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Ökumenisches Friedensgebet 2017

Bild: Farid Georges

Aus der Tiefe des Chaos
rufen wir zu dir, du Gott des Friedens.
Aus der Tiefe des Leidens
rufen wir zu dir, du Gott der Barmherzigkeit.
Aus der Tiefe der Angst
rufen wir zu dir, du Gott der Liebe.

Guter Gott, höre unsere Stimme,
die um Frieden für unsere verwirrte Welt bittet.
Erleuchte unseren Verstand,
dass wir lernen,
auf deine Weise Frieden zu schaffen,
damit die getröstet werden,
die um der Gerechtigkeit willen leiden.

Sende deinen Heiligen Geist,
damit er uns auf den Weg des Friedens führe,
den du bereits begonnen hast.
Öffne unsere Augen für die Zeichen deiner
Gegenwart in unserer erschöpften Welt.
Lehre uns, in Harmonie mit dir,
unseren Mitmenschen und der Natur zu leben.

Wir sehnen uns so sehr
nach einer friedlichen Welt:
in der Menschen in Würde alt werden können,
in der Eltern
ihre Kinder in Liebe aufwachsen sehen,
in der die Jugend
von ihrer Zukunft träumen kann,
in der Kinder
eine glückliche Kindheit erleben können.

Guter Gott,
stärke unseren Glauben an die Möglichkeit,
Frieden zu schaffen trotz aller Gewalt,
die wir sehen.
Hilf unserem Bemühen um eine bessere Welt,
in der alle willkommen sind,
in der alle sich zum Festmahl versammeln,
in der alle in Freiheit verkünden können,
dass Jesus der Erlöser ist.

Schwester Dr. Nazik Khalid Matty

Die 1975 in Bagdad geborene Dominikanerin Nazik Khalid Matty promovierte 2014 mit einem MWI-Stipendium (missio) an der Universität von Oxford in Bibelwissenschaften. Nach ihrer Rückkehr in ihre Heimat im März 2014 hätte sie sowohl am Priesterseminar in Karakosh als auch an der Theologischen Fakultät in Erbil lehren sollen. Doch am 6. August 2014 zog der IS in Karakosh ein, und sie und die anderen Ordensfrauen mussten nach Erbil fliehen. Sie wurden auf verschiedene Flüchtlingslager verteilt, um dort den Menschen zu helfen. Auch Schwester Nazik übernahm eine solche Aufgabe. Nun kümmert sie sich um die Flüchtlinge wie auch um die Ausbildung der Priesteramtskandidaten.

Die Republik Irak umfasst den größten Teil des zwischen Euphrat und Tigris gelegenen »Zweistromlandes« Mesopotamien, in dem die frühesten Hochkulturen Vorderasiens entstanden sind. Der heutige Irak entstand 1920.

Nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein im Jahre 2003 erreichte die wechselvolle und blutige Geschichte des Landes durch zahllose Terroranschläge neue Dimensionen. Seitdem sind die Christen im Irak, aber auch andere religiöse und ethnische Minderheiten und selbst die islamische Mehrheit, nicht mehr sicher. Schätzungsweise zwei Drittel der christlichen Bevölkerung des Iraks ist vor Terror, Diskriminierung und Entführungen geflohen. Viele haben im Norden des Landes in der autonomen Region Kurdistan Zuflucht gefunden, andere im nahen und fernen Ausland.

Die christlichen Kirchen des Iraks bemühen sich nach Kräften um praktische Hilfe für die Binnenflüchtlinge und um Solidarität aus aller Welt zur Beendigung der jetzigen Lage.

Den Gebetstext zum Herunterladen und E-Mail-Versand finden Sie im Internet unter www.oekumenisches-friedensgebet.de .

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Ausgabe 2/2017

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