DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO Kahlschlag in Haut-Katanga corner

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

Kahlschlag in Haut-Katanga

Im Südosten der Demokratischen Republik Kongo werden illegal und in erheblichem Umfang kostbare Tropenhölzer geschlagen.
FOTO: FULGENCE MUTEBA

Bischof warnt vor Folgen der Abholzung

In einem dringenden Appell hat der Bischof von Kilwa-Kasenga und Vorsitzende der Kommission Justitia et Pax, Fulgence Muteba, die Zerstörung des Regenwaldes angeprangert. Er schreibt: »Vor mehr als zwei Jahren wurde bekannt, was im Südosten der Demokratischen Republik Kongo geschieht, wo man häufiger vom Wald von Miombo spricht als vom tropischen Regenwald. Eine bemerkenswerte Intervention der Provinzregierung von Katanga hatte damals das besorgniserregende Unternehmen gebremst, das täglich mehrere Hektar des Waldes verwüstet. Obwohl die Demokratische Republik Kongo beim Klimagipfel 2015 in Paris versprochen hat, einen ehrgeizigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten, wird an mehreren Orten in den Gebieten von Kasenga und Pweto in der Provinz Haut- Katanga in großem Umfang rotes Holz geschlagen, das vor Ort ›mukula‹ genannt wird. Entlang großer Verkehrsachsen werden unkontrolliert Bäume dieser Art gefällt. Tausende von Stämmen unterschiedlichen Durchmessers sind aufgetürmt zu sehen. Das Schauspiel ist das gleiche in der Nähe des Dorfes Muntufita im Gebiet von Pweto.

Diese Plünderung ist das Werk von Chinesen, die offiziell mit dem Bau von Straßen beauftragt sind, aber unter dem wohlwollenden Schutz von Personen stehen, die einigen hohen Würdenträgern des kongolesischen Staats nahestehen. Um der lokalen Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen, beschäftigen die Chinesen einige junge, arbeitslose Dorfbewohner, und sie agieren in völliger Straflosigkeit. Die ›Beute‹ wird des Nachts von LKWs abtransportiert – nicht weniger als fünf jeden Tag. Bevor das Holz den chinesischen Markt erobert, wo es zum Preis von Gold gehandelt wird, wird es sorgfältig an einem bekannten Ort in Lubumbashi gelagert; dann wird es in falsch deklarierten Containern durch die Republik Sambia nach Tansania befördert.

Ganz offensichtlich ist diese Holzgewinnung durch keine Genehmigung zur industriellen oder handwerklichen Nutzung abgedeckt. Zudem wird keinerlei Anstrengung zur Wiederaufforstung unternommen. Man könnte glauben, dass man im Dschungel sei. Ohnmächtig hilft die Bevölkerung in den beiden Gebieten bei der Ausbeutung dieser kostbaren Ressource, die das Vordringen der Kalahari-Wüste noch verlangsamen könnte. Die Bevölkerung verdient nichts daran, ebenso wenig wie der öffentliche Haushalt.

In der Perspektive der Enzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus richte ich einen dringenden Appell an die öffentlichen Autoritäten, an die Bevölkerung der Gebiete von Kasenga und Pweto sowie an die Menschen guten Willens, wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, um den Raubbau an diesem Erbe zu stoppen, um das kostbare Holz zu schützen und das Ökosystem mit Blick auf das Gemeinwohl und besonders auf das klimatische Gleichgewicht zu bewahren.«

Ausgabe 4/2016

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