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PAKISTAN

Bischöfe fordern mehr Schutz von der Regierung

Menschen trauern um ihre Angehörigen, die am Ostersonntag durch den Bombenanschlag in einem Park in Lahore ums Leben gekommen sind.
FOTO: MOHSIN RAZA/REUTERS/KNA

Bei einem Attentat in Lahore sterben Christen und Muslime

Am Ostersonntag 2016 sind bei einem Selbstmordattentat im Gulshan-i-Iqbal- Park in Lahore 78 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten waren 30 Kinder, mehr als 300 Menschen wurden verletzt. »Der Mord an unschuldigen Menschen und insbesondere an Frauen und Kindern im Namen der Religion ist inakzeptabel. Neben den vielen Christen wurden auch muslimische Männer, Frauen und Kinder Opfer dieses brutalen Anschlags. Wir beten für alle Opfer dieses Attentats und fordern die Regierung auf, nach den Schuldigen zu suchen und sie der Justiz zu übergeben und Schutzmaßnahmen für alle Bürger, auch für Minderheiten und angreifbare Gemeinschaften, auf den Weg zu bringen«, sagte Bischof Joseph Arshad, Vorsitzender der bischöflichen Justitia-et-Pax- Kommission, nach den Anschlägen.

»Vor wenigen Tagen«, so der Bischof, »waren das hinduistische Holi-Fest und das christliche Ostern zu staatlichen Feiertagen erklärt worden. Deshalb hielten sich viele Christen in dem Park auf, der zum Schauplatz des Blutbads wurde.« Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrorgruppe »Jamaatul Ahrar«, eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban. Die Gruppe wollte nach eigenen Angaben »Christen treffen« und die Regierung »herausfordern«. Im Namen der pakistanischen Bischöfe verurteilte die Justitia-et-Pax-Kommission mit Nachdruck »den tragischen Anschlag auf unschuldige Menschen« und erinnerte daran, dass die Regierung »gegen Extremisten mit militärischen Operationen vorgehen, aber auch die Ursachen der Intoleranz bekämpfen muss.«

Der Erzbischof von Lahore, Sebastian Francis Shaw, sagte, angesichts der traumatischen Ereignisse könne man in diesem Moment des Schmerzes und der Trauer nur auf Jesus und dessen Auferstehung verweisen und die Verletzten und Überlebenden trösten. Die Beerdigung von 20 Opfern am Ostermontag sei ein sehr bewegender Moment gewesen. Der Erzbischof besuchte Überlebende im Sheich Zaid Hospital und im Jinnah Hospital. »Es sind Christen und Muslime, die von unseren Schwestern und freiwilligen Helfern ununterbrochen gepflegt werden«, sagte Shaw. Damit erinnerte er daran, dass unter den Opfern auch viele Muslime waren.

Ausgabe 4/2016

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