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KENIA

Bischöfe warnen vor einer Rückkehr zur Gewalt

Die Wahlstation Kadenye in Molo, Kenia, im Jahr 2013. Die Wahlen des Jahres 2017 beeinflussen bereits jetzt das politische Leben im Land.
FOTO: BLOG.CAFOD.ORG.UK

Die Wahlen im Jahr 2017 werfen dunkle Schatten voraus

»Ein Bereich, der für uns Kenianer stets eine Herausforderung bedeutet, sind die allgemeinen Wahlen. Es scheint, als ob unser schlimmstes Verhalten als Nation vor, während und nach Wahlen zum Vorschein komme. Während wir uns auf die Wahlen im kommenden Jahr vorbereiten, stellen wir mit Sorge fest, dass Gewalt, konfrontierende Redeweisen und Hassreden zunehmen. Das kann unser Land in eine Situation stürzen wie im Jahr 2007/08, als wir kurz vor einem Bürgerkrieg standen.« Diese Sorge haben die Bischöfe Kenias in einer Verlautbarung vom 11. November 2016 formuliert. Das Land befinde sich bereits im Wahlklima, und die »Kampagnenstimmung « gehe zu Lasten der Dienstleistungen und der Entwicklung. »Wir stellen mit Sorge fest, dass Politiker ihre Verantwortung nicht wahrnehmen und stattdessen von einem Ende des Landes zum anderen reisen, um sich Stimmen für die Wahlen 2017 zu sichern.« Politiker griffen sich gegenseitig an und machten Aussagen, die geeignet seien, ethnische Spannungen, Zusammenstöße und gewaltsame politische Auseinandersetzungen zu schüren. In Konflikten zwischen Pokots und Marakwets seien bereits Menschen ums Leben gekommen. Derzeit gebe es Zusammenstöße zwischen Kisii, Masai und Kipsigis. Die Bischöfe bekräftigen das Verbot politischer Inhalte in Predigten und erinnern an ein weiteres Problem des Landes: die Korruption, »die ohne Scham und Angst betrieben wird«. Sie erklären sich bereit, »als Religionsvertreter ein Diskussionsforum auf den Weg zu bringen, dass sich mit dem Problem der Korruption fern von politischer Rhetorik befasst«.

Die Bischöfe äußerten sich auch zu Konflikten in der Region. Mit Blick auf die blutigen terroristischen Anschläge an der Grenze zu Somalia betonen sie: »Die Absicht der Täter ist klar: Sie wollen die Feindseligkeit zwischen Christen und Muslimen schüren. Wir dürfen dieser Versuchung nicht nachgeben, denn das Böse kann nur durch das Gute besiegt werden«. Als »besorgniserregend« bezeichneten die Bischöfe den »endlosen Konflikt im Südsudan«, der einen Anstieg der Flüchtlinge im Camp Kakuma verursacht. »Wir appellieren an die Regierung Kenias, mit anderen Ländern bei der Suche nach einer dauerhaften Lösung für die Probleme des Südsudan zusammenzuarbeiten«.

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