SENEGAL Migranten sind Menschen, keine politischen Angelegenheiten corner

SENEGAL

Migranten sind Menschen, keine politischen Angelegenheiten

Ein junger Mann aus dem Senegal, der nach einem gescheiterten Versuch eine weitere Flucht nach Europa plant. In Senegal haben die Bischöfe Nordafrikas über das Thema Migration beraten.
FOTO: FRIEDRICH STARK

Bischöfe Nordafrikas nehmen Stellung zum Thema Migration

»In Nordafrika befinden wir uns im Herzen des dramatischen Kampfes vieler Migranten um Leben und Tod. Dabei handelt es sich vor allem um Menschen und nicht um politische Angelegenheiten. « Zum Thema Migration haben sich die Bischöfe Nordafrikas (Conférence des Évêques de la Région Nord de l’Afrique, CERNA) in einer gemeinsamen Erklärung geäußert. Die Bischöfe hatten sich vom 2. bis zum 5. Februar 2017 in Keur Moussa, Senegal, versammelt.

Die meisten Mitglieder der katholischen Gemeinden in Algerien, Tunesien, Marokko und Libyen kommen aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Dies war auch der Grund für die Auswahl des Ortes der CERNA-Versammlung in Senegal. Unter den Migranten befinden sich auch Kranke, Frauen mit kleinen Kindern und unbegleitete Minderjährige. »Wir wissen, dass die Migranten vor allem dingend jemanden brauchen, der ihnen zuhört«, so die Bischöfe. »Wir müssen vor allem dort helfen, wo Menschen einsam sind und mit inneren Konflikten kämpfen.« Viele Priester, Ordensleute und Laien aus Subsahara-Afrika unterstützten heutzutage die Gemeinden in Nordafrika, sowohl bei der Begleitung von Studenten und Migranten als auch im Zusammenleben mit den muslimischen Völkern im Maghreb. »Wir wollten darüber nachdenken, wie wir den Priestern und Ordensleuten, die zu uns kommen, helfen können, sich vorzubereiten; wie wir sie besonders in den ersten Jahren besser begleiten können, damit ihre Arbeit Früchte trägt und sie Geschmack und Freude an ihrem priesterlichen Dienst oder ihrem Ordensleben finden in Ländern und Kirchen, die sich sehr von denen unterscheiden, aus denen sie kommen.«

Weiter heißt es in der Erklärung: »Wir sind zuversichtlich, dass das Gewissen der Völker den Regierenden dabei helfen wird, Wege zu finden, würdig und gerecht mit Migranten umzugehen.« Die Bischöfe äußern sich auch zu den Beziehungen mit den muslimischen Gemeinden. »Die Begegnung mit Muslimen ist ein wichtiges Thema in ganz Afrika und darüber hinaus. Wir wurden hier in Senegal Zeugen eines harmonischen muslimisch-christlichen Zusammenlebens, das bis in die Familien hineinreicht «, so die Bischöfe. Am Ende ihres Schreibens reflektieren die Bischöfe ihre eigene Situation: »Die Strahlkraft des Evangeliums misst sich nicht in Zahlen, sondern an der Qualität des Engagements in der Gesellschaft.« Die Bischöfe betrachten es als eine Gnade, eine »bescheidene « Präsenz der Kirche in Nordafrika zu leben. »Der Einsatz, besonders für die Schwächsten, trägt zum Weg der Völker hin zu mehr Gerechtigkeit und Frieden bei.«

Ausgabe 3/2017

Gratis-Ausgaben

Ich möchte Forum Weltkirche mit 2 Gratis-Ausgaben kennen lernen.

/ Bestellen bei HerderShop24