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SÜDSUDAN

Bischöfe beklagen anhaltende Gewalt

UN-Flüchtlingslager in Juba, Südsudan. Vor der andauernden Gewalt im Land suchen Menschen Schutz in Flüchtlingslagern und Kirchen.
FOTO: OXFAM EAST AFRICA/PETTERIK WIGGERS

Zivilisten sind Opfer des Bürgerkriegs

Die Bischöfe im Südsudan beklagen die von den Bürgerkriegsparteien ausgeübte Gewalt und hoffen auf einen Besuch von Papst Franziskus noch vor Jahresende. »Obschon wir immer wieder alle Parteien, Gruppen und Einzelnen aufgerufen haben, den Krieg zu beenden, kommt es im ganzen Land weiterhin zu Morden, Vergewaltigungen, Zwangsvertreibungen, Überfällen auf Kirchen und Verwüstung von Eigentum«, heißt es in einem Hirtenbrief der Bischöfe vom 22. Februar 2017. Sie verurteilten insbesondere die Übergriffe auf Zivilisten, die sowohl von Soldaten des Präsidenten Salva Kiir als auch von Anhängern des ehemaligen stellvertretenden Präsidenten Riek Machar verübt würden. Menschen, die an bestimmten Orten lebten oder zu einer bestimmten Ethnie gehörten, würden als Anhänger der Gegenseite betrachtet und deshalb von Bewaffneten angegriffen. »Sie werden ermordet, vergewaltigt, gefoltert, verbrannt, verprügelt, bestohlen, belästigt und aus ihren Häusern und von ihren Äckern vertrieben.«

Die Regierung fordere die Vertriebenen zur Rückkehr in ihre Dörfer auf, so die Bischöfe, doch die Menschen hätten Angst, zurückzukehren. »Einige Orte sind zu Geisterdörfern geworden, in denen niemand mehr lebt und nur noch Sicherheitskräfte oder die Mitglieder einer Partei oder eines Stammes unterwegs sind. Selbst diejenigen, die in den Camps der UN oder in Kirchen Zuflucht gesucht haben, werden von Ordnungskräften belästigt. « Viele sähen sich gezwungen, zum Schutz in benachbarte Länder zu fliehen. »An manchen Orten wird die Zerstörung als ›verbrannte Erde‹ beschrieben. Wohin sollen die Menschen zurückkehren? Dies ist eine Form kollektiver Bestrafung, die von der Genfer Konvention als Kriegsverbrechen geächtet ist.«

Die Bischöfe äußern ihre Sorge darüber, dass »Elemente innerhalb der Regierung Misstrauen gegenüber der Kirche hegen«. In einigen Gegenden habe die Kirche lokale Friedensabkommen vermitteln können, aber diese könnten leicht unterminiert werden, wenn Regierungsvertreter abgezogen und durch Hardliner ersetzt würden. In diesem Zusammenhang prangern die Bischöfe an, dass auch Priester, Ordensleute und engagierte Laien verfolgt würden. Ausdrücklich stellen die Bischöfe klar, dass die Kirche weder für die eine noch für die andere Seite sei. »Wir sind für alle guten Dinge – Frieden, Gerechtigkeit, Liebe, Vergebung, Versöhnung, Dialog, Rechtsstaatlichkeit, eine verantwortungsbewusste Regierungsführung – und wir sind gegen Böses – Gewalt, Mord, Vergewaltigung, Folter, Plünderung, Korruption, willkürliche Verhaftungen, Stammesdenken, Diskriminierung, Unterdrückung – unabhängig davon, wo es geschieht und wer verantwortlich ist. Wir sind bereit, jederzeit mit der Regierung und der Opposition zu sprechen und zwischen ihnen zu vermitteln.«

Ausgabe 3/2017

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