BANGLADESCH Caritas verstärkt Engagement für Bekämpfung des Klimawandels corner

BANGLADESCH

Caritas engagiert sich verstärkt für die Bekämpfung des Klimawandels

Bauern auf dem Kuriana-Kanal in Bangladesch. Sie fahren mit ihren Booten zu schwimmenden Märkten, auf denen sie ihre Früchte – Guaven – verkaufen.
FOTO: WIKIMEDIA COMMONS/MUKTAR HOSSAIN

Aufklärungsarbeit und Hilfe bei der Suche nach neuen Erwerbsmöglichkeiten Die Caritas in Bangladesh engagiert sich verstärkt für die Bekämpfung des Klimawandels. Dies hat Anjalina Diana Podder, Leiterin der Umweltschutzprogramme von Caritas Bangladesch, gegenüber der Nachrichtenagentur Fides bestätigt. Bangladesch ist wegen seiner Lage an einem Flussdelta auf Meereshöhe besonders vom Klimawandel betroffen. Vor allem die Küstenprovinzen sind gefährdet. Denn würde das Meeresniveau um einen Meter ansteigen, wären 30 Prozent der Gesamtfläche des Landes permanent überschwemmt, so dass mehr als 30 Millionen »Klimaflüchtlinge« die Region verlassen müssten. Der Temperaturanstieg in Bangladesch ist konstant, so Fides unter Bezug auf internationale Berichte. Die Regenmengen sind infolge des Klimawandels unvorhersehbar, da sich die Regenzeit verzögert. Die Winter werden immer kürzer, und im Dezember 2016 lag die Durchschnittstemperatur bei 15 Grad, fünf Grad mehr als im selben Zeitraum des Jahres 2015.

Zu den Folgen des Klimawandels gehören nach Angaben von Podder Verluste in der landwirtschaftlichen Produktion, Unfruchtbarkeit des Ackerlandes und ein zunehmender Salzgehalt des Bodens. Die Landwirtschaft als Hauptwirtschaftssektor des Landes und vor allem der Reisanbau sind auf regelmäßige Regenfälle angewiesen. Aber auch der Anstieg des Meeresspiegels gefährdet die Landwirtschaft, insbesondere in den südlichen Teilen des Landes, so dass durch den Anstieg des Salzgehalts bis zum Jahr 2050 auch die Getreideproduktion um bis zu 30 Prozent zurückgehen könnte. Insgesamt 70 Prozent der meist in ländlichen Gebieten lebenden Bevölkerung ist direkt betroffen, da sie von den Erträgen der Landwirtschaft abhängig sind. Infolge des Klimawandels kommt es auch zunehmend zu starken Stürmen. Die Menschen in den betroffenen Gebieten verlieren damit ebenfalls ihre Erwerbsmöglichkeiten. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der landlosen Bauern zu, die in Städte abwandern und dort gegen niedrige Bezahlung in der Textilindustrie arbeiten.

»Vor einem solchen Hintergrund hat Caritas Bangladesch Aufklärungskampagnen in den Gemeinden auf den Weg gebracht«, so Anjalina Diana Podder. »Die Veranstaltungen sollen den Menschen und insbesondere Bauern helfen, mit den Folgen des Klimawandels zurechtzukommen. Durch technische Kenntnisse sollen die Instrumente geliefert werden, damit die Erwerbsmöglichkeiten erhalten bleiben, nicht zuletzt auch durch die Umstellung auf biologische Anbaumethoden, die Produktion von Gemüse, die Viehzucht und den Fischfang. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Versorgung mit Süßwasser durch das Sammeln von Regenwasser in den Familien und den Gemeinden.« In den acht Diözesen des Landes verteilt die Caritas Informationsbroschüren zum Klimawandel und dessen Auswirkungen; damit soll in Schulen und Universitäten die Aufklärungsarbeit unter jungen Menschen gefördert werden.

Ausgabe 3/2017

Gratis-Ausgaben

Ich möchte Forum Weltkirche mit 2 Gratis-Ausgaben kennen lernen.

/ Bestellen bei HerderShop24