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PHILIPPINEN

Kirche nimmt Präsident Duterte in die Pflicht

Bischöfe widersetzen sich der Einführung der Todesstrafe und erinnern an drängende Aufgaben

Die katholische Kirche auf den Philippinen will die Wiedereinführung der Todesstrafe verhindern. Der Vorsitzende der Philippinischen Bischofskonferenz, Erzbischof Socrates Villegas von Dagupan- Lingayen, will sich um ein Gespräch mit dem Präsidenten bemühen und ihn darum bitten, den Beschluss der Wiedereinführung der Todesstrafe zu überdenken. Der am 9. Mai gewählte Rodrigo Duterte will dem philippinischen Kongress einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Wiedereinführung der Todesstrafe für schwere Verbrechen vorsieht. Kurz nach seiner Wahl rief Duterte in einer Rede dazu auf, Drogenabhängige zu töten. Die Nachrichtenagentur ucanews berichtet, dass die Zahl der Morde an Drogenhändlern und -abhängigen daraufhin immens gestiegen sei. In den zwei Monaten nach der Wahl seien 251 Menschen im Zusammenhang mit Drogen getötet worden.

Kirchen und Menschenrechtsgruppen warfen dem Präsidenten vor, »eine unaufhörliche Zunahme der Selbstjustiz« provoziert zu haben. Die Erzdiözese Manila verurteilte die illegalen Tötungen. Pressesprecher Atillano Fajardo sagte, Kriminellen müssten »ein ordnungsgemäßes Verfahren und eine faire Verhandlung « gewährt werden. Die Bischöfe riefen die Katholiken dazu auf, Fälle von Selbstjustiz zu melden.

Gegen die Einführung der Todesstrafe äußerten mehrere Bischöfe ihre Vorbehalte. Erzbischof Ramon Arguelles von Lipa wies darauf hin, dass die Todesstrafe kein Abschreckungsmittel gegen das Verbrechen sei. Bischof Ruperto Santos von Balanga mahnte eine »Reform der Justiz und des Vollzugswesens« an. Der Vorsitzende der Menschenrechtskommission der Philippinen, Jose Luis Guascon, erinnerte daran, dass das Ziel des philippinischen Strafrechts die Rehabilitation sei, die mit der Todesstrafe nicht möglich sei.

Der Erzbischof von Davao, Kardinal Orlando Quevedo, formulierte auch für andere Bereiche seine Erwartungen an den neuen Präsidenten. Als vorrangig sieht er die Aussöhnung auf der Insel Mindanao und Friedensvereinbarungen mit der muslimischen Glaubensgemeinschaft und kommunistischen Rebellen an. Als Bürgermeister war Duterte 22 Jahre lang für die Stadt Davao auf Mindanao verantwortlich. Im Hinblick auf die Friedensgespräche wünschte sich der Kardinal, dass man die Kirche »als positive Kraft und Partner bei der nationalen Entwicklung« berücksichtigen möge.

Ausgabe 5/2016

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