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Christen bilden Einheitsrat

Kirchenführer begrüßen Zusammenarbeit christlicher Organisationen und Parteien

Christen im Irak haben am 6. März 2017 einen Rat der christlichen Gemeinden geschaffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Fides. Damit scheint der wiederholte Appell des chaldäischen Patriarchen Louis Raphael I. an die irakischen Christen, nicht »unstrukturiert« im politischen und sozialen Leben aktiv zu werden, sondern die eigenen Kräfte in einer einzigen »Komponente« zu bündeln, nun Gehör zu finden. Der Rat versteht sich als Verbindung zwischen den verschiedenen politischen und sozialen Organisationen, in denen Christen aktiv sind. Zugleich will der Rat als Ansprechpartner für die politischen und institutionellen Organe der Provinz fungieren. Die Initiative wird auch von lokalen Politikern unterstützt, darunter der derzeitige Vorsitzende des Provinzrates in Kirkuk, Rebwar Talabani. Der neue Rat, so Talabani, könne einen positiven Beitrag nicht nur zur Verbesserung der Lage der christlichen Gemeinden leisten, sondern auch das friedliche und konstruktive Zusammenleben der verschiedenen Ethnien und Religionen fördern.

Der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako hatte immer wieder daran erinnert, dass man vermeiden solle, die eigene Identität als kirchliche Gemeinschaft angesichts der derzeitigen Lage besonders zu betonen. Der Primas der chaldäischen Kirche hatte den verschiedenen christlichen Gemeinschaften geraten, eine einheitliche Position im Hinblick auf politische und soziale Prozesse im Irak einzunehmen und sich als »christliche Komponente« aufzustellen. Auch der assyrische Patriarch Gewargis III. begrüßte den Zusammenschluss politischer und sozialer Organisationen der christlichen Gemeinden. Wenige Tage nach der Bildung des Einheitsrats trafen sich Vertreter der chaldäischen, syrischen und assyrischen Gemeinden mit dem Primas der assyrischen Kirche in Erbil zu einem Gespräch über die Richtlinien der geplanten Zusammenarbeit. Es ging auch um die gemeinsamen Forderungen, die die Christen bei der Regierung in Bagdad und der Regierung der autonomen Provinz Kurdistan vorbringen wollen, insbesondere im Hinblick auf die künftige Verwaltung der Provinz Ninive. Gewargis begrüßte insbesondere das Bemühen um den Erhalt der christlichen Präsenz in den seit jeher von ihnen besiedelten Gebieten, die seit dem Frühjahr 2014 von den Truppen des Islamischen Staates (IS) gehalten wurden.

Ausgabe 3/2017

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