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INDIEN

Abwanderung von Katholiken erfordert stärkeres pastorales Engagement

Ökumene braucht eine gemeinsame Vision für alle Getauften in Indien

Die Diözese Coimbatore (Tamil Nadu, Südindien) will durch mehr Pastoralbesuche von Priestern und Ordensleuten bei katholischen Familien die Abwanderung von Gläubigen zu anderen christlichen Konfessionen verhindern. Gegenüber der Nachrichtenagentur Fides sagte Bischof Thomas Lephonse von Coimbatore, dass viele katholische Familien der Diözese sich anderen Kirchen anschlössen. »Das bereitet uns große Sorge. Wir haben beschlossen, dass wir dringend handeln müssen«, so der Bischof. »Wir wollen die Beziehungen zwischen den Priestern und den Gläubigen stärken, damit wir die Sorgen der Menschen verstehen und ihren Glauben festigen können«.

In der heutigen Zeit des sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandels und der Zuwanderung aus umliegenden Gebieten versuchen sowohl die katholische Kirche als auch verschiedene protestantische Konfessionen, die Menschen zu begleiten. In einem solchen Kontext gewinnen ökumenische Initiativen an Bedeutung. Diese standen im Mittelpunkt bei einer Tagung des bischöflichen Büros für Dialog und Ökumene, die Anfang November 2016 in der nördlich von Mumbai gelegenen Stadt Vasai stattfand. »Der Weg der Einheit unter den Christen ist von wesentlicher Bedeutung für die Verbreitung der Botschaft der Liebe, die durch die Menschwerdung, den Tod und die Auferstehung Christi offenbart wurde«, so die Delegierten.

Der Vorsitzende der Ökumene-Kommission der indischen Bischofskonferenz, Erzbischof Felix Machado, erläuterte ökumenische Initiativen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene und erinnerte an die Dokumente der Kirche und die Lehre der Päpste zu diesem Thema. »Der Ökumenismus ist ein Geschenk des Heiligen Geistes. Die Einheit der Christen ist heute näher als vor 500 Jahren. Wir müssen gemeinsam vor der Welt Zeugnis ablegen«, so Erzbischof Machado. Silvester Ponnumutham von der Syro-malankarischen Kirche erinnerte an die Notwendigkeit gemeinsamer Initiativen anstelle von Wettbewerb zwischen den christlichen Konfessionen. Es müsse eine »gemeinsame Vision« für alle Getauften in Indien entwickelt werden.

In Indien leben rund 17 Millionen Katholiken (1,7 Prozent der Bevölkerung) und 11 Millionen protestantische Christen verschiedener Konfessionen. Das anglikanische Christentum verbreitete sich während der britischen Kolonialzeit. Zu den größten protestantischen Glaubensgemeinschaften des Landes gehört heute die 1947 gegründete Südindische Kirche, in der sich verschiedene Konfessionen zusammenschließen.

Ausgabe 1/2017

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