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VEREINTE NATIONEN

Das Pariser Klimaabkommen rasch umsetzen

Der 23-jährigen Stephen Chiu von der internationalen buddhistischen Tzu-Chi Foundation, übergibt das Interfaith Climate Change Statement an den Vorsitzenden der UN-Vollversammlung, Mogens Lykketoft.
FOTO: ALEX PRICE/GREENFAITH

Religionsvertreter übergeben Interfaith Climate Change Statement

In einer multireligiös gestalteten Zeremonie haben Religionsvertreter am 18. April 2016 das Interfaith Climate Change Statement to World Leaders an den Vorsitzenden der UN-Vollversammlung, Mogens Lykketoft, übergeben. Zu den 270 hochrangigen Religionsvertretern, die das Statement unterzeichnet haben, gehören der Dalai Lama, der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse Tveit, der Leiter der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften, Bischof Marcelo Sánchez Sorondo, Rabbi Shear Yashuv Cohen (Haifa), Großimam Maulana Syed Muhammad Abdul Khabir Azad (Lahore) sowie der emeritierte anglikanische Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu.

Das Statement fasst die Unterstützung der Religionsführer und Glaubensgemeinschaften für das am 12. Dezember 2015 beschlossene Pariser Klimaabkommen zusammen. Die Religionsvertreter fordern die rasche Unterzeichnung und Ratifizierung des Abkommens durch die Regierungen. Am 22. April hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die offizielle, ein Jahr dauernde Zeichnungsfrist mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet. Bisher haben 175 Staaten das Abkommen unterzeichnet, 16 Staaten haben es bereits ratifiziert.

Das Interfaith Climate Change Statement drängt darauf, die Anstrengungen zur Verringerung der Schadstoffausstöße zu erhöhen, finanzielle Mittel bereitzustellen und die Energieversorgung bis 2050 komplett auf erneuerbare Energien umzustellen, damit das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreicht werden kann. Es ermutigt die Glaubensgemeinschaften, an den Arbeitsplätzen und Gebetsorten die Emissionen zu verringern und den Gemeinschaften beizustehen, die bereits vom Klimawandel betroffen sind.

UN-Diplomat Lykketoft sagte, diese und andere religiöse Initiativen zeigten, dass der Klimawandel jetzt fest als moralische Aufgabe akzeptiert sei. »Das Statement zeigt, wie Religionen das gemeinsame Handeln voranbringen können. Die Glaubensgemeinschaften sind Teil der zivilgesellschaftlichen Bewegung und spielen eine entscheidende Rolle, ihre Anhänger dazu zu bewegen, ihr Verhalten zu ändern, und eine kluge Politik zu fordern.« Eine Initiative wie das Interfaith Climate Change Statement mache ihn zuversichtlich, »dass wir Erfolg haben können und werden«.

Tomas Insua, Gründer und Koordinator des Global Catholic Climate Movement, berichtete von einer Gruppe, die mit einem Exemplar der Enzyklika Laudato si’ unterwegs zum Nordpol sei. Die Gruppe sei von Eisrissen aufgehalten worden, die zeigten, wie schlimm es um das arktische Eis bestellt ist. »Wir sind sehr besorgt über die große Lücke zwischen schönen Worten und dem tatsächlichen Handeln der Regierungen. Dies ist eine spirituelle Krise. Wir fordern Klimagerechtigkeit für die gesamte Menschheit und alle Tier-und Pflanzenarten.«

Ausgabe 4/2016

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