ÄGYPTEN Anschlag auf koptische Kirche in Kairo corner

ÄGYPTEN

Anschlag auf koptische Kirche in Kairo

Der koptisch-katholische Bischof von Gizeh, Antonios Aziz Mina, hat die Teilnahme des ägyptischen Präsidenten as-Sisi an der Trauerfeier für christliche Opfer eines Attentats im Dezember 2016 als positives Zeichen gegenüber der koptischen Bevölkerung gewertet.
FOTO: HARTMUT SCHWARZBACH

Bei Selbstmordattentat sterben 26 Menschen

Am 11. Dezember 2016 wurde in Kairo ein Anschlag auf die koptische Markuskathedrale verübt. Bei dem Selbstmordattentat, zu dem sich die Terrororganisation Islamischer Staat bekannte, wurden mindestens 26 Menschen getötet, 49 Personen wurden verletzt. Am Trauergottesdienst für die Opfer des Attentats nahm auch der ägyptische Präsident Abd al-Fattah as-Sisi teil. Dazu sagte der koptisch-katholische Bischof von Gizeh, Antonios Aziz Mina, der Nachrichtenagentur Fides: »In dieser Form hat eine Trauerfeier für die Opfer von Anschlägen in Ägypten noch nie stattgefunden. Auch die von Präsident as-Sisi verhängte dreitägige Staatstrauer ist eine Neuheit. Andererseits ist as-Sisi auch der erste Präsident, der an den Weihnachtsfeiern in der koptischorthodoxen Kathedrale teilgenommen hat. Der Präsident möchte mit den öffentlichen Gesten zeigen, dass er die Kopten als eine grundlegende Komponente des Landes und die koptischen Christen als unverzichtbaren Teil der ägyptischen Gesellschaft betrachtet.«

Zur Situation nach dem Attentat sagte Bischof Aziz Mina: »Mich hat beeindruckt, dass Bischöfe und Priester sofort am Ort des Attentats waren und versuchten, die Menschen zu trösten.« Zu den Übergriffen auf Journalisten am Rande des Attentats erklärte der Bischof: »Es ist verständlich, dass man angesichts von Fotoapparaten und Kameras, die auf die eigenen Verstorbenen gerichtet sind, in Wut ausbricht. Auf der anderen Seite tun auch die Journalisten nur ihre Arbeit, und nur durch ihre Berichterstattung haben wir sofort von diesem Martyrium erfahren.«

Wenige Tage nach dem Anschlag besuchte der Großimam der al-Azhar- Universität, Scheich Ahmad Mohammad al-Tayyeb, zusammen mit einer hochrangigen Delegation den koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. und sprach dem Oberhaupt und der ganzen koptischen Kirche sein Beileid aus. Ziel der terroristischen Anschläge, »die keinen Unterschied zwischen Christen und Muslimen machen«, sei es, so al-Tayyeb, »die Einheit des ägyptischen Volkes« zu zerstören. Dabei seien die Organisationen, die hinter den blutigen Anschlägen in Ägypten stecken, im Ausland angesiedelt. Patriarch Tawadros erinnerte daran, dass Christen und Muslime auf eine jahrhundertelange Geschichte des Zusammenlebens in Ägypten zurückblicken können. Dies helfe ihnen, gemeinsam die Prüfungen zu bestehen, mit denen sie sich beim Aufbau des gemeinsamen Vaterlandes konfrontiert sehen.

Gratis-Ausgaben

Ich möchte Forum Weltkirche mit 2 Gratis-Ausgaben kennen lernen.

/ Bestellen bei HerderShop24