Zwischen Hindu-Ideologie und säkularer Verfassung Die wachsende Gewalt gegen Christen in Indien corner

Zwischen Hindu-Ideologie und säkularer Verfassung

Die wachsende Gewalt gegen Christen in Indien

von SEBASTIAN M. MICHAEL SVD

Etwa 80 Prozent der indischen Bevölkerung gehören dem Hinduismus an. Hinduistische Götterbilder in einem Auto.
FOTO: STEFAN VOGES

Im heutigen Indien definiert sich die indische Identität durch die gemeinsame Verfassung. Sie garantiert allen Bürgern Rechte in Bezug auf Ethnie, Sprache, Kultur und Religion. Heute wird der fragile Zusammenhalt der indischen Gesellschaft jedoch gefährdet durch Bestrebungen, eine Hindu-Nation zu etablieren. Hinter der Gewalt gegen Volksgruppen im Namen der Religion stecken politische und ökonomische Interessen. Dieser Zusammenhang zwischen Kultur, Religion, Identität sowie politischen und ökonomischen Interessen ist entscheidend für das Verständnis der Gewalt gegen Christen in Indien.

Indien ist ein Subkontinent mit einer riesigen Bevölkerung und einer enormen kulturellen Vielfalt. Aus der anthropologischen Forschung weiß man, dass nahezu alle bekannten Ethnien zu unterschiedlichen Zeiten mit ihrer eigenen Sprache, Religion und Kultur nach Indien eingewandert sind. Aufgrund der dünnen Besiedelung der ausgedehnten Landstriche konnten die einwandernden kulturellen und ethnischen Gruppen ohne großen Widerstand ins Innere des Subkontinents vordringen. Die verschiedenen Gruppen löschten einander nicht aus, sondern bestanden fort; aus ihnen ging die heutige Bevölkerung hervor.

Das Entstehen der großen Religionsgemeinschaften in Indien

Unter den Einwanderern, die nacheinander in Indien eintrafen – Arier, Griechen, Skythen, Parther, Shakas und Hunnen vor dem 8. Jahrhundert sowie Araber, Perser, Turkvölker, Afghanen und Mongolen zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert –, waren es die Arier, die mit aller Macht nach einer hierarchischen sozialen Ordnung (Varnashrama-dharma) als universelle Sozialstruktur in Indien strebten. Dies gelang ihnen weitgehend, indem sie die Menschen unter Einschluss ihrer Götter, Sitten und Bräuche in Kasten (jati) einteilten. Mythen und Philosophien wurden geschaffen, um das vierstufige hierarchische Varna-System (auf Basis der Hautfarbe) zu rechtfertigen, in dem die hellhäutigen Brahmanen, Kshatriyas und Vaishyas (Priester, Könige, Geschäftsleute) als privilegierte Kasten über die dunkelhäutigen Sudra-Kasten (Bauern) herrschen. Bestimmte Menschengruppen wurden gar als Unberührbare eingestuft, die heute aus verschiedenen Gründen Dalits genannt werden. Die indigenen Stammesvölker, die das Kastensystem ablehnten, zogen sich in Wald- und Bergregionen zurück und entzogen sich damit der sozialen Ordnung der Hindu-Kasten.

Im gesamten Verlauf der Geschichte Indiens fand ein Prozess der Hinduisierung durch Assimilierung statt. Nirmal Kumar Bose bezeichnete das als »die hinduistischeMethode der Assimilierung der Stammesvölker«.Wie die Stammesvölker wurden auch die Nichtarier, das heißt die Sudras (Bauern) und die Ati-Sudras (Knechte) vom Hinduismus assimiliert und sanskritiert. Das brachte die verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf dem indischen Subkontinent in die Kastenstruktur, in der die Brahmanen, Kshatriyas und Vaishyas als privilegierte Gruppen über den Sudras, den Unberührbaren und der Stammesbevölkerung stehen. Laut Volkszählung von 2011 gibt es heute 966 Millionen Hindus. Das sind 79,8 Prozent der Bevölkerung.

Kontakt mit dem Islam hatte Indien ab dem 7. Jahrhundert, als arabische Händler in die Küstengebiete Malar und Konkan-Gujarat kamen. Heute ist der Islam mit seinen rund 172 Millionen Anhängern (14,2 Prozent der Bevölkerung) die zweitgrößte Religion in Indien. Die drittgrößte Religionsgemeinschaft in Indien bilden mit rund 28 Millionen Menschen die Christen. Das sind 2,3 Prozent der indischen Bevölkerung. Dem Glauben nach kam der heilige Thomas im Jahr 52 ins indische Kerala und gründete an sieben Orten christliche Gemeinden (Cranganore, Palayur, Parur, Kokkamangalam, Niranam, Quilon und Nilackal), um schließlich in Mylapore in der Nähe von Madras (Chennai) als Märtyrer zu sterben. Diesen Glauben teilen auch Nichtchristen.Auch wenn die Christen bereits seit dem ersten Jahrhundert in Indien präsent waren, setzte die umfassende Verbreitung der Botschaft Christi erst nach der Entdeckung des Seewegs von Europa nach Indien im Jahr 1498 ein.

Der prägende Einfluss der westlichen Kultur und des Christentums in Indien unterscheidet sich stark von der Begegnung zwischen den anderen beiden großen kulturellen Traditionen Hinduismus und Islam. Mit dem Hinduismus und dem Islam trafen im Wesentlichen zwei traditionelle Weltsichten aufeinander. Die normativen Elemente, die über diese beiden Traditionen miteinander in Kontakt kamen, waren vormodern und dienten nur der Fortschreibung der traditionellen Anschauung und des sozialen Systems. Der Kontakt des Hinduismus mit dem Westen war von völlig anderer Bedeutung. Historisch gesehen war es der Kontakt zwischen einer vormodernen und einem modernisierenden kulturellen System. Grundlage der Auffassungen und des Wertesystems des Westens war eine liberale, egalitäre und humanistische Haltung – mit einer wissenschaftlichen und technischen Sicht der Welt, die in Rationalismus, Gleichheit und Freiheit wurzelte. Das leitete eine neue Ära des Wandels in der indischen kulturellen Tradition ein.

Die umfassende Verbreitung des christlichen Glaubens setzte mit der Erschließung des Seewegs von Europa nach Indien im 15. Jahrhundert ein. Ruinen eines portugiesischen Klosters aus dem 16. Jahrhundert in Vasai.
FOTO: STEFAN VOGES

Die verschiedenen Formen des christlichen Glaubens stellten für die niederen Kasten, die Unberührbaren und die Stammesvölker eine große Chance auf Gleichheit und soziale Gleichbehandlung dar. Das Bekenntnis des Christentums, dass Gott der Vater aller Menschen ist, hatte offenkundig Anziehungskraft auf die niederen Kasten, die von den dominierenden oberen Kasten häufig nicht wie Menschen behandelt wurden. Mit den missionarischen Bemühungen um Alphabetisierung und Unterstützung in Zeiten der materiellen Krise kam noch die erforderliche existentielle Dimension hinzu. Massenkonversionen setzten in den verschiedenen Teilen Indiens und bei weit im Land verstreuten Gemeinden ein. Laut John Webster sind heute 10 bis 15 Prozent aller Unberührbaren (Dalits) in Indien Christen. Das heißt, dass zwei Drittel bis drei Viertel aller Christen in Indien aus den unberührbaren Kasten stammen: 60 Prozent aller Christen sind Dalits. 25 Prozent des christlichen Bevölkerungsanteils in Indien gehören zudem der Stammesbevölkerung an. Das heißt, dass in Indien die Dalits und Stammesvölker am stärksten auf das Christentum in Indien ansprachen. Wenn wir diese Gruppe noch um die Christen der nichtarischen Sudra-Kaste erweitern, kommen wir auf 95 Prozent Christen in Indien, die den Dalits, Stammesvölkern und Sudras angehören.

Die Hindus der oberen Kasten wollten zwar die Dienste der Sudra- und Dalit-Kaste sowie der Stammesbevölkerung, taten jedoch wenig für die Verbesserung ihrer prekären sozialen Lage. Für sie waren sie einfach »rückständige Hindus«. In Ablehnung dieser Kategorisierung fanden die Stammesvölker und Dalits durch den Wechsel der Religion eigene Wege, um auf der sozialen Leiter in der indischen Gesellschaft aufzusteigen. Untersuchungen von Massenkonversionen zum Christentum »belegen eindeutig, dass diese sich herausbildenden Gemeinden das Christentum nicht mit ›dem Gehorsam von Kühen akzeptierten‹, wie die Nationalisten der oberen Kaste unterstellten, sondern sich vielmehr bewusst und willentlich von einem religiösen Symbolismus abwandten, der als sektiererisch und ungerecht empfunden wurde, um sich einem anderen zuzuwenden, den man als universell und egalitär und damit der eigenen Lage angemessen empfand«.

Julian Saldanha kommt hinsichtlich der christlichen Konversionsbewegungen in Indien zu folgendem Schluss: »Eine eingehende Analyse dieser Konversionsbewegungen offenbart, dass sie weder das Ergebnis materieller Anreize noch ausschließlich religiöse Ereignisse waren. Treffender lassen sie sich als sozioreligiöse Bewegungen beschreiben.«Forrester sagt über die Motive: »Das Streben nach materieller Verbesserung oder Aufwertung des Status ist selten, wenn überhaupt, das einzige oder auch nur das bestimmende Motiv hinter einer Massenbewegung. Würde, Selbstachtung, Dienstherren, die einen als Gleichen behandeln, und das Vermögen, das eigene Schicksal selbst zu bestimmen – all das sind starke Anreize für eine Konversion.«Soziale und religiöse Motive verschmelzen zu einem komplexen Ganzen, und es lässt sich nur schwer sagen, wo das eine Motiv endet und das andere beginnt.

Während der britischen Kolonialherrschaft bildete sich die Idee einer modernen indischen Nation heraus. Das Victoria Memorial zu Ehren der britischen Königin Victoria in Kalkutta.
FOTO: STEFAN VOGES

Gewalt gegen Christen in Indien

Am 11. Dezember 2016 wurde eine Gruppe von Katholiken der Gemeinde St. Peter und Paul in der Diözese Udaipur, die in Privathäusern einen Weihnachtsgottesdienst abhielt, von etwa 30 Angreifern brutal misshandelt. Das Ganze spielte sich im Dorf Tikariya in der Nähe der Stadt Banswara in Rajasthan ab. Der Gemeindepriester Father Stephen Rawat, der selbst zu den Opfern gehörte, sagte dazu: »Ich habe keine persönlichen Feinde; ich wurde misshandelt, weil ich Christ bin.« Er fügte hinzu, dass es in der Nähe einWohnheim der Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS, Nationale Freiwilligenorganisation) gibt, in dem jungen Menschen die Ideologie (Hindutva) vermittelt werde. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass diese Organisation hinter dem Überfall auf die Christen stehe. Und das ist kein Einzelfall. Seit Jahren nimmt die Zahl der Übergriffe auf die Christen in Indien zu. Laut dem United Christian Forum for Human Rights (UCFHR) gab es in den 32 Jahren zwischen 1964 und 1996 lediglich 38 gemeldete Fälle von religiös motivierter Gewalt gegen Christen. Allein im Jahr 1997 wurden 15 Fälle dieser Art registriert. 1998 stieg ihre Zahl auf 90. Nonnen wurden vergewaltigt, Priester exekutiert, Bibeln verbrannt, Kirchen zerstört, Bildungseinrichtungen verwüstet und Ordensleute schikaniert.

Die Jahre 1998 und 1999 werden als Jahre der heftigen und brutalen Verfolgung der Christen in Indien in Erinnerung bleiben. Es sind die Jahre, in denen die Bharatiya Janata Party (BJP, Indische Volkspartei) in Indien an die Macht kam und die Zentralregierung Indiens stellte. Allein im Bundesstaat Gujarat kam es in den ersten Monaten des Jahres 1998 zu mehr als fünfzig Fällen von Brandstiftung, Übergriffen, Plünderung, Verwüstung und gewaltsamer Vertreibung von Christen. Im Januar 1999 brannten allein in Gujarat 36 Kirchen und Gebetshallen. Auch in anderen Teilen Indiens gab es Übergriffe auf Christen. Der Vorfall vom 20. September 1999, der sich in Jalapur (Chhapra, Bihar) ereignete, bei dem eine Nonne gezwungen wurde, sich auszuziehen und den Urin der beiden nicht ermittelten Angreifer zu trinken, ist von besonderer Widerwärtigkeit. Der grausame Mord an einem australischen Missionar und seinen beiden Söhnen im Bundesstaat Orissa im Osten Indiens, der sich in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 1999 ereignete, ist ein aufschlussreiches Beispiel dafür, wie vergiftet die Atmosphäre inzwischen ist.11

Die Gewalt gegen Christen in den letzten zehn Jahren versetzte die indischen Christen in einen Schockzustand und in große Sorge. Sie litten physisch und psychisch stark unter der Gewalt von Seiten der Hindu- Nationalisten, vor allem in den Bundesstaaten Orissa, Karnataka, Gujarat, Madhya Pradesh und mehreren weiteren Bundesstaaten. Allein in Orissa brannten 2008 147 Kirchen, verloren 81 Menschen ihr Leben und wurde eine Nonne vergewaltigt. Darüber hinaus wurden 50.000 Christen vertrieben und mehr als 4.000 Häuser zerstört. Die Mehrzahl der Christen im Distrikt Kandamal von Orissa musste in den Dschungel fliehen, um ihr Leben zu retten. Viele Priester, Nonnen und Arme verbrachten dort Wochen und lebten nur von dem, was sie fanden.

Gegen Bildungseinrichtungen christlicher Missionare wird der Vorwurf erhoben, sie dienten dazu, die Armen zum Christentum zu bekehren. Schüler einer Schule der Christian Brothers in Kalkutta.
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Wer steckt hinter dieser Gewalt?

Aus mehreren Untersuchungen von Nichtregierungsorganisationen geht hervor, dass die Anstifter von Angriffen gegen Christen in Indien vor allem aus Organisationen stammen, die der hinduistischen Rechten nahestehen: die RSS, Vishwa Hindu Parishad (VHP; Welthindurat), der illegale Arm des Letzteren, die Bajrang Dal (BD; Armee des Hindu-Gottes Hanuman) und der Hindu Jagran Manch (HJM; Aktivistengruppe der Hindus). Zusammen mit der BJP werden diese häufig zusammenfassend als Sangh Parivar (Föderation militanter Hindu- Organisationen) bezeichnet.

Unmittelbarer Auslöser für die 2008 an Christen in Orissa verübten Gewaltakte war die Ermordung des Hindu-Führers Swami Laxmanananda Saraswati. Obwohl sich Maoisten dazu bekannt hatten, am 23. August 2008 in Jalaspetta Ashram den Swami und vier weitere Mitglieder der extrem militanten Hindu-Organisation VHP ermordet zu haben, warf man der Kirche vor, als Drahtzieherin hinter den Morden zu stehen. Die Sangh Parivar erhob nicht nur fortwährend falsche Anschuldigungen gegen die christlichen Gemeinden, sondern startete zudem in beispielloser und systematischer Weise Angriffe auf Christen in Orissa, die mehr als 45 Tage andauerten

Fakt ist, dass die eigentliche Ursache der Unruhen im Aufstieg der Sangh Parivar zu sehen ist. Laut Noorani nahmen die Angriffe auf Christen »nach der Amtsübernahme der von der BJP geführten Regierung im März 1998 sprunghaft zu«.Der Polizeichef von Gujarat, wo viele der Angriffe auf Christen stattfanden, erklärte: »Die VHP und die Bajrang Dal nahmen das Gesetz in die eigene Hand.« Dies bestätigt auch der Erzbischof von Delhi, Alan de Lastic: »Nach meinen Beobachtungen haben die Angriffe auf Christen und christliche Missionare seit der Machtübernahme dieser Regierung zugenommen.«

Wenn wir uns die Ursachen der Gewalt gegen Christen in Orissa im Jahr 2008 anschauen, stellen wir fest, dass die Angriffe bereits am 23. Dezember 2007 begannen, als mehrere militante Hindu-Organisationen die Weihnachtsvorbereitungen der Christen im Distrikt Kandhamal von Orissa störten. Dazu muss man wissen, dass die Christen an Orten, wo sie nur in geringer Zahl vertreten sind, es nicht riskieren, Weihnachten öffentlich zu feiern. Weil in Kandhamal relativ viele Christen leben, finden die Feierlichkeiten hier öffentlich statt. Diese Präsenz der Christen war den Hindu- Nationalisten ein Dorn im Auge. Sie protestierten gegen das öffentliche Feiern des Weihnachtsfestes. Die Christen setzten die Vorbereitungen auf die Feier jedoch wie in den Jahren zuvor fort. Die Angriffe von Gruppen mit 500 bis 2.000 bewaffneten Männern dauerten vom 24. bis zum 27. Dezember 2007. Mindestens drei Menschen wurden getötet, fast 40 Kirchen und christliche Einrichtungen sowie 700 Häuser wurden angezündet und verwüstet.

Die Mehrzahl der Christen in Orissa gehört der Stammesbevölkerung oder der Kaste der Unberührbaren an. Ihre Kultur unterscheidet sich sehr stark von der der oberen Hindu-Kasten. Die Christen in Orissa sind arm, besitzen kein Land und haben trotz ihrer zahlenmäßigen Stärke keinerlei politischen Einfluss. Sie werden von Geldverleihern und den Hindus der oberen Kasten ausgebeutet.

In den zurückliegenden Jahren gab es Versuche, die Christen wieder zum Hinduismus zu bekehren. Führer dieser Rückbekehrungsbewegung – der sogenannten Gharvapsi – war Swami Laxmanananda Saraswati. Er behauptete, die Christen in Indien seien mit Gewalt vom Hinduismus zum Christentum bekehrt worden. Seine Mission sei es nun, die Christen zum Hinduismus zurückzuführen. Christen sahen sich mit einer Vielzahl von Hindernissen für die freie Ausübung ihrer Religion konfrontiert. Mit seinem Einfluss auf die Politik und die Hindu-Fundamentalisten schüchterte der Swami die Christen ein, um ihre Bekehrung zum Hinduismus zu erzwingen. Diese Rückbekehrungsbewegung belastete die Beziehungen zwischen den religiösen Gemeinschaften in Orissa stark.

Während des Freiheitskampfes beeinflussten verschiedene Positionen und Perspektiven die Herausbildung einer indischen Identität. Bilder der Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi und Subhash Chandra Bose in Kalkutta.
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Die Frage der nationalen Identität

Die Gewaltausbrüche von Hindu-Nationalisten gegen Christen haben ihre Wurzeln in der weiter gefassten Frage der kulturellen Identität der indischen Nation und den Rechten der Christen als Staatsbürger im modernen Indien.

Nach den Jahren der gegenseitigen Befruchtung, Verschmelzung und Infragestellung ist die indische Kultur heute von einer Vielfalt der Kulturen, Religionen, Sprachen, Ethnien und Kastengruppen geprägt. Im Verlauf der indischen Geschichte gab es verschiedene Königreiche, Fürstentümer und Stammesfürsten auf dem indischen Subkontinent, die in der vorbritischen Zeit über ihre jeweiligen Regionen und die dortige Bevölke rung herrschten. Die Idee einer modernen indischen Nation bildete sich erst während der Zeit des Kolonialismus heraus.Ihr voraus ging die politische und administrative Einigung, gefolgt von der wirtschaftlichen Einigung des Landes durch die Briten. Die Einführung des englischen Bildungssystems und die Verbreitung der europäischen Wissenschaft und Philosophie sowie der Stolz der Inder auf ihr Land und ihre Kultur nahmen an diesem historischen Wendepunkt ihren Anfang. Im Ringen um einen Konsens bezüglich der indischen Identität gab es zahlreiche Konfrontationen und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen religiösen, sprachlichen und ethnischen Gruppen.

Die Verfassung der Republik Indien ist das Ergebnis a) gegensätzlicher Standpunkte bezüglich der säkularen Ausrichtung des modernen Staates und verschiedener religiöser Ansprüche in Bezug auf die indische Identität; b) widerstreitender Visionen für die Zukunft Indiens; c) eines enthusiastischen Rückhalts für die Förderung des Hindi und ängstlicher Zurückhaltung der nicht Hindi sprechenden Mehrheit sowie d) der Forderungen nach einer zentralisierten Regierung und politischen Programmen, die örtlichen Bedürfnissen und Erwartungen folgen. All diese Standpunkte und Sichtweisen einer indischen Identität hatten Einfluss auf die Herausbildung eines modernen indischen Staates in der Zeit des Freiheitskampfes. Das gescheiterte Ringen um einen Konsens in der Frage der indischen Identität mündete in der Abspaltung Pakistans von Indien. Auch Mahatma Gandhi fiel dem überbordenden und engstirnigen Nationalismus zum Opfer.

Trotz dieser Rückschläge verabschiedete die Verfassunggebende Versammlung Indiens am 26. November 1949 nach dreijährigen Beratungen eine Verfassung für die größte liberale Demokratie der Welt. Die Gründungsväter der indischen Verfassung verteidigten die Vorstellung von einer pluralistischen Gesellschaft und einem neutralen Staat auf der Grundlage der Rechtsgleichheit und Staatsbürgerschaft. Die indische Verfassung kann zu Recht als säkular und multikulturell beschrieben werden. Religiöse, kulturelle und sprachliche Minderheiten werden anerkannt und geschützt. Nach langwierigen Debatten in der Verfassunggebenden Versammlung wurde die Verfassung mit den in ihr verankerten Prinzipien des ethnischen, sprachlichen, kulturellen und religiösen Pluralismus in Indien und der Zusage der Anerkennung und des Schutzes aller sowie einer diskriminierungsfreien staatlichen Politik verabschiedet. Sie formulierte einen säkularen und inklusiven Nationalismus der Chancengleichheit und der Freiheit in Gleichheit für alle, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit oder gesellschaftlichen Stellung. Das bedeutete, dass der Staat selbst nicht für irgendeine Gruppe Partei ergreifen oder eine Religion bevorzugen darf.

Nachdem Indien 60 Jahre lang getreu der Verfassung die Prinzipien des Pluralismus und Säkularismus geachtet hat, steht das Land nun vor der Herausforderung, sich des verfassungsfeindlichen Versuchs der Neudefinition Indiens als rein monokulturelle Hindu- Nation (Hindu Rashtra) zu erwehren. Die stetig wachsende Ausrichtung der politischen Kultur und des nationalen Selbstverständnisses auf Hindu-Prinzipien und die damit einhergehende Marginalisierung anderer Gruppen säte Zwietracht und Unmut zwischen den ethnischen und religiösen Gruppen Indiens und leistete Gewalt gegen Christen Vorschub.

Im Zuge des Aufstiegs des Hindu-Nationalismus während der letzten 30 Jahre wurden die Christen zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Jetzt arbeiten die militanten Hindu-Nationalisten daran, das grundlegende verfassungsmäßige Konzept des Pluralismus in Indien zu beseitigen. Die öffentliche Meinung wird dahingehend beeinflusst, dass bestimmte Inder, das heißt die Angehörigen der oberen und mittleren Klassen beziehungsweise Kasten, Patrioten sind, andere hingegen nicht. Stammesangehörige werden mit Argwohn betrachtet und ihre nationale Loyalität in Zweifel gezogen. In ähnlicher Weise werden die Dalits und ihr Streben nach Gleichberechtigung als verdächtig gebrandmarkt. In der Vorstellungswelt religiöser Nationalisten gibt es einen höchsten Wert – die Hindu-Nation, auf deren Altar alles, auch die Forderung nach Gleichheit, geopfert werden muss. Ihre Politik der kulturellen Reglementierung hat nur ein Ziel: die Konsolidierung einer hinduistisch-nationalen Identität.

Die Hindu-Nationalisten zwingen die Christen, sich der Hindutva-Ideologie zu unterwerfen, nach der Indien eine Hindu-Nation sein muss. So drohte beispielsweise die Bajrang Dal christlichen Bildungseinrichtungen in Karnataka und mehreren weiteren Bundesstatten mit harten Konsequenzen, wenn diese sich nicht »hinduisieren«, indem sie ein Bild von Saraswati aufhängen und den Tag mit der Saraswati Vandana, einer Hymne zur Huldigung der Hindu-Göttin Saraswati, beginnen. Rajendra Singh, Führer der RSS, erklärte am 22. November 1998: »Muslime und Christen müssen die Hindu-Kultur als ihre eigene Kultur akzeptieren, wenn sie von den Hindus als Inder behandelt werden wollen.« Heute verlangt die herrschende BJP von allen religiösen und kulturellen Gruppen, die Bhagavad Gita als heilige Schrift Indiens anzuerkennen.

Die unterprivilegierten Gruppen, vor allem die »rückständigen« Kasten, Dalits und Stammesangehörige haben ein völlig anderes Bild von Indien als die Brahmanen und andere obere Kasten, die in der Sangh Parivar das Sagen haben. Die politischen Führer der unterprivilegierten Massen wie Jotiba Phule, Ramaswamy Naicker, Ambedkar und Swami Achchutanand entlarvten und brandmarkten den brahmanischen Hinduismus unentwegt und systematisch als eine Religion und Kultur der sozialen Sklaverei und damit als Feind der Menschen, die um den Aufbau einer modernen Nation ringen.

Aus soziologischer Sicht dienen Bekehrungsbewegungen dem Protest gegen diese Vorstellung der oberen Kaste vom zukünftigen Indien. Weil sich viele christliche Missionare für die Befreiung der niederen Kasten und Stämme einsetzen, gelten sie bei Hindu-Nationalisten als Volksfeinde. Vor diesem Hintergrund leuchtet ein, warum christliche Missionare von nationalistischen Hindu-Organisationen attackiert werden. DasWirken der christlichen Missionare unter den Menschen am unteren Rand der Gesellschaft verstößt schlicht und ergreifend gegen die Interessen der oberen Kasten.

Der Autor des Artikels, Sebastian M. Michael, hier bei einem Vortrag im Oktober 2016, forscht als Anthropologe seit vielen Jahren zur Situation der Dalits und der Christen in Indien.
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Religiöse Bekehrung und Freiheit des Menschen

Ein weiteres wichtiges Thema, bei dem die Christen im Visier stehen, ist die religiöse Bekehrung. Fast jeden Tag ist in den indischen Zeitungen etwas dazu zu lesen. Die verschiedenen Hindutva-Organisationen haben sich zu diesem Thema geäußert. So fordert beispielsweise der 8. Dharma Sansad der VHP strenge Anti- Konversionsgesetze und eine Untersuchung der hinter den Bekehrungen vermuteten ›Verschwörung des Auslands‹ durch die Zentralregierung. Der kürzlich verstorbene VHP-Vorsitzende Ashok Singhal bezeichnete die Verleihung des Nobelpreises an Professor Amartya Sen als christliche Verschwörung mit dem Ziel, mehr missionarische Bildungseinrichtungen zu eröffnen, um dort die Armen zu bekehren. Missionaren warf man vor, bei der Bekehrung von Menschen zum Christentum mit Zwang, Betrug und Bestechung zu arbeiten. Angeblich werden für wohltätige Aktivitäten vorgesehene Gelder für Bekehrungszwecke missbraucht. Die Bekehrung vom Christentum zum Hinduismus wird von der Sangh Parivar als Gharvapsi oder Heimkehr befürwortet und gefördert.

Im Hinblick auf christliche Bekehrungsbewegungen behaupten mehrere Hindu-Fundamentalisten, dass die Bekehrungen in den letzten 500 Jahren unter Zwang erfolgt seien. Untersuchungen von Konversionsbewegungen offenbaren jedoch, dass die Problematik deutlich komplexer ist. Die Massenbekehrung von Stammesangehörigen zum Christentum ist mit den enormen sozio-ökonomischen und kulturellen Veränderungen verknüpft, die Verwestlichung und Modernisierung mit sich brachten.Snaitang, Angehöriger des Volkes der Khasi, kommt in seinem Werk Christianity and Social Change in North East India zum Schluss, dass das Christentum in einem von radikalem Wandel geprägten Umfeld passende Einrichtungen, eine neue Lebensweise und eine Ideologie bot, die die Stammesgesellschaft vor der Gefahr des Verlusts ihrer Strukturen und Identität bewahrte.Führende Hindus sind der Meinung, dass Bekehrungen zum Christentum nur auf Hungersnöte und Armut zurückzuführen seien. Das vereinfacht das Problem jedoch zu stark und trägt dem komplexen Phänomen der christlichen Bekehrungen nur unzureichend Rechnung.

Aus soziologischer Sicht sind Konversionen ein Wechsel von einer Religion zu einer anderen. Das Motiv für den Wechsel der Religion kann in wirtschaftlichen, sozialen oder religiösen Überlegungen liegen. Konversionen sind als Weg zu sehen, Schutz, Bildung und Status zu erhalten. Der Einzelne kann damit in der Gesellschaft vorankommen, sich selbst von geerbten Fesseln befreien und damit das Leben für sich und seine Kinder verbessern. Diese Fesseln können die Fesseln einer Kaste, des Analphabetismus, der wirtschaftlichen Versklavung, der psychologischen Teilnahmslosigkeit, einer Krankheit oder einer Religion der Ängste und der Verbote sein.All diese Fakten hängen jedoch stets miteinander zusammen und dürfen nie nur einzeln betrachtet werden.

Zwangsbekehrungen sind strikt abzulehnen. Allerdings gilt auch: Was ist falsch daran, wenn eine Gruppe von Menschen ihre Religion wechselt, weil sie feststellt, dass ihre Armut und soziale Degradierung die Folge religiös legitimierter Werte und Strukturen einer gesellschaftlichen Mehrheit sind? Die Aussicht auf radikalen Wandel kann nur den Begünstigten des Status quo subversiv erscheinen. Für die Unterdrückten und Erniedrigten hingegen liegt im Wandel Hoffnung.

Die Kirche dafür zu beschuldigen, dass sie arme Menschen in die Christenheit aufnimmt, ist vor dem Hintergrund der indischen Demokratie haltlos. Wer dies behauptet, beleidigt die Würde der Armen. Hinter dieser Vorstellung steckt eine herablassende Bevormundung, die den Armen die Fähigkeit abspricht, rationale Entscheidungen zu treffen. Verbietet die indische Verfassung den Armen etwa, ihre Vertreter im Parlament frei zu wählen? Indische Wahlen sind Beleg für die Macht und Weisheit der armen und einfachen Menschen. Sie sind klug genug, trotz Druck und Zwang eine freie Wahl zu treffen. Daher gibt es seitens der Hindu-Fundamentalisten der oberen Kaste keinen Grund, den Armen und Unterdrückten diese Fähigkeit abzusprechen.

Mehr noch: Bekehrungsbewegungen gibt es nicht nur in Richtung Christentum, sondern auch hin zu anderen Religionen. In diesem Zusammenhang sei an die Revolte von Dr. B. R. Ambedkar gegen den Hinduismus und seine Massenbekehrung zum Buddhismus im Jahr 1956 erinnert. Ein eingehender Blick in die indische Geschichte offenbart, dass der Buddhismus und der Jainismus in Indien weit verbreitet waren. Aufgrund der aggressiven Missionierung durch den brahmanischen Hinduismus sind sie heute Minderheitenreligionen. Hinter dieser Politisierung steht die große politische Agenda der Hinduisierung Indiens. Diese Haltung steht nicht im Einklang mit der indischen Verfassung und den Grundrechten der Bürger Indiens.

Schlusswort

Seit Menschengedenken ist Indien ein Land mit großer rassischer, kultureller, sprachlicher und ethnischer Vielfalt. Keine ideologische oder religiöse Gruppe in Indien hat das Monopol auf Patriotismus. Dennoch gibt es heute aktive und machtvolle Bestrebungen, die Einheit Indiens nicht auf der Grundlage der indischen Verfassung, sondern in Form der Hindu Rashtra zu vollziehen. Man hat bereits damit begonnen, die Geschichte passend zu dieser Agenda umzuschreiben. Das Bildungssystem wurde so umge- baut, dass sich die Köpfe der jungen Menschen besser mit der Hindutva-Ideologie infizieren lassen. Gleichzeitig gibt es von der Stammesbevölkerung, den Dalits und anderen niederen Kasten getragene Bestrebungen, Indien in inklusiven Kategorien zu sehen, um allen Indern Würde zu geben und sie zu geachteten Bürgern zu machen. Weil sich die christliche Mission für die Emanzipation der Stammesbevölkerung, der Unberührbaren (Dalits) und anderer marginalisierter Menschengruppen in Indien engagiert, handelt das Christentum gegen die Interessen der einflussreichen Hindus der Oberkaste. Die Gewalt gegen Christen ist vor dem Hintergrund dieses Interessenkonflikts zu sehen. Man kämpft gegen die religiösen, kulturellen und ökonomischen Rechte von Christen und scheut dabei auch vor Gewalt nicht zurück.

In diesem Zusammenhang ist folgende wichtige Frage zu stellen: Was bedeutet Nationalismus für die Armen, die Unterdrückten und die Marginalisierten? Ist es ihnen möglich, in der nationalen Einheit Indiens eine gemeinsame und geteilte Menschlichkeit zu erfahren? Als Bürger Indiens muss jedem an der Menschenwürde und der Einbeziehung aller Inder gelegen sein. Vor dem Hintergrund der Hindutva-Ideologie und eines exklusiven und engstirnigen Hindu-Nationalismus muss Nationalismus so definiert werden, dass die Armen und Unterdrückten die ihnen gebührende Aufmerksamkeit und Sorge erhalten. Hinter den Träumen und Hoffnungen dieser marginalisierten Gruppen steckt die Hoffnung, dass eine Nation der Fairness und Gerechtigkeit realisiert wird, eine Nation mit menschlichem Antlitz, die jeden einbezieht.

SEBASTIAN M. MICHAEL SVD
Professor für Kulturanthropologie am Institute of Indian Culture in Mumbai Aus dem Englischen von Jürgen Waurisch

ANMERKUNGEN

1 Die Dalits stehen aufgrund ihrer Kaste in sozialer, ökonomischer, kultureller und politischer Hinsicht am untersten Ende der gesellschaftlichen Hierarchie. Sie trugen verschiedene Bezeichnungen wie zum Beispiel »Unberührbare«, »Harijans«, »Äußere Kaste«, »Schwache Klasse«, »Kastenlose « und »Parias«. Heute werden sie »Dalits« genannt. Das ist der Name, den die Unberührbaren sich selbst gaben. »Dalit « heißt eigentlich so viel wie »zerrieben«, »plattgetreten« oder »unterdrückt«, wird von den niederen Kasten jedoch heute mit Stolz und einer gewissen Militanz verwendet. Die Bezeichnung »Dalit« steht nicht nur für die Ablehnung der Vorstellung von der Unreinheit oder »Unberührbarkeit« an sich, sondern manifestiert die gefühlte Einheit einer Bewegung für mehr Gleichheit. Sie kündet von einer neuen Phase der Bewegung der Unberührbaren in Indien. Vgl. Eleanor Zelliot, »The Dalit Movement«, Dalit International Newsletter, Vol. 1 (1996), No. 1, 1.
2 Nirmal Kumar Bose, Culture and Society in India, Bombay: Asia Publishing House 1967.
3 Xavier Koodapuzha, »Catholic Mission in the Region of Kerala«, in: Integral Mission Dynamic: An Interdisciplinary Study of the Catholic Church in India, ed. Augustine Kanjamala, New Delhi: International Publications 1996, 3.
4 Yogendra Singh, Modernization of Indian Tradition, Delhi: Thomson Press 1973, 85.
5 S. M. Michael, Christianity and Cultures: Anthropological Insights for the Christian Mission in India, Delhi: ISPCK/Pune: Ishvani Kendra 2015, 42.
6 G. Aloysius, Religion as Emancipatory Identity. A Buddhist Movement among the Tamils under Colonialism, New Delhi: New Age International Publishers 1998, 19.
7 Julian Saldanha, »Patterns of Conversion in Indian Mission History«, in: Mission and Conversion: A Reappraisal, ed. by Joseph Mattam and Sebastian Kim, Mumbai: St. paul’s Publications 1996, 79.
8 Duncan B. Forrester, Caste and Christianity: Attitudes and Policies on Caste of Anglo Saxon Protestant Mission in India, London: Routledge 1980, 75.
9 Vgl. Julian Saldanha, »Conversion and Development of the Weaker Sections«, in: Indian Missiological Review 1984, No. 3, 239–242.
10 UCANews, 19. Dezember 2016.
11 Vgl. S. M. Michael, »Hindu Nationalism and Indian Christian Response«, in: Reflecting Mission and Practicing Mission. Divine Word Missionaries Commemorate 125 years of Worldwide Commitment Vol.II, ed. by Herbert Bettscheider, Nettetal: Steyler Verlag 2001, 475 –489.
12 S. M. Michael, »Becoming Missional Communities in the 21st Century in the Context of Violence against Christians in India«, in: Becoming Missional Congregation in the Twenty First Century Indian Context, ed. by Jangkholam Haokip and K. Sungjemmeren Imchen, Delhi: ISPCK/Pune: KABA/CMS-UBS 2016, 65–83.
13 Ebd.
14 A. G. Noorani, »RSS and Christians«, in: Frontline, January 1, 1999, 123–127.
15 The Hindustan Times, 6. August 1998.
16 A. G. Noorani, »RSS and Christians«, in: Frontline, January 1, 1999, 123–127, hier 123.
17 Vgl. T. K. Oommen, Citizenship, Nationality and Ethnicity: Reconciling Competing Identities, Cambridge: Polity Press 1997; Yogendra Singh, »Social Processes and dimensions of Indian Nationalism«, in: Social Transformation in India, ed. by Ghanshyam Shah, Jaipur: Rawat Publications 1997, 117–130.
18 P. R. Ram, In the Name of Religion. Truth Behind Conversions and Acts of Violence. Mumbai: EKTA 1999, 2.
19 The Asian Age, 23. November 1998.
20 Vgl. S. M. Michael, »Culture, Religion & Politics in India: Rise of Hindu Cultural Nationalism«, in: Dharma Rajya, March 1999, Vol. 2, No. 1, 20–34.
21 Nali Natarajan, Missionary Among the Khasis. New Delhi: Sterling Publishers 1977.
22 O. L. Snaitang, Christianity and Social Change in North East India. Shillong: Vendrame Institute 1993.
23 Vgl. J. T. F. Jordens, »Reconversion to Hinduism, the Shuddhi of the Arya Samaj«, in: G. A. Oddie (ed.), Religion in South Asia, New Delhi: Manohar 1977, 145–161, hier 150.
24 Vgl. Andrew Wingate, The Church and Conversion. A Study of Recent Conversions to and from Christianity in the Tamil Area of South India, Delhi: ISPCK 1997.
25 Vgl. S. M. Michael, Anthropology of Conversion in India, Mumbai: Institute of Indian Culture 1998.

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