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MONGOLEI

Erster einheimischer Priester geweiht

Joseph Enkhee Baatar wurde im August 2016 zum ersten einheimischen Priester in der Mongolei geweiht.
FOTO: MISSIO AUSTRIA/MARIE CZERNIN

Seit 1992 wächst die Kirche im ehemals sozialistischen Staat

Am 28. August 2016 hat Bischof Wenceslao Padilla CICM den 29-jährigen Joseph Enkhee Baatar in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator zum Priester geweiht. Er ist der erste einheimische Priester in der Mongolei. Der Priesteramtskandidat lernte Koreanisch und besuchte das Priesterseminar in Daejeon in Südkorea, weil es in der Mongolei bislang kein Seminar gibt. Bischof Padilla sagt über den Neupriester: »Seine Liebe zu Gott ist tief und seine Hingabe, anderen zu dienen, besonders den Armen, ist beeindruckend. «

In der Mongolei leben heute rund 1.300 Katholiken. Rund 53 Prozent der knapp drei Millionen Einwohner der Mongolei sind nach der letzten Volkszählung 2010 Buddhisten. 38,6 Prozent bezeichnen sich als nicht religiös, 2 Prozent als Muslime, 2,9 Prozent als Angehörige schamanischer Riten, 2,1 Prozent als Christen und 0,4 Prozent als Angehörige anderer Religionen. »Wir sind klein, aber nicht unbedeutend«, sagt Bischof Padilla über die Katholiken in der Mongolei, »denn wir sind eine Kirche, die für andere Menschen da ist, und das ist, was zählt.« Bischof Padilla stammt von den Philippinen und kam 1992 als einer der ersten drei Missionare in die Mongolei. Nach 70 Jahren sozialistischer Herrschaft hatte die junge mongolische Demokratie diplomatische Beziehungen mit dem Vatikan aufgenommen und um Hilfe beim Aufbau des Landes gebeten. Im Auftrag des Papstes entsandte daraufhin die belgische Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens (Congregatio Immaculati Cordis Mariae, CICM) drei Missionare in das Land, in dem es keinerlei kirchliche Strukturen und keinen einzigen einheimischen Katholiken gab. Die ersten katholischen Gottesdienste fanden in Privatwohnungen in Ulan Bator statt, anfangs mit Angehörigen ausländischer Botschaften. Nach 24 Jahren der Missionsarbeit in der Mongolei ist die Zahl der Katholiken auf 1.300 angewachsen. Aus den ursprünglich drei Missionaren sind 66 geworden, die aus 18 Nationen und aus elf Ordensgemeinschaften stammen. Die Kirche unterhält mittlerweile sechs Pfarreien und fünf Außenstationen, zwei Zentren für Straßenkinder, ein Altenheim, fünf Montessori- Kindergärten, drei Grundschulen, eine technische Schule und ein Zentrum für behinderte Kinder. Diese Projekte zu erhalten, stellt eine gewaltige Herausforderung dar. »Die Kirche in der Mongolei ist eine ›Baby-Kirche‹, die bis jetzt von den erwachsenen Kirchen im Ausland finanziell völlig abhängig ist«, sagt Bischof Padilla.

Ausgabe 6/2016

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