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INDONESIEN

Interreligiöse Kundgebung gegen Terrorakte

Christen mahnen zur Wachsamkeit gegenüber radikalen Ideologien

Zusammen mit allen Religionen verurteilt die indonesische Kirche die tödlichen Terrorangriffe, die am 14. Januar 2016 die Hauptstadt Jakarta erschütterten. Bei einer Reihe von Explosionen und Schusswechseln waren acht Menschen ums Leben gekommen, mindestens 20 Personen wurden verletzt. ≫Alle Religionen sind mit dem Einsatz von Gewalt, für welchen Zweck auch immer, nicht einverstanden≪, sagte der Vorsitzende der indonesischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo von Jakarta, der Nachrichtenagentur ucanews. Der Erzbischof lobte die Regierung für ihre rasche Antwort auf die Angriffe, regte aber gleichzeitig an, die Regierung solle sich nun stärker für eine gerechte und zivilisierte Gesellschaft einsetzen. Der Erzbischof äußerte sich nach einer Reihe von interreligiösen Treffen und Gebeten, bei denen Tausende Indonesier aller Glaubensrichtungen sich versammelt hatten, um ihren Widerstand gegen die tödlichen Angriffe zu zeigen. Paulus Christian Siswantoko, Geschäftsführer der indonesischen Bischofskommission für Gerechtigkeit, Frieden und Migrantenpastoral, sagte ucanews, die Kommission sehe den Anschlag als Lehre: ≫Wir müssen Hand in Hand arbeiten, um unsere Leute, besonders unsere jungen Leute, vor jeder Ideologie zu schützen, die der Gesellschaft schaden kann.≪

Nahe dem Einkaufszentrum Sarinah, wo sich die Selbstmordattentate ereigneten, hielten Menschen am Tag danach eine Mahnwache mit Kerzen. Maria Catarina Sumarsih, eine katholische Aktivistin, sagte, sie nehme teil um ihr Mitgefühl mit den Opfern der Terroristen zu zeigen: ≫Ich bin hier, um für die Opfer zu beten. Ich bete auch, dass Gott die Herzen der Terroristen öffne, damit sie erkennen, dass sie auf dem falschen Weg sind.≪ Flabianus Kardilo Jemagur, ein anderer Katholik bei der Mahnwache, äußerte seine Besorgnis, dass die verdächtigten Terroristen, die ihre Gefolgschaft zum sogenannten Islamischen Staat bekundeten, jung seien. ≫Das ist eine große Herausforderung für unsere Nation≪, sagte er. Er hoffe, dass die jüngsten Attentate als Mahnung verstanden würden, gegen radikale Ideologien wachsam zu sein. Sylvester Matutina von Red-White Solidarity, einer Gruppe, die sich für die indonesische Einheit einsetzt, rief alle Indonesier auf, sich gegen den Terrorismus zu wehren. ≫Lasst uns der Welt zeigen, dass wir keine Terroristen sind≪, sagte Matutina. Die Täter der jüngsten Anschläge seien Kriminelle gewesen, die man einer Gehirnwäsche unterzogen habe. ≫Lasst uns der Welt zeigen, dass wir den Frieden lieben.≪ Haris Azhar, Geschäftsführer der ≫Kommission für die Verschwundenen und die Opfer der Gewalt≪ (Commission for the Disappeared and Victims of Violence) in Jakarta, betonte, wie wichtig es sei, wachsam zu sein. ≫Niemand wünscht sich Terrorangriffe. Niemand wünscht sich Unsicherheit. Wir müssen wachsam sein, aber wir sollten nicht ängstlich sein.≪

Ausgabe 2/2016

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