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IRAK

»Einheit ist unsere Stärke«

Chaldäische Christen bei einem Gottesdienst in der nordirakischen Stadt Erbil. Die Christen im Irak bereiten sich auf eine Zeit nach dem Islamischen Staat vor.
FOTO: KATHARINA EBEL

Christliche Religionsführer und Politiker wollen Prozess der Aussöhnung begleiten

Angesichts der aktuellen schwierigen Lage im Irak und der ungewissen Perspektiven nach der Befreiung Mossuls vom sogenannten Islamischen Staat sollen Christen sich aktiv für die Einheit einsetzen. Der Einsatz der Christen sei nicht nur gefordert, um die eigenen Interessen als Teil der irakischen Gesellschaft zu schützen, sondern auch, um die Aussöhnung zu fördern. Dies wünschen sich die Oberhäupter der christlichen Kirchen im Nordirak, aber auch zahlreiche christliche Politiker und Abgeordnete des irakischen Parlaments und des Parlaments der autonomen Provinz Kurdistan, die am 3. November 2016 in Ankawa (Erbil) zusammengekommen waren, um über die Zukunft des Landes nach der Befreiung Mossuls zu beraten. An dem Treffen nahmen unter anderen der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako, der assyrische Patriarch Gewargis III. Sliwa und der syrisch-orthodoxe Patriarch Nicodemos Daoud Matti Sharaf teil. Es sei wichtig, heißt es in einer Verlautbarung, dass die Christen den an sie gestellten Erwartungen entsprächen und angesichts der aktuellen Probleme eine einheitliche Haltung annähmen.

Auf der Tagesordnung stand auch das einheitliche soziale und politische Engagement der christlichen Gemeinschaften unter Wahrung der jeweiligen Identität der einzelnen Gruppen. Dabei erinnern die Religionsvertreter daran, dass »die Einheit unsere Stärke ist«. Die Delegierten zogen auch die Möglichkeit in Betracht, sich eventuell mit rechtlichen Mitteln gegen eine Änderung der demografischen Zusammensetzung in den befreiten Gebieten zu wehren. Das könne nötig sein, um die Rückkehr der Vertriebenen zu ermöglichen und um den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen im Rahmen der Verfassung die Möglichkeit zu geben, eine aktive Rolle in der Politik und der Verwaltung der befreiten Gebiete zu übernehmen. Der Prozess der Aussöhnung soll eventuell auch durch die Bereitstellung von christlichen Beratern in politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen begleitet werden.

Ausgabe 1/2017

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