Die Sorge für das gemeinsame Haus Laien und Ordensleute im Einsatz für die Bewahrung der Schöp corner

Die Sorge für das gemeinsame Haus

Laien und Ordensleute im Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung

AMELITA DAYRIT-GO UND DANIEL FRANKLIN PILARIO CM

Viele Ordensleute setzen sich auf den Philippinen für ein Leben im Einklang mit der Natur ein. In Tacloban auf der Insel Leyte nutzt Schwester M. Angeline Arceo OSB ein Blatt als Sonnenschirm.
FOTO: HARTMUT SCHWARZBACH

Im November 2013 starben auf den Philippinen Tausende Menschen durch den Taifun Yolanda, Millionen Häuser wurden zerstört. Katastrophen wie diese und die Folgen des Klimawandels treffen besonders die Armen. Für katholische Laienorganisationen und Ordensgemeinschaften ein Grund, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen.

Amelita Dayrit-Go: Initiativen von Laienorganisationen

Der Mensch und seine Umwelt bilden mehr denn je eine untrennbare Einheit. Diese Erkenntnis setzt sich heute immer stärker durch. Die Umwelt bedingt entscheidend das Leben und die Entwicklung des Menschen. Der Mensch wiederum vollendet und veredelt seine Umwelt durch seine Gegenwart, sein Tun und seine Betrachtung.

Die Auseinandersetzung der katholischen Kirche mit Fragen der Umwelt ist die logische Folge ihres Glaubens, dass die Christen eine Verantwortung für das Wohl der gesamten Menschheit haben. Die Sorge der katholischen Kirche für die Umwelt gründet auf der Lehre von der Göttlichkeit der Schöpfung und der festen Entschlossenheit der Kirche, die Würde jedes Menschen, vor allem der Armen und Schutzlosen, zu verteidigen. Über ein großes Netzwerk verbreitet die katholische Kirche ihre Lehre und ihren Dienst im Interesse der Erde und ihrer Bewohner: Gemeindekirchen, Konfessionsschulen, Krankenhäuser, Ordensgemeinschaften sowie ihre Pfarrgemeinden, Diözesen, Erzdiözesen und katholische Landesorganisationen. Die Kirchenoberhäupter haben die Katholiken aufgerufen, den Schutz der Umwelt als ihre christliche Pflicht zu begreifen. Katholische Gelehrte beschäftigten sich mit diesem Thema und entwickelten es weiter. Das zeigt, dass die Botschaft von der Verantwortung für die Umwelt in der Lehre der Kirche gründet.

Unser Glaube lässt uns hinterfragen, welche Folgen unsere Handlungen, Entscheidungen und Lebensweisen für unsere Brüder und Schwester daheim und auf der ganzen Welt haben. Die Erde ist unser Haus, und wir sind aufgerufen, Gottes Schöpfung zu bewahren, indem wir einfacher leben, die Ressourcen des Planeten klüger nutzen und unseren Konsum und die damit verbundene Belastung der Umwelt verringern. Intuitiv wissen wir, dass wir uns etwas Gutes tun, wenn wir sorgsam mit unserem Planeten, unserem Haus, umgehen. Auch sind wir aufgerufen, den Stimmlosen eine Stimme zu geben und uns für eine Politik einzusetzen, die dem Schutz der Umwelt und der Menschheitsfamilie dient, vor allem den Bedürftigsten unter uns.

Auf den Philippinen verschärfen Naturkatastrophen – klimawandelbedingt oder nicht – die ohnehin prekäre Lage der meisten philippinischen Familien, die unter der Armutsgrenze leben. Die Folgen des Klimawandels und die mit ihm einhergehenden Wetterextreme treffen am härtesten die verwundbarsten und am stärksten marginalisierten Teile der philippinischen Bevölkerung – also in erster Linie die Armen. Die Kirche fordert uns auf, in Solidarität mit der Schöpfung und mit den Armen zu handeln: indem wir den von Umweltproblemen wie Klimawandel und Dürren am stärksten betroffenen Menschen helfen, indem wir unseren Lebensstil vereinfachen, unseren Konsum einschränken und uns für wirtschaftliche und politische Reformen einsetzen, die zu langfristiger sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit führen.

Ein tieferes Verständnis von der Ermächtigung der gläubigen Laien beseitigte die Hemmnisse für die Einbeziehung der Laien in das Leben und die Sendung der Kirche auf den Philippinen. Mancherorts mag noch das traditionelle Verständnis von der rein »liturgischen« Einbindung der Laien in der Kirche herrschen, dennoch vollzieht sich ein Bewusstseinswandel hin zur aktiven Teilhabe der Laien an den Angelegenheiten der Welt als Ort ihrer Berufung in der Kirche.

Laienorganisationen auf den Philippinen sind sich der Rolle der Gläubigen als Bewahrer der Schöpfung Gottes bewusst und befassen sich deshalb mit Umweltfragen sowie mit der Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung. Aktiv organisieren sie Programme, Projekte und Kampagnen, knüpfen Partnerschaften und Netzwerke mit anderen Fachleuten, Freiwilligen, Verbänden und Organisationen, die sich im Rahmen ihrer Berufung und Mission in der Kirche für den Schutz der Umwelt und das Wohl der Menschen einsetzen. Es gibt zahlreiche Initiativen verschiedener Laienorganisationen, die sich mit Umweltfragen befassen. Hervorzuheben sind dabei folgende Themenfelder:

– Aufklärung, Ausbildungsprogramme zum Thema »Stewardship« (verantwortliches Ressourcenmanagement), Bewusstseinsbildung, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung;
- Unterstützung von gemeinschaftlich getragenen, nachhaltigen wirtschaftlichen Aktivitäten sowie Bestrebungen, nicht nur die Anpassungsfähigkeit, sondern auch die Widerstandskraft der Menschen gegen die harten sozioökonomischen Folgen von Umweltzerstörung, Plünderung von Ressourcen und Klimawandel zu stärken;
– Kapazitätsaufbau und Aufklärung indigener Gemeinschaften;
– Die »3 R’s«: Reduzieren – eine begrenzte Menge an Naturressourcen nutzen, damit nur eine begrenzte Menge an Abfall entsteht; Re-use (Wiederverwendung) – Produkte reparieren und erneut verwenden, statt sie wegzuwerfen; Recycling – gebrauchte Produkte anderen Verwertungszwecken zuführen;
– Mobilisierung von Mitgliedern mit Fachkenntnissen in den Bereichen Umwelt, alternative Lebensformen und alternative Technologien, deren Fachwissen für investigative/wissenschaftliche Projekte in Zusammenarbeit mit Umweltverbänden genutzt wird;
– Einsatz für den Biolandbau;
– Aufforstung;
– abfallfreies Wirtschaften/Abfalltrennung;
– Säuberung von Küsten;
– Gemüseanbau/Gartenbau;
– Förderung einer nachhaltigen Entwicklung;
– Produktion von Bio-Holzkohle aus biologisch abbaubaren Abfällen, Gras und Seerosen.

Auch wenn sich Laienorganisationen beispielsweise im Umweltschutz aktiv für die Bewahrung der Unversehrtheit der Schöpfung Gottes einsetzen – sie bleiben ehrenamtliche Organisationen. Als solche unterliegen sie Beschränkungen, die ihnen die Realisierung derartiger Initiativen erschweren. Es gibt fest etablierte und gut organisierte Laienorganisationen, die im Hinblick auf Mittel und Infrastruktur gut ausgestattet sind, um ihre Umweltprogramme zu realisieren. Es gibt aber auch Laienorganisationen, denen es an Informationen, Fachwissen und Mitteln für solche Vorhaben fehlt.

Gestützt auf meine Erfahrungen als Mitglied und »servant leader« mehrerer Laienorganisationen bin ich der Überzeugung, dass sich sowohl in der Kirche als auch im privaten Sektor viel bewirken ließe, wenn man das Potential von Laienorganisationen für den Schutz des Planeten nutzen würde. Laienorganisationen mögen unterschiedliche Charismen haben. In Belangen wie dem Umweltschutz sollten wir uns meines Erachtens jedoch zusammenschließen und kooperieren, unsere Ressourcen vereinen und Hand in Hand arbeiten, um einen wirklichen Wandel zu erreichen und beim Schutz und Erhalt unserer Umwelt greifbare Ergebnisse zu erzielen.

Der Einsatz der verschiedenen Laienorganisationen für den Erhalt und Schutz unserer Umwelt muss gestärkt werden. Daher gebe ich die folgenden Empfehlungen als Denkanstoß:

1. Persönliche Bekehrung: Wir müssen den Geist des Herrn in unserer Person verkörpern, um persönlich unsere Mission als Bewahrer der Schöpfung Gottes aufzunehmen.
2. Aus- und Weiterbildung: Wer seiner Pflicht und Verantwortung wirksam Rechnung tragen soll, muss entsprechend geschult und mit dem nötigen Wissen ausgestattet werden.
3. Verfügbare Ressourcen: Alle müssen die nötigen Ressourcen erhalten, damit die Umsetzung von Programmen und Projekten von Erfolg gekrönt ist.
4. Koordinierungsstelle/federführende Kommission/ Organisation: Angesichts der Dringlichkeit dieses Anliegens muss es mindestens eine in der Kirche verankerte Organisation oder Kommission in der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen geben, die alle Aktivitäten im Hinblick auf den Umweltschutz initiiert und koordiniert.

Initiativen von Laienorganisationen müssen in der Herausbildung einer »Öko-Spiritualität« münden, einer Spiritualität, die die Einheit von Mensch und Natur wiederherstellt und gleichzeitig traditionelle Überzeugungen hinterfragt, die den Menschen über oder neben die Schöpfung stellen. Erzbischof Socrates Villegas, Vorsitzender der Bischofskonferenz, erklärte: »Es ist die Pflicht eines jeden Christen, sich mit der Umwelt und dem Klimawandel auseinanderzusetzen. Das leitet sich unmittelbar aus dem moralischen Konzept der Verwalterrolle ab und ist eine Begleiterscheinung der christlichen Nächstenliebe.«

Auf der im Oktober 2015 in Cebu abgehaltenen 19. National Biennial Convention der Sangguniang Laiko ng Pilipinas verabschiedete das Gremium einstimmig zwei Resolutionen: Umweltschutz und Einsatz für eine Politik des Wandels. Ab diesem Jahr werden das die wichtigsten Projekte des Laienrates sein.

Auf der Insel Leyte planen die Benediktinerinnen den Hausbau für überlebende Familien des Taifuns »Yolanda«. Dieses Projekt bietet verarmten Fischerfamilien wieder eine Perspektive.
FOTO: HARTMUT SCHWARZBACH

Daniel Franklin Pilario: Initiativen von Ordensgemeinschaften

Als dieses Thema an mich herangetragen wurde, wandte ich mich mit der Bitte um Hilfe an Schwester Joy Carmel Jumawan von den Karmeliten. Sie ist Sekretärin der von Bischof Joseph Nacua geleiteten Bischöflichen Kommission für die Beziehungen zwischen Bischöfen und Ordensleuten. Daraufhin schrieb sie die Provinziale der Männer- und Frauenordnen auf den Philippinen an und bat sie, an einer Umfrage zu den Projekten der einzelnen Orden in Reaktion auf Laudato si’ teilzunehmen. Die Umfrage umfasste vier Bereiche:

– Welche Initiativen, Programme und Projekte gibt es im Orden?
– Wo finden diese Programme statt?
– Wer profitiert davon?
– Seit wann gibt es sie? Oder: Wann beginnen sie?

Die Umfrage wurde am 20. September 2015 an die rund 150 Frauenorden und 50 Männerorden auf der Liste von Joy Carmel Jumawan geschickt. Bei der Durchsicht der eingegangenen Antworten versuchte ich mich an einer Kategorisierung – mit dem Ziel, einen mehr oder weniger allgemeinen Überblick zu erhalten. Die eingegangenen Antworten ließen sich fünf Kategorien zuordnen: (1) Initiativen auf persönlicher oder gemeinschaftlicher Ebene, (2) Initiativen auf Amtsebene, (3) Ausbildung-/ Aufklärungsinitiativen, (4) institutionelle Reaktionen und (5) Kampagnenarbeit (Advocacy Work).

(1) »Es ist sehr nobel, es sich zur Pflicht zu machen, mit kleinen alltäglichen Handlungen für die Schöpfung zu sorgen, und es ist wunderbar, wenn die Erziehung imstande ist, dazu anzuregen, bis es zum Lebensstil wird« (LS 211). Die Anregungen, die der Papst in Laudato si’ gibt, werden in den persönlichen und gemeinschaftlichen Initiativen von Ordensgemeinschaften umgesetzt.

Bezogen auf persönliche Initiativen – das, was der Einzelne selbst tun kann – lesen wir in den Antworten: ein »Tag im Einklang mit der Natur« und ein geführter »heiliger Spaziergang«; eine Chance, »die Erde zu berühren «; tägliche Gebete für die Umwelt; die Bekanntmachung von Rauchverbotszonen, Verzicht auf Junk Food und Softdrinks; vernünftiger Gebrauch von Plastik; Nutzung umweltfreundlicher Waschmittel, Rückgriff auf indigene Heilmethoden usw. Am häufigsten wurden die folgenden drei Initiativen lokaler Ordensgemeinschaften genannt: Abfallvermeidung, Bio-Landbau, Kompostierung.

Vergleicht man diese Initiativen auf den beiden Ebenen, ergibt sich – zumindest aus den Antworten – die Schlussfolgerung, dass die persönliche Ebene im Einklang mit der Forderung von Laudato si’ nach einer »ökologischen Umkehr« (LS 216 –227) gestärkt werden muss. Dies ist von beiden der weniger reflektierte Teil – die inneren Ressourcen für das Kultivieren ökologischer Tugenden.

(2) Über die örtlichen Ordensgemeinschaften hinaus beziehen sich die meisten Initiativen auf die pastoralen Bereiche als ihre Nutznießer. Ich habe festgestellt, dass es in den meisten Antworten um die »Landschaftspflege« geht. Das spiegelt die alles überragende Sorge der Philippiner um den Verlust der heimischen Wälder wider. Daher widmen sich die meisten Initiativen der Wiederaufforstung – vorrangig mit einheimischen Baumarten. Andere Initiativen zielen auf die nachhaltige Selbstversorgung mit landwirtschaftlichen Produkten ab: Pflanzen von Obstbäumen, Gemüse, Kräutern und Heilpflanzen, Techniken für die Agrarwirtschaft in Hanglagen und sogar die Abtretung eines Teils des Bodens an Bauern für den Gemüseanbau. Zufällig hörte ich einen Bauern sagen: »Obstbäume sind nachhaltiger, weil sie nicht gefällt werden; sie müssen stehen bleiben, um für immer Früchte zu tragen.«

Auch andere Themen wurden genannt (wahrscheinlich von Ordensgemeinschaften in städtischen Gegenden): Müllsammelaktionen an Küsten und Flussufern, ein Beleuchtungsprojekt, Nahrungsmittelund medizinische Hilfe und sogar seelsorgerische Betreuung von Arbeitern auf Deponien – die in unserem Kontext sozusagen an vorderster Recycling-Front stehen. Auf den Philippinen gibt es keine technisierte Recycling- Wirtschaft wie in den Industriestaaten. Bei uns recyceln die Menschen – zum Beispiel die Müllsammler auf der riesigen Payatas-Deponie. Es ist wünschenswert, dass die Kirche für diese Menschen da ist.

(3) »Die Erziehung zur Umweltverantwortung kann verschiedene Verhaltensweisen fördern, die einen unmittelbaren und bedeutenden Einfluss auf den Umweltschutz haben« (LS 211). Aufklärungsinitiativen lassen sich in lang- und kurzfristige Initiativen untergliedern. Kurzfristige Bildungsprojekte haben die Form von Seminaren, Kongressen, Homilien, Kursen, Workshops zu Laudato si’ und weiteren Umweltfragen. Ich persönlich habe den Eindruck, dass Laudato si’ eine der am häufigsten gelesenen Enzykliken unserer Zeit ist – vielleicht häufiger noch als Evangelii Gaudium. Ich stelle jedoch auch fest, dass sich dieses Bestreben, das Dokument zu studieren, auf die Ordensgemeinschaften und Geistlichen beschränkt. Daher müssen einfach fassbare Module für die Basisgemeinden entwickelt werden.

Was die langfristigen Bildungs- und Aufklärungsziele angeht, so lesen wir von Schulen, die Kurse in Umweltwissenschaften anbieten, von Forschung und Publikationen zu ökologischen Fragen – von Comics bis hin zu theologischen Studien, von Angeboten für Mütter und Kinder von Ureinwohnern, von der Ausbildung von Kursleitern zur Schaffung eines Umweltbewusstseins und vielem mehr. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch, dass die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Ökologie stärker auf staatlicher und nicht staatlicher Ebene gefördert wird. Die Kirche stellt – zumindest laut den Antworten – kein Geld für die wissenschaftliche Umwelt- und Klimafolgenforschung bereit. Das macht proaktive Programme (zum Beispiel die Katastrophenvorsorge) zum schwächsten Glied der gesamten Kette.

(4) Auch in institutioneller Form wird auf die Sorge um die Umwelt reagiert: Schulungszentren und Institute für nachhaltige Landwirtschaft, Katastrophenbewältigung und Umweltmanagement, Sicherung der Existenzgrundlage, alternative umweltverträgliche Lebensformen, Erhalt von Tierwelt und biologischer Vielfalt, Gemeindegesundheitszentren. Auch Besinnungsstätten und ökologische Meditationszentren usw. gibt es. Diese langfristigen institutionalisierten Ansätze verheißen wirksamere Initiativen.

(5) Der direkte Einsatz für Umweltthemen umfasst Unterschriftenkampagnen, Müllbeseitigungsaktionen, Lauf-Events und anderes mehr. Unterstützt werden damit Organisationen, die gegen Holzeinschlag, Rohstoffabbau und illegalen Handel kämpfen. Eine Gruppe brachte einen Streit mit einer Entsorgungsfirma bis vor den Obersten Gerichtshof und berief sich dort auf das in der Verfassung verankerte Recht auf eine gesunde Umwelt (Writ of Kalikasan). Zur Förderung des Umweltschutzes werden Netzwerke mit anderen Gruppen wie Medien, anderen Glaubensgemeinschaften oder der Kommunalverwaltung geknüpft. Ich habe jedoch den Eindruck, dass die Kampagnenarbeit meist eher sporadisch und wenig systematisch erfolgt.

Solidarität mit der Schöpfung ist auch Solidarität mit den Armen. Am Stadtrand von Zamboanga auf Mindanao bewässert ein junger Mann ein Kohlfeld.
FOTO: HARTMUT SCHWARZBACH

Bei Durchsicht der Antworten machte ich drei allgemeine Beobachtungen.

1. Die Ordensgemeinschaften haben sich schon lange vor Erscheinen von Laudato si’ um »unser gemeinsames Haus« gesorgt. Den eingegangenen Antworten war zumindest Folgendes zu entnehmen: Die »Missionsschwestern der Unbefleckten Empfängnis « unterhalten bereits seit 1988 ein Mülltrennungsprogramm, den Galiläa-Bauernhof der »Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria« gibt es seit 1994, das Center for Ecozoic Living and Learning der »Missionsgesellschaft von St. Columban« öffnete 1998 seine Türen und die Augustinerinnen setzten sich bereits 1998 für den Schutz des heutigen Mantalingahan-Naturparks ein. Die meisten Initiativen begannen nach der Jahrtausendwende. Der Orden der »Hijas de Jesus« schrieb dazu: »Für uns war Laudato si’ eher die Bestätigung für das, was wir bereits tun, statt ein Neubeginn.«

2. Als weitere Beobachtung ergab sich eine mögliche Unterscheidung zwischen »dünnen« und »dicken« Initiativen, wie ich sie nenne. An der Art, wie Projekte beschrieben werden, lassen sich durchdachte und komplexe Programme (»dick«) und nüchterne Projekte (»dünn«) unterscheiden. Manche ließen viele Überlegungen in Programme einfließen und arbeiten schon lange an ihnen. Andere sehen sie als bloße Ergänzung ihrer üblichen Apostolate. Dies lässt auf das unterschiedlich ausgeprägte Gefühl für die Dringlichkeit von Umweltbelangen in Ordensgemeinschaften schließen.

3. Die direkte Verbindung, die Papst Franziskus zwischen der »Klage der Armen und der Klage der Erde« zieht, also die soziale Dimension der Umweltproblematik, muss eindringlicher vermittelt werden. Zumindest die erfassten Daten lassen den Schluss zu, dass die Reaktionen auf Amtsebene relativ stark sind, wohingegen die umweltbezogene Kampagnenarbeit – die sich zudem als riskant und gefährlich erweist – relativ sporadischen Charakter hat.

AMELITA DAYRIT-GO
2014/15 Präsidentin des philippinischen Laienrats (Sangguniang Laiko ng Pilipinas)

DANIEL FRANKLIN PILARIO CM
Professor an der St. Vincent School of Theology in Quezon City, Philippinen

Ausgabe 3/2016

In Tacloban auf der Insel Leyte erinnern Wandgemälde, sogenannte »murals«, an den Supertaifun »Yolanda«.
FOTO: HARTMUT SCHWARZBACH

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