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Weltkirche im synodalen Prozess

Beobachtungen und Notizen zur Familiensynode

von ALOIS UND PETRA BUCH

Ein Blick in die Synodenaula: Vom 4. bis zum 25. Oktober 2015 kam die Bischofssynode zu Ehe und Familie mit Papst Franziskus im Vatikan zusammen.
FOTO: KNA/CRISTIAN GENNARI

Einen engagierten, offenen und vor allem unvoreingenommenen Dialog sollte die Synode über »Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt« von heute ermöglichen. Synodenväter, Experten, Auditorinnen und Auditoren waren überrascht, als Papst Franziskus gleich zu Beginn der Beratungen um das Wort bat – und gerade dies nochmals einschärfte: Von niemandem lasse man sich die Agenda vorschreiben oder einschränken, die Synode sei kein Parlament, es gehe darum, gemeinsam das »Evangelium der Familie« heute umfassend in den Blick zu nehmen – und zwar realistisch und ohne Angst.

Wirklichkeiten von Ehe und Familie

Die dreiwöchige Synode war tatsächlich ganz wesentlich durch diese Offenheit geprägt. Dies zeigte sich nicht zuletzt im weithin gelassenen Umgang mit solchen Wortmeldungen, aus denen deutliche Zurückhaltung, manchmal Sorge, teilweise Widerspruch zur programmatischen Offenheit dieser Synode zu vernehmen war. Dabei war der gesamte Prozess ihrer Vorbereitung und Durchführung erkennbar darauf angelegt, die Situation von Ehe und Familie möglichst ungeschminkt darzustellen und ihre Realität unverstellt in den Blick zu nehmen; dem diente bereits die außerordentliche vorbereitende Synode, dem dienten die weltweiten Umfragen, die darauf aufbauenden Berichte der Ortskirchen, die Stellungnahmen der Bischofskonferenzen und nicht zuletzt vorbereitende und begleitende Expertengespräche. Vieles davon wurde den Synodenteilnehmern noch im Foyer der Aula mit nahezu druckfrischen Publikationen in Erinnerung gerufen – insgesamt ein Prozess, der in dieser Form erstmalig in Gang gesetzt wurde.

Auch wenn kirchliche Texte meist in einem eigenen Stil verfasst sind, dokumentiert besonders der analytische erste Teil des Abschlussdokumentes anschaulich, wie sehr die Synode um präzises Hinsehen bemüht war. Die zahlreichen Redebeiträge in der Synodenaula machten trotz der begrenzten knappen Redezeiten für jedermann rasch klar: Einer sachgerechten und problembewussten Aufmerksamkeit für Ehe und Familie erschließt sich unweigerlich, dass die Rede von der Realität der christlichen Familie unangemessen, unterkomplex, am Ende unrealistisch bleiben muss. Bischöfe und Eheleute berichteten nicht selten erfrischend direkt, worum es tatsächlich geht: um die Wahrnehmung einer Fülle von vielgestaltigen, sehr unterschiedlichen Wirklichkeiten konkret gelebter Ehe und Familie – sie bieten in gewissem Sinne ein ebenso buntes Bild wie die Zusammensetzung der Synode selbst. Dabei brachten die Beiträge beides, die jeweiligen Gegebenheiten konkreten Ehe- und Familienlebens wie auch die Rahmenbedingungen seiner spezifisch christlichen Ausprägungen samt hinzugehöriger Familienpastoral, anschaulich zur Sprache. So entstand in den Synodenberatungen schrittweise ein sehr konturenreiches Bild solcher Vielgestaltigkeit, vor allem wenn die Beachtung der jeweils nicht unerheblichen kulturellen, biografischen und religiös-glaubensgeschichtlichen Prägungen gelebter Ehe und Familie eingefordert wurde. Je nach der gewählten Perspektive erschlossen sich unterschiedliche Facetten von Ehe und Familie, die allesamt ihre eigene Relevanz besitzen: sei es im Hinblick auf die Familie als Sozialgefüge, auf gelingende christliche Ehe und Familie, auf belastete oder zerbrochene eheliche und familiäre Situationen, auf Christinnen und Christen in vorehelichen oder in neuen Lebensbeziehungen – und alles dies nochmals angesichts der Differenziertheit weltkirchlicher Globalität. Solches wahrzunehmen und ins Gespräch zu bringen, konnte nur in einer sehr offenen und weithin angstfreien Atmosphäre gelingen.

Der Versuch, dies zumindest teilweise angemessen zu Papier zu bringen, findet sich im Synodendokument als »Hören der Kirche auf die Familie« zusammengefasst. Schwerpunkte bilden darin unter anderem der anthropologisch-kulturelle Kontext, die sozio-ökonomische Situation und die verschiedenen Konstellationen und Lebensphasen von Familien.

»Die Synode abzuschließen, bedeutet für die Kirche, wieder wirklich ›gemeinsam voranzugehen‹.«
Papst Franziskus während der letzten Sitzung der Bischofssynode am 24. Oktober 2015 im Vatikan.
FOTO: KNA/PAUL HARING/CNS PHOTO

Vielfalt in der Einheit

Vermutlich liegt in der besonderen Bedeutung des jeweiligen kulturellen Kontextes gerade für Ehe und Familie ein wichtiger Grund dafür, dass bei dieser Synode die weltkirchliche Vielfalt und die mit ihr verbundenen unterschiedlichen Zugangsweisen sehr augenfällig wurden. Dies hat in der Synodenaula für manche Überraschung und Unsicherheit gesorgt. Gerade das Lebensgefüge »Ehe und Familie « zeigt sich in aller Regel intensiv eingebettet in kulturelle Prägungen und Traditionen, nicht zuletzt dort, wo mit diesem Gefüge spezifische Dimensionen der Traditionssicherung, der Lebensweitergabe und der Sicherung sozialer Ressourcen verbunden werden – kurz: wo Familie als ein zentraler Träger kontinuierlicher Inkulturation gilt. Vor diesem Hintergrund wurde in der gemeinsamen Beratung über die Sendung der Familie eine beachtliche Vielheit offenkundig, und zwar über auch in Deutschland bekannte dringliche pastorale Fragen zu Ehevorbereitung, Familienseelsorge, Begleitung von wiederverheirateten geschiedenen Mitchristen etc. weit hinaus. Geradezu greifbar wurde dies in Berichten von Bischöfen aus Asien und Ozeanien über die besonderen Herausforderungen christlicher Ehe und Familie in komplexen Beziehungen zu anderen (»Mehrheits«-)Religionen; in Zeugnissen aus Afrika, wo christliche Ehe und Familie zu gestalten sind in einem Umfeld bedeutsamer Traditionen der Ehevorbereitung, der sogenannten Stufenehe und, ähnlich anderen Regionen der Erde, teilweise polygamer Lebensformen; in Beiträgen aus dem Nahen und Mittleren Osten, aus Nordafrika und Teilen Südamerikas, wo Verarmung, kriegerische Bedrohungen, Verfolgung, Not, Fluchtbewegungen die Ortskirchen mit sehr grundlegenden Fragen konfrontieren – etwa danach, wie junge Menschen überhaupt eine Ehe beginnen, wie sie eine Familie gründen sollen und welche realistischen Perspektiven für ein christliches Familienleben bestehen.

All dies bescherte dem synodalen Mühen um ein sachgerechtes Sehen eine zusätzliche, in gewissem Sinne bereichernde Komplexität. Aber mehr noch erforderte es eine sensibel-behutsame Einschätzung und ein differenziertes Urteilen. Immer wieder wurde deswegen in den unterschiedlichen Synoden-Sprachen auf das Ineinander sachgerechten Sehens, Urteilens und Handelns hingewiesen; dies vor allem in den Berichten der sogenannten Circuli Minores, der nach Sprachen gebildeten Arbeitsgruppen. Anders als in der Vollversammlung in der Synodenaula, wo die Vielfalt der Sichtweisen eher generell zum Ausdruck kam, erfolgte hier das themenzentrierte, direkte Gespräch. Durch einen solchen Dialog wurden die Circuli Minores zu Orten der Feinarbeit, auch der Verfeinerung, teilweise sogar – wie etwa im deutschsprachigen Zirkel – zu einer Art »Exerzitien« der mühsamen Klärung und des angestrengten Ringens. Darin ging es letztlich um eine gemeinsam getragene Verständigung über Grundlagen christlich gelebter Ehe und Familie, aber auch über Grundorientierungen für die damit verknüpften pastoralen Probleme und Lösungsperspektiven. Deutlicher noch als in der Synodenaula traten in manchen Circuli beachtliche Unterschiede in Zugangsweisen und Einschätzungen zutage; aber es konnten auch nachhaltige Einseitigkeiten und Simplifizierungen deutlicher angesprochen und auf Unterscheidung bedacht geklärt werden. Die darin liegende Problematik wird in den Berichten der Circuli verschiedentlich nur angedeutet. Im Kern aber liegen hier Schwierigkeiten und Gefahren der weltkirchlichen Verständigung, die sich insbesondere dann auftun, wenn unterschiedliche kirchliche und gesellschaftliche Gegebenheiten mithilfe pauschaler Kategorisierungen und vereinfachender Stereotype charakterisiert werden – etwa bezüglich der Situation muslimisch geprägter Gesellschaften, hinsichtlich Regionen mit Konflikten und Gewaltbedrohung, oder im Blick auf das Freiheitsverständnis in den »westlichen« Gesellschaften. Wie anderswo zeigte sich auch in der Synode die besondere Herausforderung von zu wenig differenzierten, letztlich unangemessenen Zugangsweisen und Beurteilungen: Um synodal wirklich vermittelbar zu sein, bedürfen gerade sorgenvolle Einschätzungen und kritische Analysen anderer ortskirchlicher Situationen der besonderen Unterscheidungsbemühung, andernfalls führen sie zu Unverständnis. Dies wurde auch ausdrücklich gesagt – denn es berührt in eigener Weise den gemeinsamen Weg der Kirche in Einheit und Vielheit.

Begegnungen in der Weltkirche: Die Kardinäle Luis Antonio Tagle (li.), Erzbischof von Manila, und Timothy M. Dolan, Erzbischof von New York, im Gespräch vor einer Sitzung der Bischofssynode zu Ehe und Familie am 13. Oktober 2015 im Vatikan.
FOTO: KNA/PAUL HARING/CNS PHOTO

Synodale Zukunft der Kirche

Man kann aus dieser Erfahrung von Unverständnis und Verständigungssuche lernen. Einiges hiervon hat diese Synode über Familie und Ehe deutlich werden lassen: Gerade nach einer Phase verstärkter Selbstwahrnehmung der »jungen Ortskirchen« stellt sich heute erneut die Aufgabe eines weltkirchlichen Austauschs, der nur gelingen kann, wenn allseits Eigenwert und je eigenes Selbstbewusstsein der am Dialog Beteiligten respektiert werden. Dabei ist eine Beobachtung aus der Synode nicht unerheblich: Verständigungsprobleme wie Klärungspotential im weltkirchlichen Dialog beziehen sich keineswegs einfach auf gelegentlich vermutete oder behauptete ›feste Linien‹, schon gar nicht auf eine solche Linie zwischen Bischöfen und Laien. Der Dienst an der kirchlichen Einheit erfordert ein achtsames und kontinuierliches Bemühen um Verständigung, nicht zuletzt auch eine offene und respektvolle Vergewisserung von Bischöfen innerhalb wie zwischen Kontinenten, innerhalb wie zwischen Ländern, innerhalb wie zwischen Bischofskonferenzen, innerhalb wie zwischen Ortskirchen. In der Synode, auch in vielen begleitenden Randgesprächen und Begegnungen, bestand kein Zweifel, dass ein solches Bemühen um Verständigung für eine überzeugende, zukunftsweisende Botschaft zur christlichen Sendung der Familie unerlässlich ist.

Neben dem spürbaren Bemühen um größtmögliche Gemeinsamkeit in dem, was das »Evangelium der Familie « heute und für die nähere Zukunft meint, und trotz der erwähnten offenen Gesprächsatmosphäre blieb Augen- und Ohrenzeugen nicht verborgen, dass die synodale Beratung als ein wesentliches Element weltkirchlicher Verständigung nicht von allen Beteiligten gleichermaßen geschätzt, mit ihren Herausforderungen und Chancen begrüßt und vor allem noch nicht allseits problemlos praktiziert wird. Es fügte sich auch deshalb gut, dass während der jüngsten Synode zugleich die Erinnerung an 50 Jahre (nachkonziliare) Bischofssynoden gefeiert wurde. Papst Franziskus hat aus diesem Anlass seine Absicht unterstrichen, »die Synode aufzuwerten«. Dafür nennt er wichtige Gründe: Die heutige Situation der Kirche erfordere »eine Steigerung der Synergien in allen Bereichen ihrer Sendung «, zugleich fordere ein umfassendes Verständnis von Kirche die lebendige Einbeziehung des Glaubenssinnes aller Getauften, »weil auch die Herde ihr eigenes ›Gespür‹ für die neuen Wege hat, die der Herr seiner Kirche enthüllt«, wozu etwa die vorbereitende Umfrage zur Familiensynode ein Element bilde. Der Papst ist sich gewiss, wie Verständigungsbemühung auszusehen hat: »Aber wie wäre es möglich, über die Familie zu sprechen, ohne Familien zu Rate zu ziehen, ohne auf ihre Freuden und Hoffnungen zu hören, ihr Leiden und ihre Ängste?«

Allerdings ist für Papst Franziskus hiermit über die vergangenen 50 Jahre und die jüngste Synode hinaus offenbar erheblich mehr verbunden, nämlich die visionäre Wiederentdeckung kirchlicher Synodalität: »Eine synodale Kirche ist eine Kirche des Hörens«, und zwar als »wechselseitiges Hören, bei dem jeder etwas zu lernen hat«. Dies erst enthülle, was auch in gläubig-theologischer Hinsicht wirkliches Hin-Hören meint: »Das gläubige Gottesvolk, das Kollegium der Bischöfe, der Bischof von Rom: der eine hört auf den anderen, und gemeinsam hören sie auf den Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit (Joh 14,17), um das zu erkennen, was Er seinen Kirchen sagt (Apg 2,7).« Der Papst, der zugleich seine spezifische Verantwortung im Einheits-Dienst betont, lässt es an Deutlichkeit seiner Überzeugung und seines Zeugnisses nicht fehlen: »Es ist dieser Weg der Synodalität, welcher der Weg ist, den Gott von der Kirche im dritten Jahrtausend erwartet.« Angesichts einer solchen, nun auch theologisch begründeten Sicht von Synodalität lässt sich zumindest dies sagen: Der synodale Weg ist gewiss nicht risikolos und erfordert Mut, aber gerade so kann er sich als geradezu unabdingbar für einen überzeugenden Dienst der einen Kirche in ihrer derzeitigen und absehbaren Vielgestaltigkeit erweisen.

Die Eheleute Petra und Alois Buch, Berater der Bischofssynode und Autoren dieses Beitrags, sprachen am 9. Oktober 2015 im Vatikan mit Papst Franziskus.
FOTO: KNA/ROMANO SICILIANI

Schlussbericht: Gemeinsam vorangehen

Die Relazione finale, der zunächst nur in italienischer Sprache vorgelegte und inzwischen in einer deutschen Arbeitsübersetzung verfügbare Abschlussbericht, der die Überlegungen, Akzentuierungen und Vorschläge der Synode dokumentiert, wurde am 24. Oktober 2015 dem Papst übergeben. Vorausgegangen waren spannende Tage der teilweise kontroversen Erörterung, der Überarbeitung und Ergänzung, schließlich der Abstimmung über alle 94 Abschnitte des Textes. Der Diskussionsbedarf betraf vor allem den zweiten und grundlegenden Teil über die »Familie im Plan Gottes« sowie den dritten, eher die pastoralen Fragen aufnehmenden Teil zur »Sendung der Familie«. Auch gemessen an vielstimmig und vielerorts vernehmbaren Erwartungen kann dieses Dokument, trotz mancher Begrenztheit, als ein in dieser Form weltkirchlich bisher einzigartiger zukunftsweisender Text gelesen werden. Zugleich bestätigt das Abschlussdokument insgesamt die Chancen des synodalen Prozesses, nicht zuletzt da es realistisch, problembewusst und zukunftsweisend Ehe und Familie als lebenswerte Formen christlicher Berufung beschreibt, da es den einzelnen Christen in gebrochenen und neugestalteten Lebens- und Familiensituationen die Potentiale kirchlicher Versöhnung und personaler sittlicher Verantwortung auch unterhalb des Ideals verdeutlicht, und da es eine Fülle von Impulsen benennt, christliche Ehe und Familie als wesentliche zukünftige Gestaltungsbereiche einer lebenswerten Gesellschaft und vitaler christlicher Gemeinden neu zu entdecken.

Obwohl alle Synodenteilnehmer bemüht waren, eine auch seitens des Papstes als unangemessen bezeichnete Fokussierung auf die Lebenssituation geschiedener wiederverheirateter Christinnen und Christen zu vermeiden, zeigte sich in der abschnittweisen Abstimmung des Textes, welche Bedeutung dem Thema de facto zukommt und zumindest im Synoden- Kontext auch beigemessen wurde. Zwar fanden alle Abschnitte die Zustimmung der erforderlichen Zweidrittelmehrheit, aber in den Voten zu den diesbezüglichen Textpassagen (bes. Nr. 84 –86) wurden Bedenken, Fragen und andere Sichtweisen – auch zahlenmäßig – erkennbar.

Es gehört zum Selbstverständnis der jüngsten Synode, die wie ihre Vorgänger kein Parlament, aber auch kein Konzil war, dass sie in dreifacher Hinsicht eine beratende Aufgabe hatte: einmal die Beratung der Sache, also der Sendung der Familie in all ihren Verästelungen, zum zweiten die Gewährleistung der Beratung als Prozess des Austauschs und der Verständigung unter Synodenvätern, Experten und Auditoren, und nicht zuletzt drittens den Dienst kundiger Beratung des Papstes. Nach allem ist klar, dass zwar nicht der synodale Weg der Kirche, aber diese konkrete Synode mit Beschluss und Übergabe ihres Ergebnisses ihre Aufgabe abgeschlossen hat – und es nun am Papst liegt, wie er diese Beratung aufnimmt und in seinem besonderen Dienst des Petrusamtes weiterführt.

Dass Papst Franziskus das weithin sehr offene synodale Gespräch und das ihm übergebene Beratungsergebnis vom Oktober 2015 als Anlass und Ermutigung nehmen würde, die christliche Berufung und Sendung der Familie in der weltweiten Kirche von heute und morgen weiter zu konturieren – und darin auch die Aufgaben und Chancen pastoraler Begleitung von Mitchristinnen und Mitchristen, deren Ehe und Familie zerbrochen sind und die in neuen verpflichtenden Beziehungen leben –, war seiner Botschaft zum Abschluss der Synode deutlich zu entnehmen: »In der Tat, die Synode abzuschließen, bedeutet für die Kirche, wieder wirklich ›gemeinsam voranzugehen‹, um in alle Teile der Welt, in jede Diözese, in jede Gemeinschaft und in jede Situation das Licht des Evangeliums, die Umarmung der Kirche und die Unterstützung durch die Barmherzigkeit Gottes zu bringen!«

Wenn nur wenige Monate nach der Synode auf vielfältigen Wegen und unterschiedlichen Ebenen das Mühen um die Verlebendigung der christlichen Berufung und Sendung der Familie weitergeht, wenn sich darin neue Perspektiven versöhnten und geheilten Christseins und gelebten Glaubens eröffnen und konkretisieren, wird dies zum wenigsten jene überraschen, die das intensive Ringen der Synode um Vergewisserung und erneuerte pastorale Wege in Treue zur christlichen Botschaft und Glaubenstradition miterlebt haben. Viele Christinnen und Christen, denen dieses Mühen gilt und die aus ihrer vielgestaltigen Lebenserfahrung um dessen Dringlichkeit wissen, können daraus Hoffnung und Inspiration für tragfähige, verantwortete Lebensperspektiven aus dem Glauben gewinnen. Nicht zuletzt dazu wollte die »Familiensynode « nach ihrem eigenen Bekunden beitragen – als Teil eines weitergehenden Prozesses, wie ihn Papst Franziskus ankündigt: »In einer synodalen Kirche ist die Bischofssynode nur der sichtbarste Ausdruck der Dynamik einer Gemeinschaft, die alle kirchlichen Entscheidungen anregt.«

ALOIS UND PETRA BUCH
Auditoren der Bischofssynode zur ≫Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute≪

Ausgabe 2/2016

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