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KAMERUN

Konflikt mit Stammesreligionen

Holzkreuz auf heiligem Berg der Bassa zerstört

Integralisten, die in Kamerun für eine Rückkehr zu den Stammesreligionen eintreten, haben das Holzkreuz am Eingang der Höhle auf dem Berg Ngog Lituba zerstört. Das berichtete Ende November 2016 die Nachrichtenagentur Fides unter Berufung auf lokale Medien. Laut der in Kamerun erscheinenden Tageszeitung »Le Messager« zeichnete sich bereits seit mehreren Monaten unter den Mitgliedern des Bassa-Stammes die Entstehung einer Bewegung mit dem Namen »Mbog Bassa« ab, die keine andere Religion neben der Stammesreligion tolerieren will. Die Zerstörung des Kreuzes auf dem Berg Ngog Lituba ist von großer symbolischer Bedeutung, weil der Berg als heilige Stätte der Stammesreligion betrachtet wird und viele die Aufstellung eines Kreuzes an diesem Ort abgelehnt hatten. Die neue Bewegung will nach Angaben der einheimischen Presse aber auch Kultstätten wie Kirchen und Moscheen zerstören, die in den vom Bassa-Volk bewohnten Gebieten gebaut wurden. Außerdem sollen alle Symbole entfernt werden, die für die westliche Kultur stehen, und durch Symbole der Stammestradition ersetzt werden. Es gibt Befürchtungen, dass auch das westlich geprägte Bildungssystem in Kamerun, die Werte der Philosophie, Wissenschaft und Religionsfreiheit sowie die säkulare Staatsform in Frage gestellt werden könnten.

Ausgabe 2/2017

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