeinschaft.

Ende Mai 1971 vertrieb die Kolonialregierung die Weißen Väter aus dem Land. Dadurch war Fr. Sousa SJ plötzlich auf sich allein gestellt. Seine Belastung stieg noch, als er im Juli zum Generalvikar der Diözese ernannt wurde. Daraufhin ernannte man einen Burgos- Vater zum stellvertretenden Zentrumsleiter. Die Kurse liefen weiter bis zum Ende der portugiesischen Diktatur im Jahr 1974. 1975 übernahm die marxistische Frelimo-Regierung das Zentrum.

Den Katechisten, Vätern und Schwestern bot das Zentrum eine echte Gemeinschaft. Häufig wurden abends in einer Atmosphäre der Andacht und Meditation wichtige Themen besprochen. Viele Priester und Schwestern halfen dem Zentrum bei seiner Arbeit.

Es entstand ein Zentrum für Pastorale Studien. Themenschwerpunkte waren Liturgie, der Zusammenhang von Katechese, Evangelisierung und Glauben, politisches Leben, lokale Kultur und Brauchtum. Daraus entwickelte sich die Idee des Katechumenats auf nationaler Ebene. Das Zentrum für Pastorale Studien wurde zu einem Landeszentrum unter dem Dach der Bischofskonferenz. Es leistete ausgezeichnete Dienste und veröffentlichte viele Studien. Priester und Ordensangehörige vieler Kongregationen und Diözesen kamen nach Nazaré, um zu lernen und sich weiterzubilden. Zudem besuchten Teams aus Nazaré alle Diözesen in Mosambik und veranstalteten Bildungswochen zum Katechumenat und den Sakramenten. So brachte es Nazaré zu nationaler Bekanntheit als Denkfabrik in Sachen Evangelisierung und Mission in Mosambik.

Die 2800 Kilometer lange Küste Mosambiks bietet ein großes Entwicklungspotenzial. Allerdings hat das Land de facto keine Kontrolle über die Fischerei vor der Küste, die touristisch noch kaum erschlossen ist.
FOTO: KLAUS VELLGUTH

Von der Unabhängigkeit bis heute: Ausbildungszentrum

Das Übergangsjahr 1974–75 war für viele Missionare ein Jahr der Wirren. Viele mussten das Land überstürzt verlassen, andere schlossen unausgereifte Verträge mit den neuen Machthabern ab. Die letzten Missionare in Nazaré übergaben das Zentrum auf eigene Initiative dem mosambikanischen Frauenbund OMM. Damit griff man dem vor, was ohnehin passiert wäre, denn die Verstaatlichung von Kircheneigentum war eines der erklärten Ziele der marxistischen Revolution. Dies setzte man dann kurz nach der Unabhängigkeit auch in die Praxis um. Der OMM blieb nicht lange, es übernahm die FPLM (Armee). Auch die FPLM verließ das Zentrum wieder und übergab es einer kleinen Gruppe von Soldaten und Milizionären zur Bewachung. Sie brauchten nicht lange, um das Zentrum komplett zu ruinieren, indem sie alles verkauften, was sich verkaufen ließ.

1992 erhielt die Erzdiözese Beira das Zentrum zurück. Odilo Cougil (Afrikamissionar/Mitglied der Weißen Väter) wurde 1993 zu seinem Leiter ernannt und machte es zu dem, was es heute ist. Statt eines Ausbildungszentrums für Katechisten ist es heute ein Ausbildungszentrum, das den gesamten Bildungsbedarf in der Diözese deckt. Damit begann für das Zentrum – jetzt unter dem Namen Centro de Formação de Nazaré – ein neuer Abschnitt.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten von Nazaré stehen die menschliche und christliche Erziehung mit besonderem Schwerpunkt auf den Gruppen, die in der Ortskirche Ämter ausüben:

  • Jugendarbeit mit dem Versuch, traditionelle Werte und das Beste der Moderne im Lichte des Evangeliums miteinander zu verbinden;
  • Ausbildung freiwilliger Katechisten;
  • Ausbildung von Laienführern mit verschiedenen Ämtern in den Pfarreien und christlichen Basisgemeinden; – theologische Ausbildung im Rahmen der jährlich stattfindenden Theologischen Woche;
  • Exerzitien;
  • Besuche bei abgelegenen Pfarrgemeinden und Gruppen der Erzdiözese – mitunter bis zu 500 km von Beira entfernt.

Auf alle oben genannten Punkte hat die Inkulturation Einfluss. Der Großteil der Aktivitäten wird davon bestimmt, was die verschiedenen diözesanen Ausschüsse organisieren. Besonderen Stellenwert haben die Jugendprogramme. Sie machen die Hälfte des Besucherverkehrs im Zentrum aus. 2014 nahmen mehr als 3000 junge Menschen an Programmen teil. Das wichtigste Programm heißt Boas Maneiras (Sitte und Anstand). Aufbauend auf den Werten von Tradition und Moderne hilft es jungen Menschen, ihr Leben zu meistern. Darüber hinaus nutzen das Zentrum verschiedene andere Gruppen aus der Diözese, aber auch aus der gesamten Region und dem Land. Dazu gehören Ordensgemeinschaften, die das Zentrum für Exerzitien und Ordenstreffen nutzen, sowie NROs, die hier ihre Treffen und Bildungsveranstaltungen abhalten. Für das Zentrum ist dies eine wichtige Einnahmequelle.

Vom Zentrum selbst organisierte Programme komplettieren das Veranstaltungsprogramm. So gibt es die jährlich stattfindende Theologische Woche, eine Woche der Sozialstudien, Wochen zur Naturmedizin sowie Programme für Katechisten und Einführungskurse für neue Missionare.

Zehn Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche werden von Kleinbauern genutzt, nur drei Prozent für kommerzielle Produktion.
FOTO: KLAUS VELLGUTH

Forschung und Lehre Seit 1995 veranstaltet das Zentrum jedes Jahr seine Theologische Woche – mittlerweile zum 20. Mal. Schwerpunkt dieser Wochen sind Themen, die sich um die Situation der Religion in Mosambik drehen. Sie bieten die einzigartige Möglichkeit, die mosambikanische religiöse Identität im Lichte des Evangeliums stärker ins Bewusstsein rücken zu lassen und zu vertiefen. Die Abschlussberichte werden veröffentlicht und bilden eine wichtige Bibliographie der Inkulturation in Mosambik. Für dieses Jahr ist die Einrichtung einer Website zur Veröffentlichung der Dokumente geplant. Folgende thematische Schwerpunkte gab es bisher bei den Theologischen Wochen des Ausbildungszentrums:

1996 Initiation
1997 Vorfahren
1998 Tod
1999 Geister
2000 Ehe
2001 Ehe – Pastorale Ansätze
2002 Geister – Pastorale Ansätze
2003 Tod – Pastorale Ansätze
2004 Auf dem Weg zu einer inkulturierten christlichen Initiation: Katechese und Feier
2005 Interreligiöser Dialog
2006 Frauen in der katholischen Kirche
2007 Die Rolle der Ordensfrauen in der mosambikanischen Kirche und Gesellschaft
2008 Die Familie in Mosambik
2009 Die Kirche in Mosambik im Dienste von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden
2010 Eine versöhnte Kirche: Sauerteig für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden
2011 Eine versöhnte Kirche: Sauerteig der Versöhnung
2012 Dies ist unser Glaube; dies ist der Glaube der Kirche, den wir freudig verkünden
2013 Die Freude des Glaubens: Ein Mensch des Glaubens für das XXI. Jahrhundert sein
2014 Die Familie in Mosambik: Herausforderungen für das dritte Jahrtausend
2015 Geweihtes Leben: Evangelium, Prophetie, Hoffnung

Bis 2008 lieferte die erste außerordentliche Synode für Afrika die Inspiration für die Themen. Seit 2008 werden sie von der zweiten außerordentlichen Synode für Afrika, den Jahren des Glaubens und des geweihten Lebens sowie der Familiensynode bestimmt. Zu den bekanntesten Mitwirkenden von außerhalb zählen Erzbischof Buti Tihagale aus Südafrika, Bischof Peter K. Sarpong aus Ghana, Bischof Patrick Kallilombe MAfr. aus Malawi und Pater Eric de Rosny SJ aus Kamerun.

Im selben Zeitraum wurden acht Sozialstudienwochen veranstaltet, die verschiedene Probleme und Herausforderungen der mosambikanischen Gesellschaft thematisierten. Die letzte Woche dieser Art gab es im Jahr 2013 – in Kooperation mit den Afrikamissionaren/ Weißen Vätern anlässlich des 125. Jahrestags der Kampagne ihres Gründers, Kardinal Lavigerie, gegen den Sklavenhandel. Sie befasste sich mit modernen Formen der Sklaverei und erfuhr große Unterstützung von Seiten des SADC-Forums, das gegen den Kinder- und Frauenhandel kämpft.

In jüngerer Zeit spielte das Zentrum eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung und Durchführung der ersten Synode der Erzdiözese Beira. Die sechs Sitzungen fanden im Zentrum statt. Auch bei der Verbreitung der Abschlussdokumente und der Umsetzung der Empfehlungen der Synode spielt das Zentrum eine wichtige Rolle.

Das Zentrum Lage: 20 Kilometer außerhalb von Beira an der Hauptausfallstraße der Stadt in einer Gegend, die trotz der Nähe zur Stadt aufgrund des sumpfigen Bodens nur dünn besiedelt ist.

Mitarbeiter: Am Zentrum arbeiten zwei Priester, Fr. Fidel Salazar aus Mexiko und Fr. Hugh Seenan aus Schottland, beide Afrikamissionare. Unterstützt werden sie bei den meisten Bildungsprogrammen von Joaquim Manuel, einem ausgebildeten Katecheten. Darüber hinaus gibt es ein Team mit 20 Vollzeit- und einigen Teilzeitangestellten, die für Verwaltung, Verpflegung und Reinigung zuständig sind.

Konferenzräume und andere Räumlichkeiten:

  • Großer Saal für bis zu 300 Menschen;
  • drei Konferenzräume für jeweils 30, 50 und 100 Teilnehmer;
  • sechs Matchessas (Pavillons mit Strohdach) für die Gruppenarbeit;
  • große Kapelle für bis zu 200 Personen;
  • kleine Kapelle für bis zu 50 Personen, die in der Regel von Exerzitien-Gruppen genutzt wird.

Landwirtschaft: Das Zentrum verfügt über 40 Hektar Land – Hinterlassenschaft des früheren Ausbildungszentrums für Katecheten. Es werden mehr als 90 Rinder, die Hälfte davon Fleisch-, die andere Hälfte Milchrinder, gehalten. Das Zentrum ist Gründungsmitglied einer Molkereigenossenschaft.

Ein Brunnen sichert nicht nur den Zugang zu sauberem Trinkwasser, sondern erlaubt es auch, die Felder regelmäßig zu bewässern und die Hygiene zu verbessern.
FOTO: MISSIO

Die wichtigsten Programme des Zentrums

Initiation: Einmal jährlich veranstaltet das Zentrum ein Initiationsprogramm. Es erstreckt sich über fünf Tage und markiert den Übergang vom Kind zum jungen Erwachsenen. Aber auch einige Ältere durchlaufen den Ritus. Das Programm vermittelt im Rahmen traditioneller Pädagogik, welche Elemente der traditionellen Kultur und der Bibel genutzt werden können, um ein gutes Leben zu führen. Inzwischen entwickelten sich daraus drei Programme, an denen jeweils rund 100 Personen teilnehmen: eines im Norden der Erzdiözese in der Gegend um Sena in der dort gesprochenen Sprache; eines im Süden der Erzdiözese im Ndau- Gebiet in der Ndau-Sprache; eines in portugiesischer Sprache vorrangig für Teilnehmer aus Beira.

Boas Maneiras – Sitte und Anstand: Dieser Kurs entstand in Reaktion auf die gegenwärtige Lage in Mosambik, die junge Menschen mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert – grassierende Korruption, Auseinanderbrechen von Familien, Drogen- und Alkoholmissbrauch, frühe Schwangerschaften und Abbrüche, alleinerziehende Mütter und hohe HIV-/Aids- Raten (20 Prozent im Landesdurchschnitt und noch höher in Beira).

Allgemein soll dieser Kurs jungen Menschen eine solide Basis (Werte, Grundsätze, Normen des guten Verhaltens) vermitteln, damit sie als stabile und verantwortungsbewusste Individuen aufwachsen. Dabei geht es speziell darum, echte Alternativen zu zerstörerischem Verhalten wie Alkohol-, Drogen- und Sexmissbrauch zu bieten und insbesondere zu vermitteln, was man im Zeitalter von HIV/Aids (mehr als 20 Prozent der 15- bis 54-jährigen sind infiziert) beachten muss. In Beira nehmen vor allem junge Menschen in Vorbereitungsprogrammen für Taufe und Firmung und andere Jugendgruppen teil, auf dem Land Schüler von kirchlichen Internaten am Ende der Grund- und Sekundarschule sowie Gruppen aus Pfarrgemeinden.

Bei dem Kurs handelt es sich um zwei- bis dreitägige Vor-Ort-Veranstaltungen, die Erkenntnisse aus dem Leben in Tradition und Moderne sowie Impulse aus dem Evangelium aufgreifen, um jungen Menschen zu helfen, ihr Leben zu meistern. Der Tag beginnt stets mit Meditation und Andacht im Anschluss an ein kurzes Arbeits- und Sportprogramm. Sehr gut angenommen wird der Teil, der sich mit traditionellen Werten und Glaubensvorstellungen befasst – besonders von denen, die in der Stadt aufwachsen. Er spielt sich in traditioneller Art unter einem heiligen Baum unter der Leitung eines Meisters ab. Es gibt spezielle Riten, die den Anfang und das Ende des geheiligten Raums markieren.

Der Höhepunkt ist für die meisten die Nacht der Räte, in der die Jungen unter Anleitung von Männern und die Mädchen unter Anleitung von Frauen lernen, was es ausmacht, ein guter Ehemann bzw. eine gute Ehefrau zu sein. Dieser Teil ist stark praxisbezogen und es ist viel Zeit für Fragen eingeplant. Zudem sind die Schüler eingeladen, für die Fehler, die sie in ihrem bisherigen Leben begangen haben, um Verzeihung zu bitten.

Der letzte Teil der Sitzung befasst sich mit HIV/ Aids. Er baut auf den Grundlagen auf, die in dem Teil gelegt wurden, der sich mit der Übernahme der besten Werte aus Tradition und Moderne befasste. Mit seinen jährlich rund 3000 Teilnehmern beschert dieses Programm dem Zentrum den größten Bekanntheitsgrad in den Städten, auf dem Land und in der Erzdiözese. Inzwischen gibt es auch Ableger zur Vorbereitung Erwachsener auf Taufe und Ehe.

Das Centro de Formação de Nazaré gilt im ganzen Land als »Denkfabrik in Sachen Evangelisierung und Mission«.
FOTO: CENTRO DE FORMAçãO DE NAZARé

Herausforderungen der Zukunft

– Geist der Ausbildung: Die meisten Gemeindepriester, Laienführer und sonstigen Gemeindeglieder beklagen das Fehlen einer soliden und adäquaten Ausbildung, die sie befähigt, gute Führungspersonen und Katecheten zu sein bzw. andere Ämter wahrzunehmen. Nur wenige nehmen an angebotenen Ausbildungsprogrammen teil oder bitten das Zentrum, spezielle Programme anzubieten. Dies gilt auch auf Ausschussebene in der Erzdiözese.

– Theologische Woche: In der Anfangszeit, als nur Eingeladene teilnehmen durften, war die Theologische Woche, die sich an den Themen der Außerordentlichen Synode für Afrika von 1994 – besonders im Bereich der Inkulturation – orientierte, ein Theologen-Treffen. Ziel des Treffens war die Entwicklung einer Theologie für Mosambik. Mit den Jahren und dem fortschreitenden Alter der ursprünglichen Teilnehmer und nach unzähligen akademischen Debatten über aktuelle Themen schwand das Interesse an der Betrachtung auf theologischer Ebene, besonders aus dem Blickwinkel der Diözesanpriester. Inzwischen ist die Woche eher eine Woche der Weiterbildung und erfreut sich eines regen Zuspruchs. Angesichts dessen stellt sich die Frage, ob wir zur ursprünglichen Idee einer Veranstaltung für die theologische Weiterbildung zurückkehren, die heutige Form beibehalten oder eine Mischung anstreben sollten.

– Finanzen: Wie können wir unsere Abhängigkeit von externer Unterstützung verringern und die Menschen, die an den Programmen teilnehmen, stärker an der Finanzierung beteiligen? Fortschritte haben wir erzielt, indem wir NROs und politische Parteien gewinnen konnten. Mit ihren Beiträgen subventionieren wir die Arbeit mit Gruppen aus Pfarrgemeinden und der Erzdiözese. – Übernahme durch Diözesanpriester: Für die Erzdiözese ist dies ein langfristiges Ziel, das in vier bis fünf Jahren erreicht werden soll.

– Initiation – Boas Maneiras: Betreuende Meister und Mütter müssen für das Programm ausgebildet werden. Es wird schwerer, Menschen mit umfangreichem Wissen, kritischer Sicht und Wertschätzung für die örtliche Kultur sowie guten Kenntnissen über den Glauben zu finden. Wir haben dies in Angriff genommen.

– Isolierung: In Mosambik wird Portugiesisch gesprochen, das Land liegt jedoch in einer Region, die vom Englischen dominiert wird. Das erschwert es, sich die humanen und materiellen Ressourcen anderer Zentren in der Region und im übrigen Afrika zunutze zu machen.

Seit der Kolonialzeit war Nazaré stets ein Motor für Wandel und Wachstum in der mosambikanischen Kirche. Seine kurzfristige Zukunft ist gesichert und sein Zuspruch wächst. Im Rahmen einer neuen Initiative arbeiten wir im laufenden Jahr mit einer Gruppe aus Simbabwe an einem gruppentherapeutischen Programm für Menschen, die Opfer politischer und militärischer Gewalt wurden. Das Netz an Seelsorgern ist für das Zentrum eine Chance auf neue Impulse für die Weiterentwicklung. Hoffnung für die fernere Zukunft macht, dass für das Studium in Bereichen, die in Nazaré benötigt werden, Diözesanpriester entsandt werden. Wir freuen uns darauf, den Staffelstab weiterzureichen.

HUGH SEENAN
aus Schottland stammender Afrikamissionar, seit 1990 in Mosambik, zwischenzeitlich (1998–2003) Ausbilder in Indien

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