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VENEZUELA

Bischöfe verteidigen friedliche Demonstrationen

Wegen einer lang andauernden Wirtschafts- und Versorgungskrise müssen die Menschen in Venezuela oft stundenlang für alltägliche Konsumgüter anstehen.
FOTO: ADVENIAT

Proteste gegen die Regierung forderten mehrere Todesopfer

Die Bischöfe Venezuelas haben die Proteste der Zivilbevölkerung gegen Präsident Nicolas Maduro verteidigt. »Zivile und friedliche Proteste sind kein Verbrechen. Sie sind ein Recht!«, heißt es laut der Nachrichtenagentur Fides in einer Verlautbarung der Venezolanischen Bischofskonferenz vom 19. April 2017. Bei Protestkundgebungen in der Hauptstadt und in verschiedenen Teilen des Landes sind seit Anfang April 2017 mehr als 20 Menschen gestorben. Venezuela steckt seit längerem in einer tiefen politischen Krise. Die Gegner der sozialistischen Regierung machen Präsident Maduro für die schwere Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land verantwortlich. Sie kämpfen für eine Volksabstimmung über seine Amtsenthebung. Maduro hat bislang alle Wahlen verhindert und das Parlament entmachtet.

In ihrem Schreiben hoben die Bischöfe die Werte der Demokratie hervor: »Die Demokratie zeichnet sich vor allem durch Respekt und Schutz der Bürgerrechte aus. Wenn der Staat (oder die Regierung) diese ignoriert oder nicht respektiert, dann ist dies kein demokratischer Staat mehr, und er verliert an Legitimität, weil er seine Bürger nicht mehr schützt, unabhängig von deren politischer Einstellung. Weitere Faktoren, darunter die Konzentration der Macht in den Händen einer einzigen staatlichen Gewalt, sind ebenfalls nicht mit der Demokratie zu vereinbaren. Und dies geschieht heute in Venezuela.« Der Schutz der grundlegenden Rechte, des Lebens, der Freiheit, der Gesundheit und der anderen Rechte der Bürger sei die Pflicht jedes Menschen, mahnten die Bischöfe. Es sei auch das Recht und die Pflicht der Kirche und aller Gläubigen, »denn die Menschenrechte und die Bürgerrechte betreffen nicht alleine die gesellschaftliche und politische Sphäre, sondern auch die Religion«. Abschließend heißt es in der Verlautbarung: »Die Venezolanische Bischofskonferenz fordert alle Bürger und Christgläubigen und alle Menschen guten Willens dazu auf, nach dem eigenen Gewissen und auf der Grundlage der demokratischen Prinzipien und Gesetze des Landes zu handeln. Dabei sollten sie auch das Recht auf Demonstrationen und öffentliche Kundgebungen in Anspruch nehmen und dabei Personen und Eigentum verantwortlich und friedlich respektieren.«

Ausgabe 4/2017

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